java.lang.NullPointerException
von Markus Frutig Oft ist beim Drahterodieren die Umsetzung komplexer Aufgaben gefordert, um teure Werkstücke schnell, präzise und fehlerfrei herzustellen. Für eine besonders schnelle, einfache und sichere Programmierung bietet die schwäbische Softwareschmiede Camtek GmbH nun mit Opticam ein Plug-in für SolidWorks, um in der gewohnten CAD-Umgebung sofort und effizient loszulegen.
Das neu entwickelte Plug-in Opticam, Version 2010, ist in das gängige CAD-System SolidWorks eingebunden, um mit den bekannten Funktionen der SolidWorks-Oberfläche dem Anwender die Arbeit zu erleichtern. Durch volle Assoziativität zu den SolidWorks-Modelldaten erkennt und bearbeitet Opticam automatisch alle erodierbaren Geometrien innerhalb der Datei. Dies geschieht durch eine vollautomatische Feature-Erkennung, welche die Bauteile analysiert, erodierbare Geometrien erkennt und zeitgleich deren Bearbeitung erstellt. Dabei werden zylindrische, konische und variabel konische Modelleinzelheiten sowie Regelflächen und Bundbearbeitungen unterschieden. Zu kurze Flächen werden automatisch verlängert und Flächenlücken überbrückt. Um einzelne Bereiche zu erodieren bzw. benutzerdefinierte Features zu erzeugen, können Flächen oder Kanten auch manuell auswählt werden. Den erstellten Features können automatisch Schneidtechnologien und Bearbeitungsvorlagen zugeordnet werden, was zu einem hohen Automatisierungsgrad und einer enormen Zeitersparnis führt.
Wir fragten beim Unternehmen Camtek in Weinstadt-Endersbach bei Stuttgart Anwendungstechnikerin Melanie Staib und Entwicklerin Michelle Grimm, was das neue Plug-in noch so alles kann.„Das Besondere ist, dass Opticam eine direkte, parametrische Bearbeitung am 3D-Modell ermöglicht, somit kann selbst ein unerfahrener Anwender mit wenigen Klicks ein korrektes NC-Programm erstellen.“ erläutert Melanie Staib. Das 3D-Modell kann dabei auch nach der Feature-Erkennung jederzeit konstruktiv geändert werden - die Werkzeugwege folgen der Änderung sofort. Dies macht es einfach, auf Konstruktionsänderungen flexibel zu reagieren.
Trotz weitgehender Automation bietet Opticam dem Anwender auch die Möglichkeit, bis ins Detail eingreifen zu können. Das zentrale Steuerelement ist dabei der Feature-Baum, welcher einen strukturierten Überblick liefert. Übergeordnet können Informationen angegeben werden wie Strategie, Technologie oder Erodierrichtung, welche sich auf alle in der Datei enthaltenen Werkstücke auswirken. Für jedes einzelne Feature, bzw. mehrere in einer Operation zusammengefasste Features kann auch eine von der globalen Information abweichende Strategie angegeben werden. Ebenso kann für jede Operation ein anderer, von der Konstruktion unabhängiger Ursprung gewählt werden, was die Programmierung mehrerer Werkstücke oder auch eine Mehrseitenbearbeitung innerhalb eines NC-Programms ermöglicht. Der gewandte Anwender kann im sogenannten Cutting-Plan einzelne Schnitte mit Angaben wie Offsetwert, Technologie, Reihenfolge, Bearbeitungszeit, usw. manuell beeinflussen.
Opticam verfügt über alle Bearbeitungsstrategien, die für einen effizienten und sicheren Betrieb von Drahterodiermaschinen notwendig sind. Neben zylindrischen Schnitten, umlaufender und variabler Konik, Regelflächen-, Schrägschieber- und Bundbearbeitung ist auch das Taschenerodieren ein wichtiger Punkt. Michelle Grimm erläutert genauer: „Um manuelle Eingriffe und Maschinenstillstand zu vermeiden, ist oftmals ein effizientes Ausräumen der Geometrien gefordert, ohne dass Ausfallteile entstehen. Hierzu bietet das Programm einen speziell für Drahterodiermaschinen entwickelten Zyklus, der sowohl zylindrische und konische Geometrien als auch optional Regelflächen sicher und effizient ausräumt. Es können aber auch nur Teilbereiche großer Geometrien partiell ausgeräumt werden.“ Mit verschiedenen Strategiearten für den beaufsichtigten und unbeaufsichtigten Tag- und Nachtbetrieb, Stempelstrategien, Schlichten im Schnittspalt oder dem automatischen Abtrennen der Ausfallteile bietet es dem Anwender viele Möglichkeiten. Startlöcher und Anbindungen, sowie Ein- und Ausfahrstrategien werden automatisch nach einstellbaren Regeln erzeugt und können nachträglich manuell verändert werden.
Die erzeugten und grafisch dargestellten Werkzeugwege mit Bahnverschiebung werden durch eine Hinterschnittkontrolle überprüft oder können nachträglich zum Beispiel über eine Eckenfreimachung beeinflusst werden. Durch das Setzen von „Events“ können innerhalb einer Schneidkontur verschiedene Ereignisse gesetzt werden, wie zum Beispiel ein Registerwechsel, Schnittluftänderung oder das Einfügen von NC-Codes. Zur Überprüfung der programmierten Werkzeugwege wurde eine 3D-Simulation mit Materialabtrag integriert. Dargestellt werden neben der Bahnverschiebung auch Spannmittel die Maschinenköpfe und eine eventuell vorhandene Rotationsachse. Außerdem enthält die 3D-Simulation eine Entformbarkeits- und eine Kollisionskontrolle.
Opticam wurde in Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern entwickelt und ständig an die neusten Funktionen der Drahterodiermaschinen angepasst. Melanie Staib präzisiert: „Für sämtliche Fabrikate und Maschinentypen stehen hochwertige Maschinenanpassungen und integrierte Technologiedatenbanken zur Verfügung. Zudem ist es möglich, eigene Schneidtechnologien aus vorhandenen Datenbanken einzubinden.“ Postprozessoren sind verfügbar für AgieCharmilles, Fanuc, Hitachi, Japax, Makino, Mitsubishi, ONA, Sodick und viele andere Hersteller. Bei mehreren Postprozessoren kann während der Laufzeit auf einen anderen gewechselt werden, ohne neu programmieren zu müssen. Neben JOB-, Script-, CMD- und Unterprogrammausgabe kann auch ein grafisches Einrichteblatt und eine Startlochdatei erstellt werden. Durch die Einbindung einer entsprechenden Maschinenanpssung, kann direkt ein NC-Programm für eine Startlochbohrmaschine ausgegeben werden.
Das Opticam-Drahterodiermodul ist eine optimale Lösung, um Werkzeugwege schnell und effizient zu erzeugen. Dank seiner umfangreichen Funktionalität wird die Programmierzeit wesentlich reduziert und die Leistungsfähigkeit der Drahterodiermaschinen erhöht.