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Mehr als CAD & Mould

von Harald Klieber Der größte CAM-Spezialist mit der komplettesten Bandbreite an CAM-Software und dem größten Entwicklungsteam – so kommentiert Delcams Marketing-Experte Peter Dickin den Umsatz von 59 Mio. Dollar und mittlerweile über 25.000 Kunden. Was von der neuesten Softwaregeneration zu erwarten ist, demonstrieren die Engländer kürzlich im Advanced Manufacturing Research Centre in Sheffield und demnächst auf der AMB in Halle 4, Stand C38.

Seit seiner Gründung im Jahre 1977, der ein Entwicklungsprojekt an der Universität Cambridge vorausging, verzeichnet Delcam stetiges Wachstum. Konkret heißt das: Der Umsatz sprang zuletzt um 11% auf 59 Mio. US-Dollar. Starken Anteil am Wachstum hatten die Niederlassungen in Frankreich (+20%), Italien (+48%) und besonders in Deutschland. Das Team um Geschäftsführer Robert Aulbur in Obertshausen nahe dem Flughafen Frankfurt konnte zuletzt seinen Umsatz um 68% steigern und die Belegschaft verdoppeln, was zum einen an der um 300 m2 erweiterten Repräsentanz mit integriertem Trainingscenter lag und besonders an den Partnerschaften mit den Werkzeugmaschinenherstellern Röders, Hermle, OPS Ingersoll, Mazak, Exeron, Gildemeister, GF AgieCharmilles, Primacon und EEW. Unterm Strich bezeichnete Hugh Humphreys das zurückliegende Geschäftsjahr 2007 als ein gutes Jahr. Und auch 2008 hätte sehr positiv begonnen: Im ersten Quartal sei der Umsatz um über 15% gestiegen, was sich auf einen neuen Quartalrekord von 8,9 Mio. Pfund summierte. Wichtigstes Produkt ist nach Angaben von Antony Hall PowerMill mit rund 50% Umsatzanteil. Die neue Version präsentiert Delcam auf der IMTS in Chicago erstmals der Öffentlichkeit. Der Fokus der preisgekrönten CAM-Software wird dann auf der vollständigen Kontrolle liegen. Als Komplettlösung für komplexe Bearbeitungsanwendungen wird PowerMill 9 im Detail mehr Kontrollmöglichkeiten für erfahrene Maschinenbediener bieten – also für solche Anwender, die genau wissen, wie ein bestimmtes Teil bearbeitet werden soll, kommentiert Antony Hall. Kürzlich feierte der nach Angaben von Gründer und Inhaber Hugh Humphreys weltweit führende Anbieter innovativer Produktentwicklungslösungen für die Fertigungsindustrie seinen 25.000sten Kunden. Der US-amerikanische Maschinenentwickler JR Automation Technologies in Holland, Michigan, lizenzierte sechs Arbeitsplätze. Die Entscheidung für FeatureCAM als Ersatz für die bislang bei JR eingesetzte Fertigungssoftware fiel deswegen, weil die Software mit dem Konstruktionssystem des Unternehmens kompatibel war, sich einfach bedienen ließ und bei 2D- und 3D-Bearbeitungsanwendungen gleichermaßen durch ihre Robustheit überzeugte. Delcam betreut seine Kunden in über 80 Ländern mit über 350 Verkaufsbüros und Vertriebspartnern. Erfolgsgarant für Hugh Humphreys ist die Software-Entwicklung, auf die der Gründer über 50 % der Unternehmens-Gewinne zurückführt. In den vergangenen zwei Jahren hat Delcam mit FeatureCAM, PartMaker und Crispin erfolgreiche Software-Systeme in sein Portfolio integriert. Delcam gilt nach Einschätzung von Marketing-Experte Peter Dickin seit langem als spezialisierter Anbieter von Konstruktionslösungen für Betriebe, die komplexe ästhetische und ergonomische Formen einsetzen. Darüber hinaus sei das Unternehmen als der weltweit führende CAD/CAM-Anbieter für den Werkzeug- und Formenbau sowie als innovativer Entwickler moderner Hochgeschwindigkeits- und Fünfachsbearbeitungssoftware bekannt. Zudem hätten die aktuell erfreulichen Verkaufszahlen der Prüfsoftware PowerInspect diese Software als weltweit führendes hardware-unabhängiges Prüfsystem etabliert. Führend ist Delcam