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Kaiserliche Aufgabe

Seit über 30 Jahren steht der Name Delcam für erstklassige CAD/CAM-Technologie zur Konstruktion und Herstellung komplexer Formen und Werkzeuge – daneben haben die Verantwortlichen aber auch ein ausgemachtes Faible für Projekte historischer Dimension. Kenner der Materie erinnern sich sicher an den Bau des indischen Maitrea-Buddhas im Jahre 2001, mit sagenhaften 152,4 m die größte Statue der Welt, deren zugrunde liegendes CAD-Modell Delcam tatkräftig mitentwickelte. Dagegen nimmt sich der drei Meter hohe Kaiserkopf Konstantins geradezu bescheiden aus. Doch die technische Herausforderung war nicht minder hoch.

Ferdinand Hoischen berichtet: „Das Projekt nahm für uns konkrete Formen an, als uns Bildhauer Kai Dräger bei einem informellen Treffen im IPK Fraunhofer Institut in Berlin die Zielsetzung erläuterte. Delcams Aufgabe bestand darin, die CAM-Programme zur Ansteuerung der CNC-Fräsmaschinen auf Basis der Scandaten zu entwickeln. Meine Kollegen und ich erkannten schnell die geradezu historische Herausforderung dieses Projekts für unser Unternehmen und nicht zuletzt für unsere CAM-Software PowerMill. Keine Frage: Da wollten wir unbedingt mit dabei sein.“ Doch vor den Ruhm haben die Götter den Schweiß gesetzt, und so mussten Delcams Experten zunächst einmal sicherstellen, ob und wie der Kopf Konstantins, der im STL-Format (als Dreiecksmodell) vorlag, mit PowerMILL bearbeitet werden konnte. Denn es sei nicht verschwiegen, dass vor Delcam bereits einige andere CAD/CAM-Unternehmen sich an der Aufgabe versucht hatten – und bald schon den Rückzug antreten mussten. Ein Grund mehr für Delcam, alle technologischen Register zu ziehen, und so erhielt das Projekt nach einer gründlichen Vorab-Analyse bei der Delcam GmbH in Obertshausen grünes Licht. Die Herausforderung betraf im Wesentlichen drei Kernpunkte: Das verwendete Material: Marmor Die Fräswerkzeuge und Bearbeitungs-Strategien Die NC-Programmierung und Fräsbearbeitung Von weich bis hart, von hochfest bis spröde, Delcam hat bis jetzt nahezu jedes verfügbare Material bearbeitet, das sich auf dieser Welt fräsen lässt. „Marmor war für uns allerdings absolutes Neuland, da uns zu diesem Werkstoff weder Daten über Fräswerkzeuge, Schnittwerte noch geeignete Bearbeitungs-Strategien vorlagen“, berichtet Delcams Vertriebsleiter. „Nach intensiver Recherche der Werkzeuge und nach umfangreichen Tests verschiedener Bearbeitungs-Strategien in Zusammenarbeit mit der EEW Maschinenbau GmbH in Kiel konnten wir schließlich mit der Bearbeitung des kaiserlichen Haupts beginnen.“ Doch die größte Herausforderung stand für Delcam in persona seines CAM-Spezialisten Ingo Busse noch bevor: die NC-Programmierung und Fräsbearbeitung des Kopfes im so genannten Remote-Verfahren. Dieses war notwendig geworden, da Busse natürlich nicht während des gesamten Zeitraums der NC-Programmierung bei EEW vor Ort sein konnte. „Im Rahmen des Remote-Verfahrens war es meine Aufgabe, die Geometrie einzig und allein auf der Grundlage eines exakt berechneten Restmaterialmodells zu programmieren und die generierten NC-Programme an den zuständigen Mitarbeiter von EEW zu übergeben, der anschließend die Bearbeitung auf der Fräsmaschine durchführte“, erläutert Busse. „Ich musste mich also blind auf die perfekte Qualität der von PowerMill erzeugten NC-Programme verlassen können.“ Dass in Teilbereichen des Kopfes die Fünfachsprogrammierung zum Einsatz kam, machte die Aufgabe für Delcams CAM-Software noch diffiziler. Doch ob Berechnung des Restmaterialmodells oder Kollisionsprüfung des Fräszentrums – PowerMill rechtfertigte das in die Software gesetzte Vertrauen. Insgesamt wurden auf diese Weise 230 NC-Programme erstellt. Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Delcam GmbH und der EEW Maschinenbau GmbH hatte großen Anteil daran, dass das Konstantin-Projekt gemeinsam erfolgreich abgeschlossen wurde. „Nur mit einem perfekten Team aus erstklassiger Software und modernster Fräsmaschinen-Technologie können große Herausforderungen wie die 1:1-Kopie des Kopfes Kaiser Konstantins gemeistert werden“, bilanziert Ferdinand Hoischen. „Denn ohne eine effiziente und innovative CAM-Software ist jede Fräsmaschine bald das, was Kaiser Konstantin heute ist: Geschichte.“ www.delcam.de


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