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von Harald Klieber Mehr Flexibilität geht wohl nicht mehr: Statt neue Werkzeugmaschinen mit kleinen Palettenpools anzuschaffen, entschied sich SMW-Geschäftsführer Fritz Rehm beim Hallenneubau in 2001 für die erste MLS-Lösung von Fastems. Mittlerweile nutzt SMW zwei auf Basis von Hochregallagern aufgebaute FFS für die dreischichtige Bestückung von acht Heller-Bearbeitungszentren sowie als Materialspeicher unter anderem auch für mehrere Schleifzentren – „denn Speicherplatz ist immer willkommen“, verrät Fritz Rehm eine seiner Philosophien.
Rund 1.000 Drehmaschinen rüstet SMW-Autoblok weltweit monatlich mit Spannmitteln aus. „Davon sind mittlerweile gut 80% Systemlösungen, also spanntechnische Problemlösungen“, erklärt SMW-Geschäftsführer Fritz Rehm. SMW-Autoblok bedient mit Spanntechnik vom Kraftspannfutter samt Spannzylinder, Lünetten bis zum pneumatisch-hydraulischen Vorderendfutter vor allem die Automobilindustrie, Luftfahrt, Druckmaschinenhersteller die Ölfeldindustrie und natürlich die OEMs, also die Werkzeugmaschinenproduzenten. „Übrigens auch in Japan, wo wir schon seit gut 30 Jahren präsent sind.“ Vor kurzem eröffnete die deutsch-italienische Unternehmensgruppe eine neue Fertigungsstätte in Shanghai. „Indien ist im Aufbau“, unterstreicht Fritz Rehm, der SMW-Autoblok mit weltweit gut 500 Mitarbeitern als führenden Spannwerkzeugausrüster für Drehmaschinen sieht. Die Kapazität der SMW-Autoblok in Meckenbeuren zwischen Lindau und Ravensburg liegt derzeit bei rund 800 Spannmittel pro Monat. Das Gros der Bauteile die allesamt bei SMW-Autoblok entwickelt werden läuft dabei über zwei Anlagen mit je fünf Heller-Bearbeitungszentren und je einem 90 m und 62 m langen Hochregallager. Die übrigen, individuellen Teile produziert die ‚Werkstatt’ ein- bis zweischichtig meist binnen zwei Wochen. „Wichtig ist dort: Die gefertigten Spannmittel, Unikate, Prototypen werden kurzfristig angefragt und müssen termingerecht zur Verfügung stehen.“ Dagegen hat laut Fritz Rehm in der Produktionsabteilung Kostenmanagement bei gleichbleibend hoher Präzision absolute Priorität. „Deshalb gibt dort auch nicht der Kundenauftrag, sondern unsere eigene Produktionsplanung den Takt an. Obwohl die beiden Fertigungsanlagen im Abstand von sechs Jahren installiert wurden, sind sie vom technischen Leistungsvermögen völlig identisch. Den Unterschied macht nur der Arbeitsbereich“, betont Fritz Rehm. Die mit der Halle in 2001 errichtet Anlage kann einen Kubus von 800 mm bearbeiten und hat Kabinen-Rüstplätze. Die zweite Anlage ist in punkto Regalstärke und Palettengröße auf einen 1.250er Kubus ausgelegt. SMW fertigt darauf sämtliche ‚modularen Komponenten und Bausteine für das umfangreiche Produktprogramm – egal, ob zylindrisches Spannfutter, kubische Backen oder filigrane Einzelteile von Lünetten, Doppelkolbenzylindern oder pneumatischen Vorderendfuttern. „Hintergrund ist: Wir wollen unsere Zentren 24 Stunden, sieben Tage die Woche laufen lassen – und das können Sie mit der Fastems-Automation ideal und vor allem wesentlich kostengünstiger als mit mehreren Palettenpools bewerkstelligen“, reißt Fritz Rehm den Kostenvorteil an, den er neben der mittlerweile mannarmen Produktionsweise und der erheblich reduzierten Durchlaufzeit sehr schätzt. Denn vor 2001 verfügte die Spannmittelproduktion bei SMW nur über Einzelmaschinen mit Palettenpool und Werkzeugmagazin. Nachtschichten konnten nicht komplett ausgenutzt werden, an mannloses Produzieren war gar nicht zu denken. Grund war und ist: „Die Bearbeitungszeiten unserer Komponenten schwanken stark. Wir haben Lang- und Kurzläufer mit 4 Stunden oder nur 15 Minuten. Es kam also damals bei nur vier Palettenplätzen extrem auf die richtige Mischung an“, erinnert sich Fritz Rehm. Wie solche Bearbeitungs-Zeitsprünge zu meistern sind, erlebte Fritz Rehm erstmals bei einem Schweizer Maschinenhersteller, der schon damals mehrere Fastems-Anlagen erfolgreich betrieben und damit sehr zufrieden war. Dennoch übersah Fritz Rehm nicht die Schnittstellenprobleme aufgrund der verschiedenen Maschinentypen. „Mein Resümee war: Die Fastems-Lösung war sehr erfolgversprechend. Allerdings bringen alte Maschinen und verschiedene Typen Schnittstellenprobleme.