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(fjg) ¿Unser Ziel ist es, dass wir Werkzeuge einsetzen, die
absolut zuverlässig und zugleich hochproduktiv sind. Wir wollen nicht beim Kauf der Fräser Geld verdienen, sondern mit deren Einsatz!¿ So bringt Reinhold Sterzer, einer der
beiden Geschäftsführer und Gesellschafter der Redwitzer PS Werkzeugbau GmbH seine Philosophie in Sachen Fräswerkzeuge auf den Punkt. Das erinnert doch an etwas? Richtig: Die FMR-Fertigungsphilosophie (Fast Metal Removal) des Werkzeugherstellers Iscar Hartmetall GmbH ruht auf den
gleichen Grundüberzeugungen. Vereinfacht ausgedrückt verfolgt F.M.R. das Ziel, durch ein Bündel geeigneter Maßnahmen die Senkung der Produktionskosten insgesamt und eben nicht primär nur die Reduzierung der Werkzeugkosten herbeizuführen. Kein Wunder also, dass sich PS und Iscar
bestens verstehen - seit gut zwei Jahren helfen die Werkzeugtechnologien aus Ettlingen, allen voran die FeedMill-
Familie, die Wettbewerbsfähigkeit des Redwitzer Werkzeugbauers zu erhalten und auszubauen.
Der Markt ist in den letzten Jahren für die Werkzeugbauer weiß Gott nicht einfacher geworden. Das Preisniveau für Formen und Werkzeuge, das etwa Anbieter aus Fernost offerieren, scheint hier zu Lande nicht nachvollziehbar. Und doch gibt es Mittel und Wege, den Billiganbietern Paroli zu bieten. Reinhold Sterzer hat jedenfalls für sein Unternehmen die richtige Strategie parat: ¿Es hat unserer Ansicht nach keinen Sinn, Anstrengungen zu unternehmen, um beispielsweise das Preisniveau eines chinesischen Werkzeugbauers zu erreichen. Das ist schlichtweg nicht machbar. Was wir aber machen können und müssen: Wir müssen schlichtweg beweisen, dass wir qualitativ und terminlich besser, vor allem aber flexibler sind. In dieser Kombination erhalten unsere Kunden in Summe einen Vorteil, der sich letztlich auch von den Kosten her rechnet. Man darf nicht immer nur die Anschaffungskosten sehen.¿ Erfreulicherweise spürt Sterzer bei einer zunehmenden Anzahl seiner Kunden, dass mehr und mehr gesamtheitliche Kostenrechnungen angestellt werden und die Qualitätsarbeit der PS-Mannschaft gefragter ist, denn je. Der Geschäftsführer ist überzeugt: ¿Die Kostendifferenz verringert sich kolossal, wenn man die Kosten eines Werkzeuges im ersten Jahr betrachtet, also neben der Anschaffung auch den Aufwand für Betreuung, Beratung, verlorene Zeit oder auch Frachtkosten. Qualität rechnet sich dagegen in den meisten Fällen, schon weil sie in der Regel höhere Produktivität erwarten lässt. Es wird sich niemals rechnen, bei einem Produktionswerkzeug ¿auf Teufel komm raus¿ zu sparen, das wäre fatal.¿
Er weiß schon deshalb wovon er spricht, da er in seinem Unternehmen genau diese Philosophie verfolgt. Schließlich ist auch er Kunde, schließlich benötigt auch er Fertigungsmittel; Fräser beispielsweise. So war es nur folgerichtig, dass Lothar Unglaub, der für die Region verantwortliche Iscar-Berater, und Bernd Pfeuffer als zuständiger Werkzeug- und Formenbau-Spezialist in Redwitz auf offene Türen stießen. Die von Iscar propagierte FMR-Fertigungsphilosophie zielt genau in die gleiche Richtung und hat zudem ein umfassendes Konzept anzubieten, das mehr beinhaltet, als ¿nur¿ die Werkzeuge. Zielgruppengerecht gibt es unter der Marke ¿IscarInMold¿ ein breit gefächertes Angebot echter Prob-
lemlösungen - aus der Praxis, für die Praxis. Ein speziell für den Werkzeug- und Formenbau geschnürtes Problemlösungspaket, plus eine kompetente Mannschaft sorgen für bestmögliche Unterstützung.
Und die nutzt man in Redwitz gerne. Nicht, dass man hier vom Fräsen nichts verstünde - es ist vielmehr so, dass Reinhold Sterzer, ein klares Ziel vor Augen hat: ¿Wir wollen den Vorgang des Fräsens weiter perfektionieren, auch aus den schon angedeuteten Kostengründen heraus. Auch wenn es ohne Erodieren nicht geht, so wollen wir den Anteil des Erodierens doch deutlich reduzieren.¿ Da kommt jede Unterstützung recht. Im Falle Iscar hatte man zudem auch in anderer Hinsicht den idealen Partner: Im dortigen Testcenter steht eine baugleiche DMU 125, wie sie auch in Redwitz genutzt wird; und auch mit dem von beiden Seiten genutzten Programmiersystem Work NC gibt es Gemeinsamkeiten. So war es für den Iscar Werkzeug- und Formenbau Spezialisten Bernd Pfeuffer eine Selbstverständlichkeit bei der Postprozessor-Anpassung und beim Finden optimaler Programmierstrategien zu helfen.