nach Einschätzung von Software-Experte Bart Simpson auch mit seiner hochautomatisierten, featurebasierten CAM-Software FeatureCAM. Die neue Version würde erstmals das simultane 5-Achs-Fräsen unterstützen. Weitere Neuerungen seien die höhere Effizienz beim Drehen mittels besserer und einfacherer Kontrolle des verbleibenden Restmaterials sowie eine verbesserte Werkzeugdatenbank mit mehr Optionen zur Verknüpfung vordefinierter Vorschubraten und -geschwindigkeiten mit einzelnen Werkzeugen. FeatureCAM 2008 verfügt zudem über zahlreiche kleine Erweiterungen sowie neue und aktualisierte Postprozessoren insbesondere für das Drehfräsen, die auch Maschinen vom Typ Mazak Integrex, Daewoo Puma und Nakamura-Tome einschließen. Und FeatureCAM verfügt seit kurzem über noch mehr Postprozessoren für Werkzeugmaschinen aus dem Hause Mori Seiki. So wurden neue Prozessoren für die NT-Serie der integrierten Fräs-/Drehzentren sowie die NZ-Serie der Multiachsen-Drehzentren implementiert. Die Postprozessoren wurden gemeinsam mit Technikern von Mori Seiki entwickelt und geprüft. „Erfolgreiche Postprozessoren sind entscheidend für die Bedienung jedes CAM-Systems“, weiß FeatureCAM-Entwicklungsleiter Tom McCollough. „Sie garantieren dem Anwender, dass alles, was auf dem Computermonitor zu sehen ist, auch tatsächlich den Abläufen auf der Werkzeugmaschine entspricht. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Herstellern der Maschinen können wir gewährleisten, dass unsere Postprozessoren zuverlässig und beständig arbeiten.“ Und Dr. Fujishima, Entwicklungsdirektor bei Mori Seiki, ergänzt. „Dies gilt insbesondere für die neueste Generation unserer noch leistungsstärkeren und vielseitigeren Multitasking-Maschinen. Die enge Zusammenarbeit stellt sicher, dass unsere Kunden ihre Maschinen erfolgreich programmieren und ihr Potenzial in Sachen höhere Produktivität und Bearbeitungsqualität voll ausschöpfen können.“ Neue Funktionen für die Presswerkzeug-Konstruktion verspricht unterdessen Peter Dickin mit dem Toolmaker. Das System werde seit langem für die Modellierung kompliziertester Presswerkzeuge eingesetzt und würde in erster Linie Automobilherstellern und deren Zulieferern zur Produktion von Karosserieblechen und anderen großen Blechverkleidungsteilen dienen. Die neuen Features zielen auf eine Verkürzung der Konstruktionszeit bei vielen im Werkzeugbau anfallenden Aufgaben ab und bieten dafür die entsprechenden Funktionen. So stehen jetzt beispielsweise automatisierte Verfahren zur Ausrichtung der Bauteilform zur Verfügung, um eine optimale Werkzeugkonstruktion zu gewährleisten. Der Anwender hat die Wahl, Hinterschnitte und die Gesamtwerkzeugtiefe zu minimieren oder das Werkzeug nach der mittleren Normaleinrichtung der Hauptflächen auszurichten. Das Hinterschnittschattieren wurde verbessert, um die Ergebnisse der verschiedenen Verfahren besser vergleichen zu können. Empfehlenswert in Sachen Formenkonstruktion ist nach Erfahrung des European-Research-Projects-Manager Jan Willem Gunnink der Umstieg von 2D auf 3D. Zwar würden die meisten Formenbau-Unternehmen bereits 3D-CAD-Techniken zur Kern- und Gesenkentwicklung ihrer Werkzeuge nutzen. Dabei sei jedoch die größte Zeitersparnis nicht bei der Erstellung der Ausgangskonstruktion zu verzeichnen, sondern bei der nachfolgenden Bearbeitung und dem Zusammenbau, so Jan Willem Gunnink. Denn die ausschließliche Fokussierung auf die Konstruktionsgeschwindigkeit verkennt die Schwierigkeiten beim Einsatz miteinander verknüpfter Verfahren, wenn beispielsweise Kern und Gesenk von einem Team mittels dreidimensionaler Verfahren konstruiert und gefertigt werden, die Teile für die restliche Form jedoch von einer zweiten Gruppe auf Basis zweidimensionaler Zeichnungen und Bearbeitungstechniken hergestellt werden. Selbst bei sorgfältiger Planung ist es nur schwer sicherzustellen, dass sämtliche verschiedenen Teile des Werkzeugs in der richtigen Reihenfolge für den Zusammenbau geliefert werden. Erhebliche Verbesserungen lassen sich auch dadurch erzielen, dass Fehler während der Konstruktion und Fertigung eliminiert werden. 