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von Harald Klieber Stamping-Days, Turning-Days – und ab Juni richtet Ulrich Brosz die neue, regional-orientierte Zulieferer-Messen für Zulieferer, Ausrüster, Dienstleister und Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus aus. „Zukünftig wird die wfb-Zulieferer-Messe direkt in den Hochburgen des Werkzeug- und Formenbaus NRW, Baden-Württemberg und Bayern stattfinden“, verspricht der Veranstalter. Special tooling hat nach den Hintergründen gefragt.
Herr Brosz, den Buchungsschluss für die neue wfb haben Sie auf den 31. März 2009 datiert, aber wie sind sie auf die Idee der Zulieferermesse für den Werkzeug- und Formenbau gekommen?
Wir haben im Sommer 2008 eine sehr erfolgreiche Zulieferer-Messe für den Maschinenbau in Siegen veranstaltet. Während dieser Veranstaltung haben uns einige Unternehmer angesprochen und gefragt, ob wir nicht eine vergleichbare Messe für den Werkzeug- und Formenbau in Südwestfalen veranstalten möchten. Unsere Recherche hat dann gezeigt, dass tatsächlich ein spürbares Aussteller- und Besucherpotenzial für eine solche regional-orientierte Messe vorhanden ist. Speziell die Regionen Märkische Kreis, Siegen-Wittgenstein und das Hochsauerland sind Hochburgen des Werkzeug- und Formenbaus in NRW. Siegen ist also der passende Veranstaltungsort für die wfb. Weitere Cluster, die wir im Visier haben, sind Bayern und Baden-Württemberg.
Warum haben Sie aber einen eher ungewöhnlichen 10-monatigen Veranstaltungsturnus gewählt?
Der 10-Monats-Turnus ist im Moment keine fixe Konstante. Fakt ist, dass wir den großen Fachmessen der Metallverarbeitung terminlich aus dem Weg gehen. Wir bewegen uns also in einem breiten Zeitfenster. 10 Monate ist aber der angenommene Mindestabstand zwischen zwei Veranstaltungen.
Haben Sie schon das eine oder andere Zugpferd?
Wir haben mit einigen hauptsächlich national ausgerichteten Unternehmen der Branche Kontakt aufgenommen und bezüglich der Messe-Idee ermunternden Zuspruch erhalten. Auch Buchungen liegen bereits vor.
Wie äußert sich der Zuspruch, oder wie ist das Feedback bisher aus der Branche?
Bisher haben wir die Informationen über die neue wfb-Messe nur spärlich gestreut und wundern uns über die Anzahl der Anfragen. Die Messe-Idee wird sehr gut angenommen, eine ablehnende Haltung hat bisher kein Unternehmen gezeigt, eher das Gegenteil.
Aussteller sollen Zulieferer für den Werkzeug und Formenbau sein, also vor allem Maschinen- und Werkzeughersteller…?
Nein, nein. Keinesfalls nur Maschinen- und Werkzeug-Hersteller! Die Aussteller kommen aus der gesamten Zulieferer-Kette für Werkzeug- und Formenbau-Unternehmen. Hier wird der Bogen gespannt von der Maschinen- und Werkzeugtechnik über Steuerung, Automatisierung, Rapid Prototyping, Qualitätssicherung bis hin zur Fertigungsplanung und den Dienstleistungssektor und, und, und…. Ich bin mir sicher, dass wir Aussteller aus Branchensegmenten bekommen, die wir noch gar nicht in der Nomenklatur haben. Zumindest ist das bei unseren anderen Messen so gelaufen…
Welchen Mehrwert versprechen Sie mit Ihrem Messekonzept dieser mittelständischen Branche?
Der Mehrwert liegt einerseits in der regional-orientierten Ausrichtung und andererseits im speziellen Typus der Messe. Die neuen wfb – Zulieferer-Messen für den Werkzeug- und Formenbau sind auf den heimischen Markt, sowie auf die regionalen Marktteilnehmer ausgerichtet und folgen dem Trend, Messen dort zu veranstalten, wo die Messebesucher zuhause sind. Daher veranstalten wir direkt in den Werkzeug- und Formenbau-Clustern, quasi vor der Haustüre der Messebesucher. Näher am Werkzeug- und Formenbauer kann man als Aussteller auf einer Messe also nicht sein. Und, wir tragen mit diesem Konzept der Tatsache Rechnung, dass gerade die Präzisions-Metallverarbeitung mit ihren spezialisierten Fertigungsstufen Arbeitsteilung innerhalb von Wertschöpfungsketten praktiziert. Und zwar meist mit Partnerunternehmen und Zulieferern vor-Ort im engen regionalen Verbund. Die Messen sollen die regionalen Ressourcen mobilisieren und leben auch vom in der Branche stark diskutierten Netzwerk-Gedanken.
Und der »spezielle Typus« der Messe?!
Die Veranstaltungen selbst sind als Tischmessen konzipiert. Das hat drei Vorteile: Erstens ist die Teilnahme an der zwei-tägigen Veranstaltung extrem kostengünstig. Wir selbst bezeichnen unsere Veranstaltungen mittlerweile als „Mitnahme-Messen“, weil die Teilnahme an den Veranstaltungen ohne großen planerischen und finanziellen Aufwand von den meisten Ausstellern einfach so mitgenommen wird. Zweitens sind die Messestände standardisiert. Das bedeutet, kleine Unternehmen können sich gleichwertig neben Großunternehmen präsentieren, ohne in deren Aura zu verglühen. Und drittens fällt, beispielsweise für Maschinenhersteller, der gesamte logistische Aufwand weg, weil auf unseren Veranstaltungen aufgrund der Räumlichkeiten keine großen Maschinen gezeigt werden können. Wir favorisieren hier die Urform der angelsächsischen Tischmesse: Präsentation ohne Materialschlacht.
Geht das im Formenbau – ohne Materialschlacht?
Wir haben auf unseren Fachmessen hinreichend bewiesen, dass man Investitionsgüter jeder Art, deren Funktionen und Wirkungsweisen dem Fachmann bekannt sind, verkaufen kann, und zwar ohne die Exponate live zu zeigen. Das dürfte für Erodiermaschinen ebenso zutreffen wie für Hochleistungsstanzautomaten. Spritzgießwerkzeuge und/oder Stanzformen können natürlich problemlos gezeigt werden. Darüber hinaus bezieht sich der Verzicht auf die Materialschlacht natürlich auch auf den Messestand, und dem damit verbundenen Aufwand. Für eine zwei-tägige Messe lohnt der Aufwand eben nicht, und viele Aussteller sind froh, dass sie durch die Nivellierung der Präsentationsform diesen Aufwand nicht treiben müssen.