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Der mittelständische Werkzeugbau leistet Widerstand – gegen den Fortzug seiner Kunden. Bestes Mittel im Kampf um Aufträge ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit! Mit einem MoldCenter von OPS-Ingersoll gelingt dem Beckmann Werkzeugbau der Einstieg in die automatisierte Fertigung.
Auch Ostwestfalen/Lippe, längst nicht nur von Landwirtschaft geprägt, ist eines der innovativsten Zentren des mittelständischen Werkzeug- und Formenbaus. Zu seinen Technologieführern gehört die Firma Beckmann Werkzeugbau GmbH & Co. KG in Bad Salzuflen. Aber - trotz der Spezialisierung auf Spritzgießwerkzeuge für anspruchsvolle Kunststoffteile mussten Führung und Mannschaft so manchen Kunden in die Ferne ziehen lassen: die Niedrigpreise fernöstlicher Konkurrenz schienen unwiderstehlich. Hohe Qualität und ein Werkzeug-Full-Service reichen alleine nicht – das war Firmengründer Rudolf Beckmann längst klar. Mit festem Willen zur Optimierung konnte die Lieferzeit auf sechs Wochen gedrückt werden und schon kehren die ersten Kunden zurück. Um diesen Prozess fortzuschreiben, muss der Rationalisierungsprozess weitergehen. Die Anschaffung einer neuen Senkerodiermaschine war Minimalziel. OPS-Ingersoll, mit drei Maschinen ein bewährter Partner im Haus, brachte sein aktuelles Spitzenprodukt, das MoldCenter, ins Gespräch und Rudolf Beckmann spürte intuitiv: das ist es. Die Verknüpfung von HSC-Fräsen und Senkerodieren in einer Anlage, die automatisiert im 24h-Betrieb läuft, kann seine Lieferzeiten weiter verkürzen. Faszinierend die Option, Werkstücke in einer Aufspannung fertig bearbeiten zu können; enorm die Zeitersparnis, bislang voneinander getrennte Vorgänge zusammenzufassen; perfekt die Qualität der bearbeiteten Werkstücke. Fertigungsprozess-Sicherheit ist hier oberste Priorität, das MoldCenter wurde angepasst: Senkerodier- und HSC-Fräsmaschine können auch einzeln genutzt werden, ein 24h-Service ist garantiert. Im Dezember war es soweit: Mit der Senkerodiermaschine Gantry 500, dem Handlingsystem MultiChange performance und der HSC-Fräsmaschine OPS 650 wurden topaktuelle Komponenten der Burbacher Maschinenspezialisten zum MoldCenter vereint. Ein Fertigungssystem, das „aus einem Guss“ entwickelt, hergestellt und konfiguriert wird, der Kunde hat nur einen Ansprechpartner. Das gilt auch auf der persönlichen Ebene: Für den Beckmann Werkzeugbau ist es Michael Cuso, Techniker Automation und After Sales Service/ OPS-Ingersoll. Seine Themen sind Mitarbeiterschulung, Systemeinrichtung und VorOrt-Support bei der Produktionsaufnahme. Permanente Sicherheit bietet der Teleservice, der im „Fall des Falles“ per ISDN-Leitung direkten Zugriff auf das MoldCenter hat. Der Wandel ist im Hause Beckmann fester Bestandteil des Betriebsalltags. Spritzgießwerkzeuge sind Einzelfertigungen für die Herstellung anspruchsvoller Kunststoffkomponenten aus Medizintechnik, Telekommunikation und Fahrzeugtechnik. Ihre technologischen Vorgaben bestimmen die konstruktive Gestalt: Schließsystem, Kavitätenzahl und Laufzeit ändern sich von Werkzeug zu Werkzeug. Die moderne 3D-Konstruktion realisiert eine beachtliche Formen- und Funktionsvielfalt. Seit 1998 zählt das Unternehmen zur Fennel KG, einer international tätigen Unternehmensgruppe der Kunststoffverarbeitung, und mit Herbert Lückingsmeier wird dem Gründer ein markterfahrener Werkzeugmacher als Geschäftsführer folgen. Das hohe Fertigungsniveau erleichterte die Integration des MoldCenters beträchtlich: Die Senkerodier-Schulung konnte sich auf die aktuelle 64-bit-NC-Steuerung der neuen Maschine konzentrieren. Das Arbeiten mit Graphitelektroden ist gängige Praxis und wurde in der Gantry-Baureihe weiter perfektioniert. Schulungs-Hauptthema blieb die Einweisung in die Job-Management-Software MultiCellPro. Sie koordiniert Bearbeitungsprozesse und ihre Abfolge gemäß Job-Priorität. Einmal aufgespannt und eingemessen, werden die Werkstücke von den Greifern des Handlingsystems ihrer Fertigbearbeitung zugeführt. Die Magazine fassen acht Werkstückpaletten und 184 Elektrodenhalter, die mit Transponderchips bestückt sind. So identifizieren Roboter und Maschinen jedes Werkstück sicher. Step-by-step lässt sich das Moldcenter zur vollen Leistung „hochfahren“, für den Beckmann Werkzeugbau eine wichtige Option, um bei voller Prozesssicherheit Erfahrungen zu sammeln. Die ersten zwei Monate MoldCenter-Betrieb waren überzeugend: Die Bearbeitungsgeschwindigkeiten beim HSC-Fräsen und Senkerodieren haben sich verdoppelt, die Präzision der gefrästen Graphitelektroden ist deutlich höher. Gleiches gilt für die Werkstück-Oberflächengüten der gehärteten Werkzeugstähle 1.2767 und 1.2343 – sichtbar am sinkenden Anteil manueller Nacharbeit. „Wir merken deutlich, wie stark unser Durchsatz steigt.“ bestätigt André Simmonsmeier, Abteilungsleiter Erodieren bei Beckmann Werkzeugbau. Der mannlose Betrieb läuft, abgesichert durch die SMS-Alarmoption. Ist der aktuelle Auftragsboom abgearbeitet, wird die letzte Ausbaustufe des MoldCenters „gezündet“. CAM-Dateien können ohne manuellen Eingriff übernommen werden, der als häufige Fehlerquelle ausgeschaltet wird. Das hauptzeitparallele Rüsten bleibt die Kernaufgabe der Werker. Gemeinsam mit Zwicker Systems, die in Sachen Steuerungsautomation mit OPS-Ingersoll kooperieren, wird der „nahtlose“ Datenfluss CAD/CAM/CNC realisiert. Angetrieben von einem klaren Bekenntnis zum eigenen Standort geht die Firma Beckmann Werkzeugbau GmbH & Co. KG den Weg in Richtung eines automatisierten Workflows.