Marco Reiß, bei Iscar produktverantwortlich für den Werkzeug- und Formenbau, weiß um die Anforderungen seiner Kunden: ¿Letztlich geht es um Fertigungslösungen und nicht um Werkzeuge aus dem Katalog. So sind auch die maximalen Schnittwerte von Werkzeugen eine Sache. Eine andere Sache ist, wie ich diese umsetze. In der Praxis kann es sinnvoller sein, anstatt möglicher 50% Zeitvorteil gegenüber konventionellen Werkzeugen nur 30% auszunutzen, dafür aber produktionssicher. Es muss immer überlegt werden, wo will ich hin? Und welche maschinenseitigen Voraussetzungen habe ich? Die mögliche Obergrenze muss nicht immer ausgereizt werden.¿
Auf die DMU 125, neben der noch größeren Huron Ex eine der beiden großen Fräsmaschinen in Redwitz, kommen in erster Linie die FeedMill-¿Kraftpakete¿ oder die flexiblen MultiMaster-Kugelfräser von Iscar. Vor einiger Zeit durften wir in der Special Tooling die FeedMill-Werkzeuge vorstellen, die für sehr hohe Vorschübe ausgelegt ¿ bis zu 3.5 mm/Zahn ¿ als ¿die Stars¿ bei der Hochleistungszerspanung anzusehen sind. In den Plan- und Schaftfräsern werden spezielle positive Trigon-Wendeschneidplatten verwendet. Deren Schneidenprofil einen geringen Anstellwinkel erzeugen und somit hohe Vorschübe ermöglichen.. Lothar Unglaub zu den Besonderheiten: ¿Die resultierenden Schnittkräfte werden axial in Richtung Spindel gelenkt. Dadurch sind hohe Vorschubwerte und große Auskraglängen bei der Bearbeitung möglich, ideal für tiefe Auskammerungen. Die Wendeschneidplatten haben an der Unterseite einen Zylinder, der in eine passende Aussparung im Plattensitz passt. Durch diese Konstruktion nimmt die Wendeschneidplatte die aus dem hohen Vorschub resultierenden Kräfte auf. Diese spezielle Konstruktion des Plattensitzes reduziert die Belastung, der die Klemmschraube normalerweise ausgesetzt ist.¿ Vorbei die Zeiten, als einem nach einem Schraubenbruch schon einmal die Wendeschneidplatte um die Ohren fliegen konnte.
Helmut Schmidt, bei PS für die Arbeitsvorbereitung und die Technik verantwortlich, kann nach seiner bisherigen Erfahrung die von Iscar publizierten, hohen Vorschubwerte für FeedMill nur bestätigen, auch wenn er weiß: ¿Bei 3,5 mm/Zahn ¿ da muss aber alles passen. Die Maschine, das Werkzeug und vor allem auch die Programmierung. In der Regel reizen wir die Maximas nicht aus, da für uns Zuverlässigkeit, etwa in der mannlosen dritten Schicht, auch einen hohen Stellenwert hat.¿ Die jeweilige Aufgabe hat immer ihr eigenes Gesicht und es gilt, alle Parameter zu optimieren. Lothar Unglaub: ¿Uns geht es darum, Strategien aufzuzeigen, wie das jeweilige Werkzeug optimal genutzt wird.¿ In Redwitz ist man diesbezüglich auf dem besten Weg. Auch wenn man derzeit die Zeitvorteile nicht quantifizieren möchte (bei den Unikaten eines Werkzeugbaus fehlt es an echten Vergleichsmöglichkeiten), so spricht man doch von deutlichen Einsparungen. Für das Fräsen von Aufbauteilen und Formen, sowie für das Fräsen von Taschen für die Mechanik der Formen ist FeedMill in Redwitz zur ersten Wahl geworden. Die flexible MultiMaster-Serie, mit der in Sekundenschnelle der Fräskopf gewechselt werden kann, wird vorwiegend zum Vorfräsen der Kontur in weichem und hartem Zustand eingesetzt, ebenso wie zum Konturfräsen von Freiformflächen und Tuschierflächen. In weiten Teilen hat das MultiMaster-System den Einsatz klassischer Kugelfräser und torischer VHM-Werkzeuge in Redwitz abgelöst. Mit relativ wenigen Werkzeughaltern und relativ vielen Fräsern steht das MultiMaster-System in Redwitz für höcshtmögliche Flexibilität. Ein einfaches Trapezgewinde mit zwei Auflageflächen sorgt für die nötige Stabilität und Genauigkeit bei MultiMaster. Die Fräser sind in Sekundenschnelle ausgewechselt.
