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Die Innovationskraft der Hersteller von Zerspanungswerkzeugen ist ungebrochen. Doch im Bereich prozesssicheres Hartfräsen trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen, weil manches Werkzeug eben nur in einer und nicht in allen Disziplinen die geforderte – oder die versprochene – Performance beweist.
I hr Partner für höchste Ansprüche“ – mit diesem Slogan wirbt das mittelständische Formen- und Werkzeugbau-Unternehmen Karl-Heinz Müller KG, 72336 Balingen-Engstlatt, um das Vertrauen der Kunden. Gleichzeitig wird damit deutlich, welch hohen Ansprüche damit auch an die eigene Leistungsfähigkeit sowie die der Lieferanten gestellt werden. Gegründet im Jahr 1984, entwickelte sich aus dem 1-Mann-Betrieb von einst ein moderner Formen- und Werkzeugbau, der heute 53 Fachkräfte beschäftigt. Die Firma Karl-Heinz Müller KG befasst sich vorwiegend mit Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Spritzgießwerkzeugen, die vorwiegend in den Bereichen Medizintechnik, Automotiv-Komponenten, Filtersysteme, Elektromechanik und Elektronik für die Präzisionsteileherstellung zum Einsatz kommen. Spezialisiert u. a. auf das Produktionsverfahren der Firma IfK, mittels innovativem Werkstückträger-Umlauf die Fertigung von Bauteilen in Umspritztechnologie durchzuführen, oder auch auf Spritzgießwerkzeuge für kleinste Präzisionsteile, verfügen die Fachkräfte über ein entsprechendes Umfeld. Dies besteht aus hochpräzisen Fertigungsmaschinen, Messmaschinen und natürlich Präzisionswerkzeugen, um die Stammformen und die entsprechenden Werkzeugeinsätze dafür hochgenau und wirtschaftlich anfertigen zu können. Karl-Heinz Müller sagte dazu: „Wir verstehen uns als integrierten Technologiepartner für Spritzgießwerkzeuge zur Herstellung von Präzisionsteilen. Wir haben alle relevanten Technologien im Haus und können auf zehn eigenen Spritzgießmaschinen verschiedener Größen Musterteile spritzen und Vorserien produzieren. Damit sind wir in der Lage, sofort auf Kundenanforderungen zu reagieren. In diesem Geschäft kommt es heute nicht nur auf Know how, Kreativität und Schnelligkeit, sondern auch auf hohe Wirtschaftlichkeit an. Aus diesem Grund durchleuchten wir permanent alle Prozesse auf Ratio-Potenzial und werden, mit Hilfe unserer Partner, auch immer wieder fündig“.
Als Spezialisten beim Fräsen von Werkzeugstählen durchaus mit allen Wassern gewaschen, interessierten sich natürlich auch Karl-Heinz Müller und Kollegen dafür, als das Thema Hartfräsen immer mehr aufkam. Davon versprach man sich den Wegfall verschiedener Arbeitsgänge und damit eine Verringerung der Durchlaufzeiten. Die Tests in Bezug auf „Prozesssicheres Hartfräsen“ mit konventionellen vierschneidigen Hartmetall- Fräswerkzeugen verschiedener Hersteller brachten aber nicht die gewünschten Ergebnisse, so dass man zunächst Versuche mit weiteren Fräswerkzeugen unternahm. Trotz einiger Verbesserungen spürten die Fräsprofis, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein konnte. In Diskussionen mit Achim Schweikart, zuständig für Beratung und Verkauf beim HAM-Vertreter Hartmann Präzisionswerkzeuge, und den Anwendungstechnikern der HAM Hartmetallwerkzeugfabrik Andreas Maier GmbH, 88477 Schwendi-Hörenhausen, kam die Sprache auf einen neuen Schruppfräser. Dazu meinte Achim Schweikart: „Bei der Vorstellung des neuen HPC-Schruppfräsers Typ 40-1691 von HAM sind wir bei den ausgewiesenen Praktikern der Karl-Heinz Müller KG auf Grund von deren Erfahrungen auf einige Skepsis gestoßen. Wir haben uns an einen Tisch gesetzt und alle relevanten Daten und Informationen wie Material, Härte, Konturen, CAD-Files angeschaut und ausgewertet. Gemeinsam wurde dann auf Basis des neuen HPC-Schruppfräsers eine andere Frässtrategie entwickelt, um auch höhere Härtegrade prozesssicher Schruppen zu können“. Bei den HPC-Schruppfräsern von HAM handelt es sich um Spezial-Hartfräswerkzeuge aus einer besonders abgestimmten Hartmetall-Feinstkornsorte. Die Fräser sind sehr hart und gleichzeitig zäh und zeichnen sich durch eine hohe Verschleißfestigkeit sowie Wärmebeständigkeit aus. Darüber hinaus weisen die HPC-Schruppfräser eine optimale Geometrie mit ungleicher Teilung und Drallsteigung auf. Das Resultat sind deutlich höhere Zerspanvolumina als bisher und eine maximale Zustellung bis 1,5 x D im Vollschnitt. Gegenüber herkömmlichen Werkzeugen sind doppelte Schnittgeschwindigkeiten möglich. Die erwähnte ungleiche Teilung und Drallsteigung sorgen zudem für einen vibrationsfreien und ruhigen Lauf, was sich natürlich sehr positiv auf die Standzeiten auswirkt. Zudem vermeidet eine extrem zähe, verschleißfeste Beschichtung die Bildung von Aufbauschneiden.
Der Beratung und Bestimmung des Werkzeugs folgte die Umsetzung in die Praxis. Heute wollen die Werker die HPC-Schruppfräser von HAM zum Hartfräsen etwa des Werkzeugstahls 1.2343 mit 54 HRC nicht mehr missen. So wird beispielsweise zum Schruppen eines Werkzeugsegments jetzt ein HPC-Fräser mit Durchmesser 6 mm und einem Eckenradius von R 1,5 eingesetzt, bei 6 bis 9 m/min Vorschub. Die Ergebnisse erstaunen selbst erfahrene Formenbauer wie Karl-Heinz Müller: „Wir konnten hier die Fertigungszeit gegenüber den früher eingesetzten Werkzeugen um bis zu 50% reduzieren. Des Weiteren hat sich, auch durch den Einsatz des Medienverteilersystems der Firma Diebold die Standzeit teilweise um bis zu 100% erhöht. Die Fräswerkzeuge von HAM haben uns in jeder Hinsicht überzeugt. Deshalb setzen wir heute neben den HPC-Schruppern auch Minikugelfräser und Torusfräser in kleinsten Durchmessern ab 0,2 und bis 5,0 mm ein. Ebenso verwenden wir hochpräzise Rippenfräser für die Bearbeitung von Kupferelektroden oder zur Herstellung feinster Schlitze in Stahlwerkstoffen. Außerdem haben wir noch Kugelfräser mit THX-Beschichtung und weitere VHM-Fräswerkzeuge bis 20 mm Durchmesser im Einsatz. Insgesamt können wir festhalten, dass mit den HAM-Fräswerkzeugen (natürlich außer den Schruppwerkzeugen) im Normalfall die Teile komplett und fertig gefräst werden. Somit entfallen aufwändige Nacharbeiten weitestgehend. Da wir Einzelteilfertiger sind, muss jeder Schuss sitzen und dabei kommt es ganz entscheidend auf die Fräswerkzeuge an. Mit den HAM-Fräswerkzeugen jedenfalls sind wir sehr zufrieden und freuen uns über eine durchgängige und eben nicht nur punktuellen Performance“.