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Von Jürgen Kromberg Da besteht offenkundig Bedarf, und der Wettbewerb schläft ja auch nicht – da gilt es mit entsprechenden Produkten auf ganz eigene Art zu antworten: So verlangt der Markt bei werkstückseitigen Speicher- und Handlingsystemen einerseits platzsparende, kostengünstige Lösungen und andererseits durchsatzstärkere und damit produktivere. Nur zum Teil gibt
es sie schon – und nun erweitert die Erowa Ltd ihre Automations-Offerte wohl gerade rechtzeitig nach unten wie nach oben.
Sie gelten zwar als nicht eben wohlfeil zu haben, aber eben auch als ,top-of-the-art’: wer sich für Werkstück- (respektive Elektroden-)Speicher- und Handlingsysteme von Erowa entscheidet, der weiß, dass er ein wenig tiefer in die Tasche greifen muss, der weiß aber auch, dass er vom Gutem das wohl Beste bekommt – so jedenfalls das (geldwerte) Image… …doch wer so hoch auf dem Treppchen steht wie die schweizerische Erowa AG, der weckt ja auch die Fantasie: erstens: Geht es womöglich kompakter und damit kostengünstiger? Das Motto sind also letztlich auch die jeweils angemessenen Speicher- und Handlingkosten; zweitens aber: Geht es womöglich mit höherer Effizienz? Denn faule Handlanger sind nicht beliebt (zumal nicht bei hohem Stundenlohn) – also könnten sie bitte nicht mehr leisten und ergo mehr als eine WZM bedienen? Auf beide Fragen gab Erowa auf der EMO je eine Antwort mit ihrem ,Robot Compact’- und ihrem ,Robot Linear’-System, und beide eignen sich sowohl für den Formen- und Werkzeugbau wie für die NC-Teilefertigung. Der Name sei sozusagen Programm, bedeutet uns Justin Hulst, bei der Erowa AG zuständig für’s Marketing Planning: „Primärer Anlass zur Entwicklung unseres neuen ,Compact’-Speicher- und Handlingsystems war der Wunsch der Fertigungstechniker und damit auch der OEMs nach einem Speicher- und Handlingsystem für Elektroden und Werkstücke, das möglichst wenig kostbare Hallenfläche braucht“, und setzt gleich nach: „Außerdem aber sollte es zudem möglichst kostengünstig sein – werden doch werkstückseitig mehr und mehr auch BAZs automatisiert, die im Invest das Budget nicht allzu sehr strapaziert haben.“ Sprich: Die Stundensatz-Relation zwischen eigentlichem Fertigungsmittel und seiner Speicher- und Handling-Peripherie müsse doch bitte angemessen gewahrt sein – was ja nicht ausschließt, solch einen kompakten und zugleich preiswerten Teile-Lagerer und -Be- und Entlader auch an ein HighTech-BAZ zu adaptieren… …wobei gleich klar sein dürfte, dass eine Entwicklung, die mit solchen Vorgaben startet, kein Alleskönner sein kann. Doch beginnen wir nicht mit den Einschränkungen, sondern mit den ausgesprochenen Features: So misst der ,Erowa Robot Compact’ am Boden nur zwei mal einen Meter und ,verbraucht’ also nur exakt 2 m² Ihrer Hallenfläche. Zudem: einhändig (denn zweihändig gibt es ihn – noch – nicht) trägt sein Handling-Arm satte 30 kg: Das ist (selbst mitsamt Werkstück, Spannmittel und Nullpunkt-Palette) nicht eben wenig. Und: Bestückt beispielsweise mit dem 72er-,ITS’-System bietet er Speicherplatz für 160 Paletten, und Hulst rechnet uns vor: „Bei einer Bearbeitungszeit von 15 Minuten entspricht das 40 bedienerlosen Produktionsstunden – damit ist das Wochenende doch schon gerettet.“ Tja – und wenn nun Grafit-Elektroden herzustellen sind, bei denen binnen nur vier Minuten der nächste Rohling in die adaptierte HSC-Fräsmaschine eingewechselt wird? „Dann sind das immerhin auch noch 16 Stunden ohne Aufsicht – und also zwei Schichten“, kalkuliert Hulst rasch und belegt damit, dass ,Marketing Planning’ auch viel zu tun hat mit schlüssig-überzeugenden Argumenten. Und die gehen ihm so schnell nicht aus: So arbeitet der ,Robot Compact’ (wie das neue Speicher- und Handlinggerät kurz genannt wird), mit ,ITS’-Paletten bis immerhin der 148er-Größe und kann (wie der ,Robot Multi’ als ,BigBrother’ und je seitlich zwischen zwei BAZs platziert), denn gleichfalls sequentiell zwei WZMs bedienen und ist dann eben dem Vorwurf nicht ausgesetzt, ein ,lazy’ Handlanger zu sein. Und: Er kostet mal gerade 40.000 Euro und macht sich damit attraktiv zur Adaption eben (auch) an weniger invest-intensiven Fertigungsmitteln. Und sonst keine Abstriche? „Nein…“, erwidert uns Hulst, „…bei der Bedienerführung und bei der Paletten-Identifikation setzen wir auf die exakt gleichen Schnittstellen wie bei allen unseren Speicher- und Handlingsystemen – wer die kennt, ist auch mit dem ,Robot Compact’ also sofort voll vertraut.