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ROCO setzt, als einer der großen Hersteller von Modelleisenbahnen, für die Ausformung filigraner Kavitäten seit mehr als zwei Jahren auf die Lasermaschine DML 40 von DMG
Alles begann mit bescheidenen Mitteln und großen Visionen: Erst 1960 in Salzburg gegründet, ist die ROCO-Modell-spielwaren GmbH aus Salzburg der Jüngste unter den großen Herstellern von Modelleisenbahnen in Europa.
Mit einem besonderen Gefühl für die Wünsche der detailverliebten Kunden, mit innovativen Ideen und ebenso preiswerten wie attraktiven Modellen eroberte sich das Unternehmen gleichwohl binnen wenigen Jahren einen Spitzenplatz im weltweiten Modelleisenbahnmarkt und ist gerade dabei, den us-amerikanischen Markt neu für sich zu entdecken.
1960: die Wirtschaft war im Aufschwung und es herrschte ein großes Vertrauen in die Zukunft vor. Das Fernsehen war noch jung, eine neue, freche Musikrichtung ¿ der Rock n' Roll bahnte sich seinen Weg, man begann den Weltraum zu erobern, und das noch relativ junge Material Kunststoff setzte sich mehr und mehr durch. Und dieses Material war für Heinz Rössler, als Gründer von ROCO das Signal. Mit scharfem Weitblick hatte er die Zeichen der Zeit erkannt: Mit dem Kunststoffspritzguss-Verfahren könne man viel mehr ins Detail gehen als mit Metall-spritzguss ¿ und das noch dazu viel kostengünstiger!
Nachdem ein Team von hervorragenden Fachleuten zusammengestellt war, wurden Militärmodelle gefertigt ¿ so fein detailliert, wie es sie zuvor nicht annähernd gegeben hatte. Besonders auf dem Markt der USA, der nach solchen Modellen verlangte, war der Erfolg enorm. So klingt es wie ein Märchen aus vergangener Zeit, als ein amerikanischer Geschäftspartner schrieb: ¿Liefern Sie, soviel Sie nur können...¿
Schon wenige Jahre nach dem Beginn mit den ¿Minitanks¿ begann ROCO mit der Produktion von Waggon-Modellen nach amerikanischen Vorbildern. Zunächst für die Spuren H0 und 0. Mitte der 60er-Jahre folgten die ersten N-Modelle. Und 1967 brachte ROCO die ersten H0-Modelle auf den europäischen Markt.
Der Grundstein für den weiteren Erfolg war gelegt. Heute ist ROCO mit über 800 Mitarbeitern einer der weltgrößten Hersteller von Modelleisenbahnen in den Größen H0 sowie N und steht als Synonym für höchste Detaillierung, Maßstäblichkeit und Präzision.
Um diesen Ansprüchen überhaupt gerecht werden zu können, sind naturgemäß entsprechend ausgebildete Spritzgießwerkzeuge erforderlich. Kein Wunder also, dass ROCO diesen Part als Kernkompetenz seit eh und je im eigenen Unternehmen verantwortet.
Bis vor zweieinhalb Jahren waren dabei das Fräsen und Erodieren sowie ein großes Maß an feinfühliger Handarbeit zur Ausformung von perfekten Rohrleitung, Armaturen, kleins-ten Nieten oder Karosseriedetails alleiniger ,Stand der Technik¿. Seitdem jedoch hat sich dank des Einsatzes der innovativen Lasertechnik in Form der DML 40 von DMG die Prozess-kette bei vielen Formwerkzeugen bereits dramatisch verkürzt.
Beschreibt Manfred Bachmann als Betriebs-leiter des ROCO-eigenen Werkzeugbaus: ¿Große und größere Kavitäten werden auch heute noch zumeist erodiert, wobei hier das HighSpeed-Fräsen der Elektroden ansehnliche Rationalisierungspotenziale erschlossen hat. In Relation da-zu brachte das Lasern der filigranen Geometrieelemente aber einen wahren Quantensprung¿, um sogleich zu erläutern: ¿Früher sind hochgenaue Schablonen im Maßstab 1:4 gefertigt worden, deren Form auf einer Kopier-Graviermaschine in zeitraubender manueller Kleinarbeit ins Werkstück über-tragen wurden. Bei sehr diffizilen Konturen, wo selbst der kleinste Fräser an seine Grenzen stieß, war sogar der nochmalige Umweg über kleinste Elektroden erforderlich. Im Gegensatz dazu arbeiten wir jetzt quasi aus dem CAD-System heraus direkt ins Werkstück und erzielen dadurch enorme Zeitgewinne von weit über 50 Prozent und hohe Kostenvorteile.¿
Dabei war man zu Beginn der Entscheidungsfindung eher skeptisch, wie sich Bachmann erinnert: ¿Als vor gut drei Jahren im Unternehmen die Idee aufkam, die Lasertechnik in unserem Werkzeugbau einzusetzen, waren wir nicht sehr optimistisch. Zwar hörten sich die Prospekttexte prima an, gleichwohl gab es unter den Praktikern einige Zweifel an der Tauglichkeit des Verfahrens.¿
Das hinderte aber niemanden bei ROCO daran, es nicht wenigstens zu versuchen. Nicht umsonst heißt es im Firmenkodex: ¿Visionen muss man leben, um vorwärts zu kommen.¿ Und man kam vorwärts. Es dauerte nicht lange, bis sich das beworbene Potential der Lasertechnik als durchaus erreichbar zeigte. Ø
× ¿Plötzlich waren wir Feuer und Flamme für den fokussierten Lichtstrahl¿, umschreibt Bachmann den Stimmungswandel, der dazu führte, dass vor nunmehr gut zweieinhalb Jahren die DML 40 von DMG tatsächlich im ROCO-Werkzeugbau installiert wurde. Wie groß der Pioniergeist war, zeigt wohl nichts besser als der Blick auf die Seriennummer, wo eine 4 das schicke Blechgehäuse ziert. ¿Und in Österreich waren wir die Ersten¿, ergänzt Bachmann nicht ohne (berechtigten) Stolz.
