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Werkzeuge werden an Standzeiten gemessen. Fräser, Bohrer oder auch Gewindeformer entscheiden also häufig unter anderem über die Qualität der Werkstücke und Maschinenlaufzeiten. Das Unternehmen Wehler Stanztechnik GmbH setzt deshalb ausschließlich auf qualitativ hochwertige Gewindeformer. Aus gutem Grund allerdings mit unterschiedlichen Erfahrungen. Mit dem OSG V-NRT-B M10 beispielsweise werden heute zirka 20.000 Gewinde geformt statt wie bisher 5.500.
Die Premium-Klasse in der Automobilindustrie ist nicht nur dafür bekannt, dass alles qualitativ hochwertiger ist sondern auch, dass technisches Know-how bis ins Detail gehen kann. Ein besonderes Beispiel dafür und dass Premium meist aufwändiger ist, ist die Gurtbefestigung des 3er BMW. Die Wehler Stanztechnik machte hier vor allem mit dem Werkstoff S 500 MC unangenehme Erfahrungen. Deshalb haben die Stanzspezialisten in Rennerod mit Gewindeformern verschiedener Hersteller zexperimentiert. Nach 5.000 bis 6.000 Gewinden waren allerdings die meisten am Ende. Das war für die Verantwortlichen in Rennerod aber nicht akzeptabel, denn neben erhöhten Werkzeugkosten bedeutet das gleichzeitig einen zeitintensiven Wechsel mit entsprechendem Maschinenstillstand. Bei zirka 2.000 Teilen pro Stunde bedeutet das alle zwei bis drei Stunden Produktionsstillstand. Erschwerend kommt hinzu, dass der Wechsel des Gewindeformers eine manuelle Tätigkeit und gleichzeitig ein Eingriff in das Stanzwerkzeug ist. Der kleinste Fehler kann also zum Bruch des Formers oder zu anderen Problemen führen. Oberste Priorität hatte und hat deshalb für Markus Wehler und alle Verantwortlichen die Reduzierung der Maschinenstillstandszeiten. Mit dem beschichteten Gewindeformer von OSG Typ V-NRT-B M10 scheint man hier jetzt auf dem besten Weg. Bei den ersten Tests wurden damit bereits 20.000 Gewinden geformt. Unabhängig von der Charge, wie Markus Wehler allerdings extra betont: „Die Zugfestigkeiten des S 500 MC liegen je nach Charge zwischen 550 und 700 N/mm2. An der unteren Grenze funktionieren auch Gewindeformer anderer Hersteller. Geht es allerdings an die 700 N/mm2, ist das Ende schnell erreicht. Mit dem V-NRT-B M10 von OSG ist das bislang kein Problem. Der hält 20.000 Gewinde, so dass wir meist erst bei Schichtende wechseln müssen“. Meist, denn Grenzen sollen nicht ausgetestet werden. Das geformte Gewinde wird ständig mit Gewindelehrdornen überprüft und sobald das Eindrehmoment nur ein wenig ansteigt, wird gewechselt. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass zwischen minimal schlechter und Bruch die Grenzen sehr eng sind. Das Risiko, 1.000 Teile noch formen zu können, bei welchen dann eventuell ein Ausglühen des Gewindes oder ein Bruch entsteht, ist den Rennerodern zu groß. Risiken, die man auch mit dem OSG Gewindeformer nicht eingehen möchte. Selbst wenn man bislang in Rennerod mit OSG noch in der Testphase ist, zeigen sich alle Verantwortlichen mehr als zu frieden. Markus Wehler schränkt allerdings ein: „Um ein endgültiges Urteil abzugeben, müssen wir noch einige Chargen abwarten. Wir hatten auch schon Gewindeformer anderer Hersteller, die anfangs gut waren und später beispielsweise durch Veränderungen der Herstellungsprozesse nicht mehr auf diesem Niveau waren.“ Das wiederum ist für uns Grund genug, in zirka einem Jahr nochmals nachzufragen. Dann wurden in etwa 1,5 Mio. Teile erzeugt, was dem Jahresbedarf für den 3er /1er BMW entspricht.