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Laserabtragen im Lohnauftrag

Laserabtragen im Lohnauftrag

Das ist fürwahr der Traum jedes Formenbauers. Der Kunde schickt seine 3D CAD-Daten, danach ein Knopfdruck zum Generieren des Maschinenprogramms – und wenige Stunden später geht das fertige Tool per Express zurück an den Auftraggeber. Kein Fräsen mehr, kein Umweg über die Elektrode – einfach loslegen, und gut ist. Obwohl nun das Anwendungsspektrum des Laserabtragens nur einen Teil des Werkzeug- und Formenbaus abdeckt, hat die Faszination des Verfahrens für die LAStec Solutions GmbH aus der Schweiz gleichwohl ausgereicht, mit einer DML 40 SI von DECKEL MAHO LASERTEC vor gut anderthalb Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Wer sich aus dem weichen Sessel des Angestellten-daseins erhebt, um in die harte Welt des Unternehmertums zu wechseln, hat nicht selten ein einschneidendes Schlüsselerlebnis hinter sich. Auch bei der LAStec Solution AG aus dem schweizerischen Rebstein gab es diesen Aha-Effekt – allerdings einen der angenehmeren Art. So hatten die beiden Gründer Michael Köppel und Björn Büchel seinerzeit bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber die Aufgabe gestellt bekommen, neue Technologien und Verfahren für dessen Produktion zu eruieren. Während dieser Phase war man unter anderem auf die DML 40 SI respektive das Laserabtragen der LASERTEC GmbH aufmerksam geworden.
    Ein Ergebnis dieser Marktbeobachtung war nun, dass das Laserabtragen zwar durchaus für einige der untersuchten Werkstücke hochinteressant sein könnte, der Bedarf jedoch kaum ausreichen würde, eine eigene Maschine wirtschaftlich auszulasten. Daraus abgeleitet resultierte die zweite Erkenntnis: Wenn es noch mehr solcher Firmen geben würde (was zu erwarten war), sollte es doch eine reelle Chance geben, sich mit eben dieser Technologie als Dienstleister selbstständig zu machen.
    Es dauerte nicht lange, bis sich die beiden Newcomer parallel zum normalen Job (und mit Zustimmung des Arbeitgebers) daran machten, ein Gründungskonzept auf die Beine zu stellen und das eigene Unternehmen in Angriff zu nehmen. Über die Widrigkeiten im Zusammenhang mit einer Firmengründung und dessen Finanzierung ließe sich nun eine seitenlange Abhandlung verfassen. Doch die jungen Self-mademänner ließen sich nicht beirren – und am 20. März 2002 war es so weit: die LAStec Solutions GmbH hatte ihr offizielles Gründungs-datum und mit der DML 40 SI auch gleich die passende Maschine.
    Das Kürzel SI in der Modellbezeichnung markiert die Highend-Version der DML 40-Baureihe mit integriertem Messsystem und vor allem der Möglichkeit, auch senkrechte Wände herstellen zu können – erklärt Michael Köppel: „Klar hätten wir zu Beginn etliche Franken sparen können, wenn wir auf diese Features verzichtet hätten. Doch zum einen muss man als Dienstleister möglichst für alle Anfragen gerüstet sein. Zum anderen sollte die Maschine auch die Nacht über arbeiten können – und dazu braucht es halt die integrierte Messeinrichtung.“
    Die Weitsicht sollte sich schneller auszahlen als es die beiden Gründer ehedem erwartet hatten. Denn schon nach wenigen Wochen musste man wirklich in die Nachtstunden ausweichen, um die anstehende Arbeit bewältigen zu können. Wobei nicht alle Betriebsstunden bezahlt waren, wie Björn Büchel freimütig eingesteht: „Einerseits ist das Laserabtragen eine recht junge Technologie, so dass keine riesige Erfahrungsplattform vorhanden ist. Zum anderen mussten auch wir uns erst ein Gespür für die Möglichkeiten und Grenzen des Verfahrens erarbeiten. Das wiederum hat nicht selten dazu geführt, dass wir vorab einen Testlauf gefahren haben, ehe wir uns zutrauten, ins teure Werkzeug des Auftraggebers zu arbeiten.“
    In gleichem Maße, wie das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die der Maschine zunahmen, folgten auch immer neue Auftraggeber – mit einer erstaunlichen Erfolgsquote, wie Köppel stolz berichtet: „Aus den knapp 75 Firmen, zu denen wir anfangs Kontakt aufgenommen hatten, waren recht bald 35 Kunden geworden.“ Das spricht erstens für die Richtigkeit der Bedarfsanalyse im Vorfeld der Gründung, zweitens für die ausgesprochene Qualität der Laserdienstleistung und sorgte drittens dafür, dass bereits zum ersten Firmengeburtstag die zweite Maschine installiert werden konnte.
    Für Björn Büchel ist damit der wichtigste Schritt für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft gemacht: „Die erste DML 40 SI lief bald ständig mit einer Auslastung über der 90-Prozent-Marke – und das wohlgemerkt inklusive Nacht- und Wochenendstunden. Abwechselnd haben wir uns jede Nacht den Wecker gestellt, um die Maschine neu einzurichten. Das mag mal ein paar Wochen funktionieren, aber es war abseh-bar, dass irgendwann die Qualität leiden würde. Obendrein hätte nur mal die Maschine länger ausfallen müssen, schon wäre der eine der andere Kunden abgesprungen und damit vielleicht unser ganzes Projekt in Gefahr geraten.“ Doch gottlob ist gesundheitlich alles gutgegangen – und auch die Maschine hielt den hohen Auslastungsgraden stand. Mit jetzt zwei Maschi-nen sowie inzwischen zwei zusätzlichen Mitarbeitern hat man jedenfalls genügend Potenzial für ein weiterhin dynamisches Wachstum. Immerhin hat sich das Laserduo Köppel/Büchel zum Ziel gesetzt, die schweizer Nummer 1 beim Laserabtragen im Lohnauftrag zu werden.
    Dass dabei neben der reinen Laserbearbeitung auch Technologieberatung und 3D-Konstruktion inzwischen zum Leistungsspektrum gehören, habe sich als logische Konsequenz aus den Erfahrungen ergeben, wie Michael Köppel erläutert: „Immer mehr Kunden haben zwar schon etwas vom Laserabtragen gehört, wissen aber im Detail noch recht wenig über die Möglichkeiten des Verfahrens. Hier bieten wir unser inzwischen gesammeltes Know-how in der Form, dass wir zu den Unternehmen fahren und deren Bauteilspektrum analysieren.“
    „Denn auf die Distanz lässt sich nur schwer eruieren, bei welchen Bauteilen sich durch das Laserabtragen quantifizierbare Vorteile ergeben“, ergänzt Björn Büchel das Statement seines Kollegen. Daran wird deutlich, dass beide von vielversprechenden Pauschalisierungen wenig halten. Gleichwohl lässt sich Büchel abschließend zumindest einen ,Denk-ansatz’ für potenzielle Kunden abringen, wenn er meint: „Speziell bei sehr harten, nichtleitenden oder hochschmelzenden Materialien, die mit konventionellen Abtragverfahren nur schwer bearbeitbar sind, können sich lukrative Möglichkeiten für eine dreidimensionale Formgebung durch den Einsatz der Lasertechnik ergeben – und das umso mehr, je kleiner die Stückzahlen sind und je filigraner die Bearbeitungsaufgabe ist.“


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