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Von Harald Klieber 1908 gegründet, hat sich die Josef Albrecht Bohrfutterfabrik laut Geschäftsführer Martin Schmideder zu einem führenden Hersteller von Präzisionsspannfuttern entwickelt. 65 Mitarbeiter produzieren nicht nur hochqualitative Standardbohrfutter für 0 bis 16 mm Durchmesser. Die neuste Kreation heißt APC.
Es sah lange Zeit gar nicht so gut aus. „Aber besonders in den letzten Jahren konnten wir unseren Umsatz wieder kräftig steigern. Heute, im 100sten Jahr unseres Bestehens, sind wir wieder auf dem stabilen Niveau von 2001“, schildert Geschäftsführer Martin Schmideder die schwere Zeit des Familienunternehmens. Mittlerweile würden jährlich wieder circa 60.000 Bohr- und Spannfutter produziert. „Unser Umsatzbringer, das Superbohrfutter, erfreut sich starker Nachfrage – vor allem weil wir mit einer Edelstahlvariante für die Medizintechnik dessen Umsatzanteil zuletzt von 6 auf 10 % steigern konnten.“ Gute Ergebnisse würden auch die Kurzbohrfutter mit Spannbereichen von 1 bis 16 mm bringen. „Bemerkenswert sind: die hohen Spannkräfte, extreme Rundlaufgenauigkeit und eine sehr geringe Reklamationsrate unter drei Promille“, unterstreicht Martin Schmideder. Deren Umsatzanteil kletterte zuletzt von 18 auf 19%. Vier Ausführungen sind im Programm: Das ASL Super-Lock für schnellen Werkzeugwechsel bei der Einzelfertigung, das AKL Key-Lock mit Schlüsselbedienung für CNC-Maschinen und Bearbeitungszentren, das patentierte AKLD mit diamantbeschichteten Spannbacken für Bohrer aus Vollhartmetall oder mit durchgehärtetem Schaft sowie das AKL-Ultra mit einer Rundlaufgenauigkeit von unter 0,015 mm und einem Spannbereich ab 0,5 mm Durchmesser. „Ebenso positiv entwickeln sich unsere Präzisionsspannfutter, nicht nur umsatzmäßig von zuletzt 8 auf 11 %, sondern auch technisch. Es gibt ganz neue Möglichkeiten, aber auch vorweisbare Ergebnisse“, kommentiert Martin Schmideder die letzte Studie der Universität Ulm, die dem APC-Präzisionsspannfutter gegenüber den vergleichbaren Hydraulik- und Schrumpfspannfuttern ein deutlich höheres Zeitspanungsvolumen attestierte. Dazu wurde eine Nut in CK45 gefräst. Dabei wurde permanent zugestellt bis erste Ratter- und Vibrations-Erscheinungen auftraten und damit die maximale Grenzschnitttiefe erreicht war. Das Schrumpffutter erreichte 3 mm, das Hydraulikfutter 6 mm, das APC-Futter 10 mm. „Unser patentiertes APC für 3 bis 32 mm Durchmesser verfügt über höchste Rundlaufgenauigkeit und Spannkraft durch ein integriertes Schneckengetriebe“, erklärt Martin Schmideder die technische Seite des Erfolgs. Als Verlängerung für das APC bietet Albrecht übrigens das AMC für Spannbereiche von 0,2 bis 6 mm an. Das Micro-Chuck ist mit zwei Spannkonzepten lieferbar: dem Dreibackenfutter zum Spannen kleinster Bohrer mit Durchmessern von 0,2 bis 1,5 mm und 1,5 bis 3 mm sowie mit der Spannhülse für Werkzeuge mit Zylinderschaft von 1 bis 6 mm Durchmesser. Aufgrund der schlanken Bauweise mit einem Schaftdurchmesser von 16 mm bei den Dreibacken- und von nur 14 mm bei den Spannhülsenausführungen bieten die AMC-Verlängerungen nach Angaben von Martin Schmideder hervorragende Voraussetzungen, unterschiedliche Werkzeuge auch bei engsten Platzverhältnissen wirtschaftlich einzusetzen. „Als echte Alternative zu Schrumpfverlängerungen erfordern sie keine speziellen Kenntnisse und Geräte, und die bekannten Probleme beim Schrumpfen kleinster Durchmesser treten erst gar nicht auf.“ Die Aufnahme erfolgt in den APC-Präzisionsspannfuttern oder in handelsüblichen Schrumpf-, Hydrodehn- oder Spannzangenfuttern. Die APC-Ausführung ist mit Spannbereichen von 3 bis 32 mm für Maschinenaufnahmen nach DIN 69871, JIS B 6339 (MAS BT), HSK 63 und HSK 100 sowie Coromant Capto C6 lieferbar. Alle Spannfutter werden für Drehzahlen bis 15.000 min-1 fein gewuchtet. Andere Drehzahlen sind auf Wunsch möglich. „Von dem APC-Futter hatten wir in 2007 bereits über 2.500 Stück verkauft. Für dieses Jahr planen wir konservativ mit 3.000“, skizziert Martin Schmideder das Potenzial des Albrecht-Flaggschiffs, das schon bald einen weiteren Entwicklungssprung machen soll und dann „auf dem technisch allerneuesten Stand ist“, so Martin Schmideder. „Wir sehen unser Präzisionsspannfutter als sehr gute Alternative. Dass das auch unsere Kunden so sehen, belegt eines der größten Projekte.