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Geheimnis Magazinierung

von Harald Klieber OPS Ingersoll hatte zur AMB mit dem langjährigen Automationspartner Zwicker Systems eine neue, gemeinsame Linear-Automationslinie entwickelt. Auf einer Linearschiene installiert, verbindet ein 6-Achsen-Knickarm-Roboter dabei HSC-Fräsmaschinen, Senk-Erodiermaschinen oder auch Mess- und Reinigungsanlagen. Für die maximale Verfügbarkeit sorgen dabei Master- und Arbeitsmagazine.

Optimal wäre natürlich für den Roboter und die Verfahrwege eine kreisförmige Anordnung der Maschinen und Anlagen. Aber der Normalfall sieht meist anders aus: Mehrere Maschinen stehen in einer oder zwei Reihen – da bietet sich besonders eine Roboterlösung auf einer Linearschiene an“, erklärt Karsten Bekemeier, COO bei Zwicker Systems in Nürnberg. Zwicker empfiehlt vor allem auch zur Nachrüstung die stationären 6-Achs-Knickarm-Roboter von Motoman, die nach Erfahrung von Karsten Bekemeier in der Regel eine deutlich höhere Lebensdauer gegenüber den eingesetzten Werkzeugmaschinen aufweisen. „Der Automatisierung sind damit fast keine Grenzen gesetzt: Wir setzen standardmäßig eine 5-m-Schiene ein, die fast beliebig mit 2- oder 3-Meter-Stücken ergänzt werden kann“, betont Karsten Bekemeier. Der Roboter sei nicht nur prädestiniert Erodier- und Fräsmaschinen zu bestücken, sondern auch Waschmaschinen, Lasermarkierungsmaschinen oder Koordinatenmessmaschinen mit Roh- und Fertigteilen zu versorgen. „Auch bei den Messmaschinen gibt es mittlerweile automatisierte Varianten, die mit einem Roboter perfekt bestückt werden können. So lassen sich die Solids automatisch vermessen – die Messpunkte dafür werden bereits im CAD festgelegt“, skizziert Karsten Bekemeier das automatisierbare Prüfprotokoll. „Zwicker war und ist bei dieser Technologie absoluter Vorreiter“, unterstreicht Karsten Bekemeier. Mittlerweile hätten rund 200 Kunden die dazu eigens entwickelte Software von Zwicker im Einsatz. In diesem Zusammenhang bieten die Nürnberger Automations-Experten für maximale Transparenz ein modulares Betriebssystem für die Fertigung an, das leicht zu handeln und jederzeit anpassbar ist. „Mit diesem digitalen Job-Management lassen sich alle Bearbeitungszustände von jedem Ort aus einsehen und managen“, erklärt Karsten Bekemeier den Konzeptgedanken, der auch in der neuen Automationslinie MultiChange linear bei OPS Ingersoll erhebliche logistische Vorteile bringt. Die Steuerung des Systems erfolgt über den ZS.Linemanager und ist voll integriert in die komplette ZS-Softwareumgebung zur Organisation der Prozessabläufe im Werkzeug- und Formenbau. Die sichere Identifikation aller verwendeten Werkstücke und Elektroden erfolgt unmittelbar beim Ein- und Auslagern der Komponenten in das System über ZS.Flashident, der von Zwicker Systems patentierten Identifikationseinheit. Somit ist eine höchst einfache und für den Bediener übersichtliche Bearbeitungsstruktur gegeben. „Sie können neue Teile einschleusen, fertige Teile ausschleusen oder auch Instandhaltungsarbeiten durchführen – nicht direkt betroffene Maschinen, Anlagen oder Magazine arbeiten ohne Leistungseinbußen weiter“, beschreibt Dr.-Ing. Georg Zander den größten Pluspunkt des neuen MultiChange-linear-Systems. „Das Geheimnis steckt dabei in der Magazinierung“, verrät der Technische Direktor bei OPS-Ingersoll in Burbach. Dazu seien zwei Magazin-Typen kreiert worden: die Arbeitsmagazine, die die Teile puffern, und die Mastermagazine, die als Übergabestationen fungieren und von einer Seite vom Werker be- und entladen werden können. „Das Be- und Entladen stört damit weder den eigentlichen Fertigungsablauf, noch die optimierten Transportwege des Roboters – was sich in sehr kurzen Durchlaufzeiten bemerkbar macht“, erklärt Georg Zander den logistischen Trick. Die Rohlinge und Halbzeuge werden auf Werkstückträgern in das Mastermagazin eingeschleust und bringen per RFID-Chip bereits ihre gespeicherten Abmessungen mit. „Die Software regelt dann den Rest – und teilt dem Roboter mit, wann und wo welcher Rohling bearbeitet, gegebenenfalls gereinigt und vermessen wird. „Es geht also alles vollautomatisch. Und mit dem superflexibel programmierbaren Roboter kann das wichtige Mastermagazin genau dort hingestellt werden, wo die Werker den besten Zugang haben. Mit unserem System sind also für den Bediener die Zeiten der unübersichtlichen Regale ein für alle mal vorbei.“ Georg Zander verspricht mit dem MultiChange linear ein Höchstmaß an Flexibilität und Übersichtlichkeit. So könnten künftig auch tagsüber Reparaturarbeiten ausgeführt werden. Und nach einem Fräserbruch müsste lediglich das beschädigte Teil ausgeschleust werden, was im Mastermagazin durch ein rotes statt einem grünen Licht signalisiert wird. „Unser MultiChange linear haben wir aber nicht nur für Erodier-Elektroden ausgelegt, für die wir automationsgerechte Spannmittel anbieten. Sie können anstatt der üblichen 320 x 320 mm auch grössere Paletten bis 600 x 400 mm und kleinere Paletten einschleusen“, erklärt Georg Zander. Entsprechend hat OPS-Ingersoll verschiedene Roboter im Programm für 165 bis 600 kg Traggewicht.

www.ops-ingersoll.de

www.zwicker-systems.com



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