“ Die Wahl schien also gefallen, zumal Fritz Rehm gravierende Nachteile bei Maschinen mit eigenem Linear- oder Palettenpool sah. „Solche Lösungen erreichen nie diese Flexibilität, können keine anderen Maschinen einbinden und sind obendrein sehr teuer. Unterm Strich kostet beispielsweise die Automation von fünf Bearbeitungszentren mit je vier Palettenplätzen nahezu gleich viel wie ein Hochregal mit 600 Palettenplätzen. Und Sie haben einen großen Vorteil: Die Fastems-Lösung wird auf unabsehbare Zeit bleiben – die Maschinen werden aber ohne größeren Aufwand kommen und gehen“, unterstreicht Fritz Rehm. Günstig waren bei SMW aber auch die Randbedingungen: Denn das damals deutlich ausgeweitete Produktprogramm machte 2001 einen Hallenneubau unumgänglich. „Das war natürlich die Idealsituation: Die neue Halle konnte optimal auf die neuen Maschinen mit aktueller, kompatibler Steuerungstechnik zugeschnitten und ausgelegt werden. Heute haben wir immer noch viel Spielraum in der Halle. Dennoch würde ich bei Status Quo die Hallenhöhe auf circa 12 Metern heraufschrauben, um noch mehr Speicherplatz zu gewinnen“, legt sich Fritz Rehm fest. Mit der zumindest für mehrere Schichten wohl unerschöpflichen Kapazität des Speichers können auf 8 m Höhe im 60-m-Regal 600 Plätze und auf 90 m 420 Plätze belegt werden. „Das Spannende daran ist die Flexibilität. Derzeit nutzen wir beispielsweise die 600 Plätze für 200 Bearbeitungspaletten und 400 Materialpaletten. Diese Aufteilung lässt sich aber binnen weniger Wochen verändern“, skizziert Fritz Rehm die Anpassung an die jeweilige Auftragslage. Dafür informiert SMW nur Fastems, das im Rahmen des Full-Service-Wartungsvertrages auch diesen Job übernimmt. „Grundsätzlich konzentrieren wir uns nur auf unseren Fertigungsaufgabe. Auch den Maschinenservice überlassen wir den Spezialisten – in dem Fall von Heller, die für uns die vorbeugende Instandhaltung betreiben“, beschreibt Fritz Rehm das Konzept. „Momentan erreichen wir pro Monat und Maschine rund 550 Maschinenstunden – die wir je nach Auftragslage jederzeit hochfahren können. Ziel sind natürlich 720 Stunden. Möglich ist das, weil das Fastems-Konzept uns nicht nur entscheidend kürzere Durchlaufzeiten und höhere Lagerkapazitäten beschert hat, sondern weil wir mit den separaten Rüstplätzen automatisch mit der ‚Rüstzeit Null’ arbeiten“, so Fritz Rehm. Das heißt: SMW muss deren NC-Programme einmalig einfahren und optimieren. „Die Prozesse werden dann quasi eingefroren und nur noch wiederholt“, erklärt Fritz Rehm. Das Fastems-System verwaltet die NC-Programme und Werkzeuge automatisch. Dort sind nicht nur die Schnittgeschwindigkeiten, sondern auch die Standzeiten eines jeden Werkzeugs hinterlegt. Die Werkzeuge werden auf der Maschine via Blum-Laser vermessen. Schwesterwerkzeuge sind so jederzeit abrufbar. „Das Fastems-System spielt das NC-Programm zur Maschine, dort wird es abgearbeitet. Falls Änderungen oder Optimierungen nötig werden, wird diese beim abschließenden Zurückspielen der Daten natürlich berücksichtigt und übernommen“, skizziert Fritz Rehm die Prozedur. Empfehlenswert sei dabei auch die Strategie der gleichen Maschinen. „Sie müssen das Teilespektrum, also die Programme nur einmal auf den Maschinentyp anpassen. Kehrseite der Investition ist allerdings die vielfach benötigte Palettenausstattung. Die Spannmittel amortisieren sich allerdings durch die höheren Maschinenlaufzeiten sehr schnell“, beruhigt Fritz Rehm, der vor allem wegen der Kosten auf einfache Vorrichtungen mit Schrauben und Spannpratzen zurückgegriffen hat. Unterm Strich sind für Fritz Rehm noch große Reserven im Fastems-System verborgen. Wichtig sei es allerdings schon bei der Auslegung die Kapazitäten richtig zu berechnen und somit die Anzahl der Bearbeitungszentren, aber auch der Regalbediengeräte auf das Notwendige zu beschränken. Ganz nach dem SMW-Wahlspruch: keep it simple.