Die Abspanraten zu erhöhen und dadurch schnellere Durchlaufzeiten zu generieren, das scheint der Schlüssel für Kosteneinsparungen zu sein, eine Einsicht, die sich in Redwitz schon im Alltag verfestigt hat. Helmut Schmidt kann dies nur bestätigen: ¿Seit dem Einsatz von FeedMill-Werkzeugen sind wir deutlich schneller geworden, was die Durchlaufzeiten betrifft. Aber man darf nicht vergessen, dass dies nicht am Werkzeug alleine liegt. Das Gesamtsystem, bestehend aus Maschine, Prog-
rammierung, Werkzeug, etc. muss stimmen, um zu optimalen Ergebnissen zu kommen. Es nützt nichts, wenn Sie etwa mit dem richtigen Werkzeug auf der falschen Maschine Maximalwerte fahren wollen, oder umgekehrt. Das geht mit Sicherheit schief.¿
In diesem Punkt ist Schmidt einmal mehr deckungsgleich mit der FMR-Philosophie: das Gesamtsystem ist entscheidend. Wer könnte in aller Kürze die Grundzüge der FMR-Philosophie besser erklären als Marco Reiß: ¿F.M.R. (Fast Metal Removal) beinhaltet als dreistufiges Konzept die Fertigungs-Philosophie, die Analyse zur Bestimmung der künftigen Strategie, und zu guter Letzt deren Umsetzung in die Praxis. Ausgehend von einer gründlichen Analyse der Bearbeitungsanforderungen, sollen mit einer FMR-Lösung größere Abspanraten in kürzerer Frist mit höherer Qualität und bei maximalen Werkzeug-Standzeiten erreicht werden. Besseres Zerspanen setzt jedoch grundsätzlich den Einsatz des jeweils technologisch höchsten sowie aktuell anwendbaren Werkzeug-Standards voraus, was bei ISCAR durch permanente Innovationen gewährleistet wird.¿
Auch hier scheint sich der Kreis wieder zu schließen. Reinhold Sterzers Unternehmensphilosophie und FMR ¿ im Grunde genommen eins. Wer an den Werkzeugkosten spart, spart nachweislich am falschen Platz. Neutrale Untersuchungen belegen, dass die Werkzeugkosten an den gesamten Produktionskosten nur einen Anteil von etwa 3% haben, auf das Rohmaterial, die Bearbeitungsmaschinen, die Qualitätssicherung, das Personal und andere Faktoren aber 97% entfallen. Versucht man nun, etwa durch den Einsatz billigerer Werkzeuge die Werkzeugkosten insgesamt um 20% zu senken, führt das bezüglich der Gesamtkosten zu einer totalen Einsparung von lediglich 0,6%. Das kann kaum der richtige Ansatz zur Senkung der Produktionskosten sein. Ist jedoch der Anwender in der Lage, dank höherer Standzeiten (50%) die Werkzeuge länger einzusetzen und die Wechselvorgänge zu reduzieren, so kann er bei gleichen Werkzeugkosten die Gesamtkosten bereits um 1,5% verringern. Mit FMR lässt sich aber nicht nur die höhere Werkzeug-Standzeit in mehr Profit umsetzen, sondern die Produktivität insgesamt teilweise bis zu 20% steigern, wodurch sich, bei Werkzeugkosten von nach wie vor 3%, am Ende rund 15% Einsparungen an den Produktionskosten ergeben. Zahlen die dem in jüngster Zeit arg gebeutelten Werkzeug- und Formenbau Hoffnung geben können. Da waren sich alle am Gespräch in Redwitz Beteiligten einig.
Zuletzt sei noch eine weitere Innovation aus dem Hause Iscar erwähnt, die bei PS bereits im Alltag Eingang gefunden hat. Die erst seit wenigen Wochen auf dem Markt verfügbaren neuen Schruppschlichtfräser die sowohl mit einer Schlicht- wie mit einer Schruppverzahnung versehen sind, haben in Redwitz schon die ersten Bewährungsproben hinter sich. Kurz und knapp: Es ist mit diesem Werkzeug möglich, beide Arbeitsgänge zu vereinen (also einen zu sparen). In vielen Fällen ist das durchaus möglich, auch in Redwitz, wo man teilweise damit schon fertig bearbeitet hat. Die erzielte Oberflächengüte erreicht in der Regel die Vorgabe. Helmut Schmidt zeigt sich sehr angetan von diesem hochproduktiven Werkzeug: ¿Ich war schon beeindruckt, mit diesem Werkzeug Taschen fertig fräsen zu können, wo bei Zustellungen von 1 oder 1,5 x D der Fräser locker durchs Material fährt.¿ Marco Reiß. ¿Hierbei handelt es sich zusätzlich um einen echten Problemlöser. Denken Sie nur an rostfreie Stähle oder Titan, wo beim Auskoffern Probleme mit der Spanabfuhr nicht selten zum Werkzeugbruch führen können. Durch die einzigartige Span-Segmentierung, es wird ein Schrupp- und ein Schlichtspan erzeugt, stellt sich das Problem erst gar nicht. Das heißt, was der eine Stehen lässt, putzt der andere wieder Weg.¿ Auch diese Innovation passt in die FMR-Philosophie ¿ und in die von PS Werkzeugbau.