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Das konturnahe Temperieren der Kavitäten in Spritzgießwerkzeugen ist seit jeher eine Herausforderung für die Werkzeugbauer. Je komplexer das Formteil, desto anspruchsvoller ist die Aufgabe. Die FIT-Fruth Innovative Technologien GmbH hat ein aus dem Spritzgießen von Prototypen bekanntes Verfahren zur Herstellung von Werkzeugeinsätzen weiterentwickelt: Die Oberpfälzer stellen temperierte Einsätze für Serienwerkzeuge mittels Direkt-Metall-Laser-Sintern her.
FIT präsentiert sich in diesem Jahr erstmals auf der Fakuma in Friedrichshafen. Das auf Schichtbautechnologien spezialisierte Unternehmen stellt branchenübergreifend Prototypen und Funktionsmuster aus Kunststoffen und Metallen her. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen konturnah temperierte Werkzeugeinsätze für Serienwerkzeuge, das Spritzgießen von Prototypenteilen aus Serienwerkstoffen sowie die Herstellung der dafür erforderlichen Werkzeuge. Für die Herstellung der Serieneinsätze wie auch der Prototypenwerkzeuge setzen die Oberpfälzer das Direkt-Metall-Laser-Sintern (DMLS) ein. Entgegen einer vielfach geäußerten Vermutung besitzen diese Werkzeugeinsätze ein dichtes Gefüge, weshalb beispielsweise die Temperierkanäle auch unter Druck vollkommen dicht sind. Zu den entscheidenden Vorteilen des Verfahrens gehört neben dem großen Gestaltungsspielraum auch die Möglichkeit, innerhalb des Werkzeugs verschiedene Temperierkreisläufe mit strömungsoptimierten Kanälen zu integrieren. Bearbeiten lassen sich die so hergestellten Werkzeugeinsätze ganz normal mit den bekannten Verfahren. Die Größe dieser Werkzeugeinsätze wird vom Bauraum der Lasersinteranlagen begrenzt. Aktuell kann FIT Einsätze bis maximal 250 x 250 x 180 mm (B x T x H) anbieten. Als Werkzeugstahl kommt ein martensitischer 1.2709 Stahl zum Einsatz, der bis auf 52 HRC gehärtet werden kann. Das Material zeichnet sich durch seine gute Zähigkeit bei gleichzeitig hoher Festigkeit aus und eignet sich problemlos für Großserienwerkzeuge. Für ganz spezielle Fälle kann FIT die Temperierkanäle auch als Gitterstruktur ausführen. Diese so genannten Selective-Space-Structures (3S) übernehmen innerhalb der Kanäle die Leitfunktion der Temperiermedien, seien es Gase oder Flüssigkeiten, was etwa den gezielten Kühlmittelfluss bis an die Kavitätenober-fläche gestattet.
Fakuma: Halle A7, Stand 7236