“ Präsentiert wurde die ebenso kompakte wie kostengünstige Neuenwicklung zur EMO zugleich auch bei Fehlmann an einem ,Picomax P60’-BAZ und bei Mitsubishi an einer Schneid-Erodiermaschine und belegte damit zumindest dreierlei: erstens seine Vielseitigkeit beim Handhaben unterschiedlicher Werkstücke respektive Elektroden, zweitens seine Bescheidenheit beim Platzbedarf und drittens die durch ihn bewirkte ungleich höhere Autonomie der bedienten Fertigungsmittel. Doch konkurriert er mit diesen Merkmalen nicht etwa und vor allem den größeren ,Robot Multi’? Räumt Hulst ein und widerspricht zugleich: „Mit der ,Compact’-Entwicklung erfüllen wir Anwender-Wünsche, bei denen unser ,Robot Multi’ einfach ,oversized’ wäre – und so gibt es primär also eine sinnvolle Verbreiterung unserer diesbezüglichen Produktpalette wenn Sie denn so wollen nach unten, und ich denke, dass wir mit dieser Offerte auch neue Kunden gewinnen werden, die in unserem Angebot bisher nicht fanden, was sie suchten.“ Eben: Warum soll man auch kaufen, was man gar nicht braucht? Und so differenziert Hulst: „Unser ungleich größerer ,Robot Multi’ etwa beherrscht auch beispielsweise unsere ,UPC’-Paletten, ist bis 80 kg gut und bietet bis zu 240 Speicherplätze – und wer diese seine Kapazität braucht, wird ihn natürlich nach wie vor präferieren, zumal er größere Flexibilität verspricht.“ Ganz anders als der ,ER Compact’ nun der von Erowa gleichfalls erstmals zur EMO präsentierte ,ERS Linear’: Der geht in die Vollen und soll wenigstens drei, besser vier oder gleich noch mehr WZMs aus den adaptierten Werkstück-, Elektroden-, respektive Formeinsatz-Speichern bedienen. Und das mit einer Traglast von sage und schreibe 200 kg. Begründet Hulst: „Mag sein, dass die eher selten wirklich gebraucht werden, aber damit zeigen wir auch, dass wir mit dieser Entwicklung in unserem Metier wohl so gut wie alle Gewichts-Wünsche erfüllen können.“ Und nicht nur die: Wer vieler Herren Diener sein soll, muss schnell auf den Beinen sein, und so legt der ,ERS Linear’ bei seinem Längstransport zwischen der Rüststation und den eher mehr als minder vielen adaptierten WZMs die jeweilige Strecke denn auch im Jogging-Tempo zurück (also 2 m/s): Für jemanden, der da zugleich das Gewicht von vier Sack Zement schleppt, ist das (finden Sie nicht auch?) verdammt fix, und Hulst ist auch überzeugt: „So schnell beim Linear-Transport ist sonst niemand und keiner.“ Aber allein schnell zu sein bei dieser Handling-Aufgabe reicht ja nicht – damit Übergabe und Übernahme von palettierten Formeinsätzen, Elektroden und Werkstücken reibungslos und ohne Hakelei und Klemmen und also prozesssicher im bedienerlosen Dauerbetrieb klappen, ist gleichermaßen auch hohe Positionier-Präzision gefragt. Bei Transportstrecken bis zu 20 Meter also auch das keine Kleinigkeit. „Wir arbeiten deshalb…“, wirbt Hulst nicht ohne vergleichenden Hintersinn, „…bei der Linear-Bewegung mit einer präzisen Zahnstange und messen die Bewegung über einen an den Antriebsmotor adaptierten Drehgeber und erreichen so eine garantierte Einfahr-Wiederhol-Genauigkeit von besser als 0,5 mm“, und behauptet: „Das genügt vollauf, um einen problemlosen Palettenwechsel zu gewährleisten.“ Na hoffentlich. Neu an diesem ,ERS Linear’-Speicher- und Handlingsystem übrigens ist allein die lange Längs-Transport-Achse, auf dem der (bislang bei Erowa allein stationär mit Schwenk-Achse eingesetzte und fraglos bewährte) Handling-Robot verfährt, und so betont Hulst denn auch nachvollziehbar: „Einzig die Linear-Achse ist eine neue Entwicklung – ansonsten arbeiten wir bei dieser hoch-effizienten Automations-Lösung mit seit Jahren schon erfolgreich eingesetzten Komponenten.“ Wohl wahr – denn anders wäre denn auch kaum zu verstehen, dass die Schweizer ihr erstes ,ERS Linear’-System (quasi als Prototyp) zu einem Anwender nach Korea geliefert haben – der Werkzeug/Formenbauer beschickt gleich vier Schneid-Erodiermaschinen über das Linear- Handlingsystem und ist wohl zufrieden. Reportiert Hulst: „Das System wurde von uns Mitte Mai geliefert, und seitdem haben wir nichts mehr vom Kunden gehört – damit ist für uns klar, dass alles ganz nach Wunsch funktioniert.“ Also: Das scheint ja jetzt schon eine glänzende Referenz zu sein für Erowa – aber wenn Sie denn bei entsprechendem Bedarf auf einem Besuch bestehen würden, käme das ja arg teuer. Die Alternative wäre: Sie sind so mutig und so voller Vertrauen in Kompetenz und Verlässlichkeit von Erowa wie die Koreaner…