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Eurocopter gilt als Hubschrauberhersteller weltweit als die Nummer eins. In der Vorserie dieser Helikopter hat sich mittlerweile die Modellbau Roth GmbH in Theuma bei verschiedenen Typen einen Namen gemacht. Bernd Roth, Geschäftsführer gleichnamigen Modellbaus, investierte auch deshalb in eine Handtmann UBZ 200/300T2. Das Fünf-Achs-Universalbearbeitungszentrum wurde ausschließlich für die Aluminiumbearbeitung, vorrangig für die Flugzeugindustrie, angeschafft. Mit Erfolg, wie sich zeigt.
Eurocopter bestätigte 2006 wieder einmal seine Marktführerschaft mit Auslieferungen von insgesamt 381 neuen Militär- und Zivilhelikoptern im zivilen und halbstaatlichen Hubschraubermarkt. Gleichzeitig bedeutete das einen massiven Anstieg des Umsatzes. Tiger, NH90 oder EC 135 sind also Begriffe, die bei so manchem Hubschrauberenthusiasten für Begeisterung sorgen. Und auch für Bernd Roth zählen Hubschrauber mit der Flugzeugindustrie, dem Maschinenbau und Schienenfahrzeugen zu den wichtigsten Branchen. Den Einstieg schaffte das Unternehmen mit der Progammierung eines Hubschrauberdaches. Ohne CAD-Daten wurde das Dach digitalisiert, die Linienzüge konstruiert und gefräst. Auch heute noch sind die Werkstücke für gewöhnlich so komplex, dass zahlreiche Wettbewerber Aufträge ablehnen müssen. Nach der Dachdigitalisierung ist man in dieser Branche aber auf den Modellbau in Theuma aufmerksam geworden. Die Anfragen und Aufträge häuften sich, es musste in eine neue Maschine investiert werden. Außenbeplankung, Träger und Türhäute für Airbus und Eurocopter, aus Magnesium, Aluminium oder Kohlefaser mit Abmessung 2.000 x 3.000 Millimeter, das sind die Werkstücke, die im sächsischen Theuma jetzt auf der UBZ 200/300T2 bearbeitet werden. Bei den Türhäuten für den Airbus beispielsweise werden die kompletten Umrisse sowie die Aussparungen für Fenster und Türhebel gefräst. Bevor es aber so weit war, hat sich Bernd Roth natürlich einige Maschinen angesehen und in der Handtmann für sich ganz entscheidende Vorteile gesehen: „Das Handtmann-Konzept war für uns ideal. Im Gegensatz zu anderen Maschinen sieht man einfach, dass alles präzise durchdacht ist. Zunächst ist es die komplette Einhausung und die zent-rale Absaugung. Das ist besonders bei der Bearbeitung von Kohlefaser wichtig. Die Kabelführungen oder Leitungen – es ist alles sauber verlegt. Andererseits wollten wir auch keine Linearantriebe. Wir fräsen sehr viel Freiformflächen, da sehen wir mit den Linearantrieben kein vertretbares Kosten-Nutzenverhältnis. Selbst wenn es auch bei uns um Zeit geht, so suchen wir nicht die Sekunde.“ Das Fünf- Achs-Bearbeitungszentrum mit stehendem Portal (Werkstück fahrend), mit drei Linearachsen in X, Y und Z sowie zwei Drehachsen in C und A ist modular aufgebaut und verfügt zudem über eine Spezialbetonfüllung zur Schwingungsdämpfung. Die Highlights des Bearbeitungszentrums sieht Bernd Roth aber auch in der Wiederholgenauigkeit von 5 µm, der Spindelleistung von 45 kW und Drehzahlen bis 30.000 min-1. Auch wenn die Verantwortlichen in Theuma die Maschinen nicht bis ans Limit auslasten wollen und nur bis 24.000 min-1 drehen, die Leistung will man nicht missen, denn das Aluminium für die Luftfahrtindustrie oder auch Kohlefaser sind relativ kritische Werkstoffe. Weniger kritisch, aber fast schon spektakulär, ist das aktuelle Holzmodell für ein großes Getriebegehäuse, das derzeit in Theuma angefertigt wird. Das Gießereiwerkzeug läuft 30 Stunden auf der Maschine. Da ist dann auch der 36-fach Werkzeugwechsler notwendig. Als das Unternehmen 1991 mit einem Mann gegründet wurde, waren Gießereimodelle noch das Hauptgeschäft. Da wurden vom Kunden Zeichnungen zur Verfügung gestellt, von den sächsischen Modellbauern modelltechnisch aufbereitet, und dann von Hand ein Modell gebaut und vermessen. Es können auch Gussteile mit Modellen inklusive der mechanischen Bearbeitung geliefert werden. So war beispielsweise ein Zahnrad für eine Rohrmühle mit einem Durchmesser von 2.500 mm einer der „größeren Aufträge“ in Theuma. Heute freilich konzentriert sich Bernd Roth auch auf den Prototypenbau. Mit der UBZ 200/300T reicht das mittlerweile unter anderem vom Rasenmähergehäuse bis hin zu kompletten Auto-, Schiebe- und Klimadächern oder Heckklappen aus Magnesium für Kraftfahrzeuge aus der Premiumklasse. Diese Klimadächer für Schienenfahrzeuge passen mit den Abmessungen bis drei Meter gerade noch auf die Maschine. Alles in allem ist Bernd Roth deshalb mit der UBZ 200/300T2 äußerst zufrieden: „Die Maschine läuft und läuft und läuft. Wir hatten bislang kein einziges Problem.“ Bleibt abschließend nur zu wünschen, dass es so weiter geht. Auch wenn der Modellbau Roth bislang nur für die Vorserie verantwortlich war, stehen die Vorzeichen gut, denn Ende 2006 unterzeichnete die spanische Regierung einen Kaufvertrag über 45 Transporthubschrauber. Die ersten Lieferungen sind für 2010 geplant. Mit diesem neuen Vertrag steigt die Zahl der bestellten NH90 auf insgesamt 445 Stück.