“ In Holland stattete Albrecht zuletzt zwei Bearbeitungszentren mit insgesamt über 350 APC-Futtern aus – und sogar ein guter Kunde adelte das Futter mit dem Erscheinen auf der Titelseite des Produktkatalogs Precitool“, erzählt Martin Schmideder. Das Geheimnis des Erfolgs seien vor allem die inneren Werte der Getriebe-Konusverbindung. „Durch das Hochleistungs-Getriebe wird das Werkzeug über eine Spannhülse mit flachem Konuswinkel sehr fest gespannt – was eine sehr hohe Zerspanungsleistung ermöglicht – natürlich auch links rum“, erklärt Martin Schmideder. Die Zeit fast unverändert überdauert hat übrigens das Superbohrfutter von Albrecht. „Unser Superbohrfutter ging 1933 in Serie und macht noch heute rund 60% vom Umsatz aus, der allerdings leicht rückläufig ist“, erklärt Martin Schmideder die Entwicklung neuer Spannmöglichkeiten etwa für die Medizintechnik. Momentan deckt das SBF je nach Ausführung den Spannbereich bis 16 mm ab, ist in der Grundversion mit Innenkegel und Befestigungsgewinde ausgestattet und in weiteren vier Versionen erhältlich: Als SBF-plus mit integriertem Aufnahmeschaft für beengte Platzverhältnisse, NCBF mit Spannsicherung für NC-Maschinen und damit verschlusssicher auch bei Spindelstopp, als patentiertes SBFD mit diamantbeschichteten Spannbacken und als rostfreies SBFN für die Medizintechnik. „Wir werden aber um den Markt des Superbohrfutters kämpfen“, denn schließlich hätte Albrecht nach Einschätzung von Martin Schmideder und seinen Kunden das „worlds best drill chuck“ im Programm. Weiter ausbauen will Albrecht auf jeden Fall den Bereich der Handelsprodukte Maschinenfüße/Stangengreifer. „Hier werden wir schon bald ein neues Produkt vorstellen“, kündigt Martin Schmideder an. Als bestes Beispiel für die Innovationskraft sowie eine markt- und zielgerichtete Entwicklung führt der Geschäftsführer das spülbare Niro-Bohrfutter an, das Albrecht speziell für die Chirurgie kreiert hat. Auf der Basis ihrer bereits in vielen Kliniken bewährten Bohrfutter aus Edelstahl entwickelte Albrecht das von innen spülbare Bohrfutter, das nach Einschätzung der Wernauer die Sterilisationsanforderungen der Chirurgie in einer bisher nicht gekannten Form erfüllt. Herausragendes Merkmal sind ein oder mehrere Spülkanäle, die die Spülflüssigkeit in die Innenräume des Spannfutters leiten und auch den Abfluss gewährleisten. Die Kanäle werden beim Reinigen von der sich in der zentralen Bohrung aufbauenden ‚Spülfluidsäule’ beaufschlagt. Entsprechend der Kanalauslegung und -anordnung werden die Innenräume des Bohrfutters definiert durchströmt und die festen und flüssigen Operationsrückstände zuverlässig beseitigt. Die Niro-Bohrfutter sind in zwei Größen lieferbar. Die kleine Baugröße spannt Werkzeuge oder Drähte von 0,3 bis 3,3 mm, die größere Version verfügt über einen Spannbereich von 0,6 bis 7,4 mm. Eine zweite Linie mit neuem Design bildet die Ausführung Ergon-Grip. Ihre speziell geformten Griffmulden verbessern laut Albrecht die Handhabung und ermöglichen das Einleiten größerer Spannkräfte. Mindestens so wichtig wie die bahnbrechenden Erfindungen und Patente für den weiteren Erfolg von Albrecht sind nach Erfahrung von Martin Schmideder allerdings auch die mittelständische Firmenstruktur für die Beständigkeit, die Kontinuität im Mitarbeiterstamm, die der Geschäftsführer als Fundament für Qualität und Innovation sieht, sowie die Kunden- und Lieferantenbeziehungen. „Hier müssen wir uns vor allem bei drei Firmen bedanken: Seit 1940, also 68 Jahre, arbeiten wir mit dem Schweizer Werkzeughersteller Ifanger zusammen, 59 Jahre mit Viba in Holland und bereits 50 Jahre mit dem japanischen Händler Muraki.“