2D-Zeichnungen können zweideutig sein, sodass verschiedene Werkzeugbauer Details in unterschiedlicher Weise interpretieren. Neue Maßstäbe in der CAD-Konstruktion setzt Delcam nach Einschätzung von Jan Willem Gunnink auch mit der Tribrid-Modellierung. Noch in diesem Jahr soll die neue Version des Konstruktions-Systems PowerShape auf den Markt. Denn als weltweit erstes Produktentwicklungs-System werde dann PowerShape dem Anwender die bahnbrechende Tribrid-Modellierung bieten, so Jan Willem Gunnink. In vielen so genannten Hybridmodellierern war bislang eine Kombination aus Flächen- und Volumenmodellierung verfügbar. Bei der Tribrid-Modellierung kommt nun noch die Dreieckmodellierung hinzu. Wirklichkeit wurde dieses einzigartige Konstruktionsverfahren, weil es Delcams Entwicklern gelungen ist, die Flächenrückführungs- und Dreieckmodellierungs-Software CopyCAD in die frühere Hybridmodellierungs-Version von PowerShape zu integrieren. Konstrukteure können nun die mittels Flächenrückführung gewonnenen Daten leichter in die Konstruktionsumgebung einfügen und so flächenrückgeführte Merkmale schneller in eine Konstruktion einbeziehen. Allerdings ist die neue Kombination nicht einfach eine Verknüpfung vorhandener Funktionalität, sondern beinhaltet für viele Schlüsselfunktionen zahlreiche Verbesserungen. Erheblich verbessert wurden beispielsweise die Verformungs- und Modellreparatur-Werkzeuge, die bislang in CopyCAD zur Modifizierung der Dreieckdateien zur Verfügung standen. Mit diesen Werkzeugen lassen sich hochwertige Modelle aus minderwertigen Konstruktionsdaten oder beschädigten und fehlerhaften physikalischen Komponenten erstellen. Zum Beispiel können ungleichmäßige Flächen geglättet, Datenlücken gefüllt und zusätzliche Punkte in Bereichen ergänzt werden, in denen nur wenige Daten erfasst wurden. Als wichtigste Neuerung ermöglicht die Verknüpfung der Funktionalität von PowerShape und CopyCAD, CAD-Flächen aus Dreieckdaten einfacher und genauer zu erstellen. Der Anwender behält weiterhin die vollständige Kontrolle darüber, wie der komplette Datensatz in Komponentenmerkmale und -flächen aufgetrennt wird. Jedoch kann nun jeder Bereich in CAD-Daten umgewandelt werden, indem ein Netzwerk von Kurven erzeugt wird, das anschließend auf das Netz von Dreiecken projiziert wird. Mit Power-Shapes so genannter Smart-Surfacing-Funktion lässt sich eine einzelne Fläche innerhalb des kompletten Kurvensatzes generieren. Diese Funktion analysiert automatisch die Kurven und legt fest, wie die Fläche am geeignetsten zu erstellen ist. Darüber hinaus sind Analysewerkzeuge verfügbar, welche die Abweichungen zwischen den Dreiecken und Flächen abbilden. So wird beispielsweise angezeigt, dass die Kurven in einigen Bereichen des Modells enger beieinander liegen müssen, um die Flächen innerhalb der notwendigen Toleranz zu halten. Die Tribrid-Modellierung ermöglicht es dem Anwender, ein CAD-Modell schnell und einfach anhand aus verschiedenen Quellen stammender Daten aufzubauen, fasst Jan Willem Gunnink zusammen. So kann nun ohne Probleme die Hauptkontur eines Produkts mittels CAD konstruiert werden. Für komplexe Details oder Verzierungen können jedoch weiterhin von Hand gefertigte Modelle eingesetzt werden.

www.delcam.de



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