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Der Name Dräxlmaier steht für automobile Innovationen. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Automobilzulieferern im Elektrik-/Elektronik- sowie Interieurbereich. Insbesondere Premium-Hersteller greifen auf das Know-how der Vilsbiburger zurück. Im Zuge eines aktuellen Projektes hat die Dräxlmaier Group zur Steigerung der Flexibilität ein Mess- und Scansystem von Faro angeschafft. Das System weiß vor allem durch die Kombination aus taktilen und optischen Messungen zu überzeugen.
Anfang der 1990er-Jahre begann in der Automobilindustrie ein massiver Wandel, der dazu führte, dass heute auf der Zuliefererseite Megaunternehmen den Markt dominieren. In diesem neu entstandenen Umfeld ist die Dräxlmaier Group eines der letzten Familienunternehmen, das sich erfolgreich behaupten konnte. Ein Fahrzeug von der ersten Idee bis hin zum realisierten Bordnetz, Gesamtinterieur oder Türmodul als Systempartner aus einer Hand erfolgreich zu betreuen, unterstreicht die Kompetenz und Leistung von Dräxlmaier. Deshalb überrascht es nicht, dass auf das Erfahrungspotenzial der Dräxlmaier-Spezialisten insbesondere Premium-Hersteller zurückgreifen. Für einen davon ist Dräxlmaier beispielsweise seit Anfang 2006 in einem Projekt für ein neues Fahrzeug tätig: Dabei gilt es, das Gesamtinterieur – von der Instrumententafel über die Türverkleidungen vorne und hinten sowie die Mittelkonsole und die Zierteile – für ein neues Modell bis zur Serienreife zu entwickeln. Zum Einsatz kommen in diesem Rahmen nur edelste Materialien. Eine wichtige Rolle bei diesem Projekt spielt die im Bereich Entwicklung angesiedelte Qualitätsplanung mit rund 40 Mitarbeitern. Nicht zuletzt mit Blick auf den eleganten Interieurbereich hat die Qualitätsplanung ein umfangreiches Aufgabenspektrum: Neben der Qualitätsbewertung und Analysen gehört dazu auch die Planung und Beschaffung der Prüfmittel sowie die Steigerung des Reifegrades der eingesetzten Systeme bis hin zur Serienkonstruktion. Im Zuge des Projekts war die Zielsetzung der Qualitätsplanung, dass die anfallenden Arbeiten durch die ‚passende’ Messtechnik schneller, effizienter und flexibler durchgeführt werden können. Auf die bisherige Lösung – stationäre Messmaschinen im Messraum – haben die Qualitätsexperten nicht mehr zurückgegriffen, da diese gemeinsam mit Anwendern anderer Abteilungen verwendet, zeitlich nur eingeschränkt nutzbar sind. „Uns war von Anfang an klar, dass wir unser Ziel, die Steigerung der Flexibilität bei Vermessungen und im ganzen Agieren, nur mit einem mobilen System erreichen können. Also haben wir ein Lastenheft erstellt und uns auf dem Markt umgesehen. Unsere Entscheidung fiel schließlich für ein Mess- und Scansystem von Faro, das uns neben dem Preis und der Technik auch durch die zahlreichen Referenzen aus der Automobilindustrie und den Gesamteindruck überzeugt hat. Zudem hatte sich zu diesem Anbieter vom ersten Kontakt an eine gute Zusammenarbeit und Vertrauensbasis entwickelt,“ berichtet Rudolf Feckl, der Mess- und Prüfmittelspezialist in der Qualitätsplanung, über den Anschaffungsprozess. Seit Anfang 2007 ist die Kombination aus dem FaroArm der Platinum-Serie mit einem Messvolumen von 2,4 m und dem Faro Laser ScanArm bei Dräxlmaier im Einsatz. Der Laser Scanner verfügt über diverse exklusive Features wie den verschiebbaren Griff, das ‚Drei-Punkte-Schnell-Stativ’ oder die vollkommene Ergonomie für den Einsatz in der Produktion. Ein integrierter LED Entfernungsmesser bestimmt die optimale Distanz zum Scannen. Die schnelle Kalibrierung des Messtasters reduziert die benötigte Zeit für das Set-up des Arms enorm. Zum Schutz beim Einsatz im Produktionsbereich sind die dünnen Profile für die kompakten Bereiche verschlossen. Der ScanArm arbeitet im selben Temperaturbereich wie der Messarm, ohne aber