Inzwischen mag sich kein Mitarbeiter im Werkzeugbau vorstellen, nochmals ohne die DML 40 auskommen zu müssen. Allerdings habe es den Erfolg nicht ohne eigenes Zutun gegeben, wie Bachmann anfügt, der diese Anmerkung jedoch nicht als Kritik an Technik und Maschine missverstanden wissen will: ¿Wenn man technologisches Neuland betritt, gibt es halt noch keine Erfahrungen aus der täglichen Praxis, auf die man hätte zurückgreifen können ¿ auch nicht beim Hersteller. Deshalb haben wir etliche Tage und nicht wenige Nächte an der Optimierung des Verfahrens für unser Aufgabenspektrum gearbeitet.¿ Unter anderem sei es nicht einfach gewesen, die Laserparameter so zu konfigurieren, dass die miniaturisierten Nietenköpfe wirklich ihre halbrunde Form hatten.¿
Inzwischen aber sind mehr als zwei Jahre vergangenen, und heute ist der Laser längst zum normalen Alltagstool geworden. Ausgehend von der 3D-CAD-Zeichnung und einem daraus abgeleiteten STL-File, wird über die Laser-Soft 3D-Software der DML 40 automatisch das Steuerungsprogramm übertragen ¿ und nach wenigen Optimierungs- und Einrichtarbeiten kann es losgehen.
Die exakte Positionierung des Werkstücks erfolgt dabei über drei Linearachsen mit digitalen Servoantrieben, während die zwei hochdynamischen Antriebe der Ablenkspiegel für die eigentliche Laserbearbeitung sorgen. Dazu schlägt im Herz der Maschine ein gepulster YAG-Laser, dessen durchschnittliche Leistung 100 Watt beträgt. Durch einen Q-Switch wird der Strahl gepulst und erreicht dabei Spitzenleistungen von bis zu 200 kW. Der Durchmesser des Laserstrahls im Fokus kann zwischen 0,04 und 0,1 mm eingestellt werden.
Das führt einerseits nicht nur zu einer sehr hohen Leistungsdichte, sondern ermöglicht andererseits auch eine sehr filigrane Bearbeitung. Der Laser trägt das Material in Schichten ab. Eine Schicht besteht dabei aus einer Vielzahl von Laserspuren, die sich überlappen. Die Oberflächengüte kann durch die Schichtdicke gesteuert werden ¿ je dünner die Schicht, desto besser die Oberfläche. Bei einer möglichen Schichtdicke zwischen 1 und 5 µm arbeitet ROCO zumeist im Bereich von 2 µm. ¿Das reicht für den Kunststoffspritzguss unserer Eisenbahnmodelle allemal¿, weiß Bachmann zu berichten.
Aufgrund der überaus positiven Verfahren mag Bachmann nicht ausschließen, die bestehende DML 40 demnächst gegen eine Lasermaschine der neuesten Generation auszutauschen. Denn ebenso wie ROCO als Anwender hat auch DMG als Hersteller in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht, was sich nicht zuletzt in den beiden neuen Maschinen der DML 40-Baureihe dokumentiert. Namentlich ge-meint sind mit diesem Hinweis die DML 40 S beziehungsweise die DML 40 SI zur vollautoma-tischen Laser-Bearbeitung definierter Entformungsschrägen bis hin zu senkrechten Wänden. Und eben das wäre eine Bearbeitungsoption, die auch bei ROCO weitere Anwendungsfelder erschließen respektive zusätzliche Rationalisierungspotenziale freisetzen könnte.
www.roco.co.at
www.gildemeister.com