eine Rekalibrierung zu erfordern. Das Gewicht des Scanners beträgt lediglich 530 Gramm. Laut einer Schätzung von Faro machen kontaktlose Inspektionen beziehungsweise Digitalisierungen übrigens annähernd 20 Prozent des Marktes für ‚Computer Aided Manufacturing Measurement’ (CAM2) aus. Faro’s ScanArm stellt hierfür eine exponentielle, detaillierte Inspektion durch das Sammeln von über 19.000 Punkten pro Sekunde bereit. Das Faro-System wird von den vier Anwendern im Rahmen des Projekts täglich eingesetzt. Taktile und optische Messungen fallen etwa gleich häufig an. Die Anwendungsfälle sind sehr vielfältig: Zu überzeugen weiß das Mess- und Scansystem vor allem durch die Kombination aus taktilen und optischen Messungen. So können sich die Qualitätsexperten taktil an der Kugel einmessen und im Anschluss daran sofort ein Bauteil scannen. Hervorragend bewährt hat sich das System zudem insbesondere beim Scannen von Freiformflächen, von denen keine Daten zu Länge/Breite/Höhe vorliegen. Eine wichtige Anwendung stellt auch die Erfassung des Standes ‚Vorher/Nachher’ zur Bewertung dar. „In meinem Aufgabenbereich haben wir die Flächen der Erprobungsteile vor Klimaprüfungen komplett mit dem Scanner erfasst. Nach dem Test wurden die Teile nochmals gescannt und die Datensätze miteinander verglichen. Nicht zuletzt bei diesen Messungen wusste das System seine wesentlichen Stärken – Mobilität, Flexibilität und Handlichkeit – eindrucksvoll auszuspielen. Man erreicht auch schwierige Stellen, indem man den Arm einfach hinführt. Eine Koordinatenmessmaschine hätte damit Schwierigkeiten,“ stellt Manfred Hart aus der Qualitätsplanung fest. Zu 90 Prozent kommt das Mess- und Scansystem auf einer eigens für das Projekt des Premium-Herstellers aufgebauten innovativen Vorrichtung zum Einsatz: Die Besonderheit dabei ist die Grundplatte, ein so genannter Cubing-Aufbau. Diese ermöglicht den Spezialisten bei der Dräxlmaier Group, Messaufnahmen auf der Platte zueinander zu positionieren, die 1:1 das Fahrzeug darstellen. Damit können Übergänge bewertet und simuliert werden, oder auch Prüfungen erfolgen, wie sich die Verkleidungsteile im Verbau verhalten. Die Messaufnahme kann aber auch unabhängig genutzt werden. An jeder Messaufnahme befinden sich im Übrigen verschiedene Positionen, an denen der FaroArm problemlos mit dem Schnellverschluss adaptiert werden kann – auf der Platte wie auch auf der Aufnahme selber. Der Messarm und die Vorrichtung bilden in der Praxis ein gleichermaßen flexibles wie funktionierendes System. Nach Abschluss des Entwicklungsprojekts wird das Faro-System Vilsbiburg verlassen und ab Anfang 2009 in einem anderen Werk eingesetzt. Heiko Meixner, der Qualitätsleiter dieses Werks, blickt voraus: „Ich verfolge für die Serie das Ziel, mit dem System Produkt-Audits durchzuführen und Teile zu vermessen. Falls unser Kunde Fragen hat, können wir auch Vergleichsmessungen anstellen, da er ebenfalls FaroArme einsetzt. Es stellt sicherlich einen Vorteil dar, dass beide Seiten mit dem gleichen System arbeiten. Zu berücksichtigen sind für die Serie zudem die zeitlichen Vorteile, die uns das mobile System bietet. Serienbegleitende Überwachungen könnten für uns ebenfalls ein Thema werden.“ Nach gut einem halben Jahr, in dem die Dräxlmaier Group mit dem System von Faro umfangreiche Erfahrungen sammeln konnten, fällt das Fazit positiv aus: Die Vilsbiburger sind mit dem System sehr zufrieden, es hat ihre Erwartungen auf jeden Fall erfüllt. Denn der FaroArm bietet ihnen den entscheidenden Vorteil seiner Verfügbarkeit und damit eine deutlich höhere Flexibilität. Für Projekte, die sich derzeit in der Anlaufphase befinden, wird im Übrigen bereits der mögliche Einsatz mobiler Messsysteme mit berücksichtigt. Womit sich der Kreis schließt, denn auch bei der Messtechnik erfolgt in der Automobilindustrie ein massiver Wandel.