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Die DECS GmbH verfügt über ein umfangreiches Kunststoff-Know-how, das gerade in der Automobilindustrie sehr gefragt ist. So steuern die Thüringer für den neuen Hochleistungssportwagen Artega GT die Bug- und Heckklappe sowie das Dach bei. In diesem Rahmen weiß auch die CAD/CAM-Lösung Visi die Kunststoff-Experten zu überzeugen.
Audi, BMW, Evobus, Lamborghini, MAN, Mercedes, Neoplan und Porsche – die Referenzliste der 1994 gegründeten DECS GmbH mit Sitz im thüringischen Sömmerda ist lang und gut besetzt. Neben der Automobil- und Nutzfahrzeugbranche ist DECS – Design Engineering Center Sömmerda – vor allem für Anbieter aus den Bereichen Medizintechnik, Militär, Maschinenbau, Klimatechnik und Industriebedarf tätig. Die Leistungspalette enthält die Herstellung von Composite-Bauteilen auf Polyurethan-Basis und Technologien wie Fräsen, Wasserstrahlschneiden, Sandstrahlen, Schäumen und Roboter-Schweißen.
Zusammen mit Partnern bildet DECS das gesamte Spektrum des Entstehungsprozesses eines Teiles bis hin zur Serienreife ab – jedoch nur für Kleinserien.
Vor allem in der Fertigung von Polyurethan basierenden Composite-Bauteilen hat DECS besondere Kompetenzen aufgebaut, weil sich dieser Kunststoff für kleinere und mittelgroße Serien durchgesetzt hat. Speziell im Automobil-Interieurbereich verfolgen die Kunststoff-Experten dabei das Ziel, die Bauteile leichter zu machen. Diesen Anspruch haben sie erst kürzlich bei einem Auftrag für eine Türinnenverkleidung eines neuen Fahrzeugs eines Premium-Herstellers unterstrichen.
Eine wichtige Rolle spielt auch bei diesem Projekt Visi, die speziell auf die Bedürfnisse des Werkzeug- und Formenbaus hin entwickelte Software, die bei DECS seit 2005 im Einsatz ist. Der Anschaffung der CAD/CAM-Lösung lag ein Auftrag zugrunde, bei dem die Thüringer 5-Achsen simultan fräsen mussten. Dabei handelte es sich um sehr komplizierte Teile mit hinterschnittigen Lagen, die nicht wassergestrahlt werden konnten. Es galt, den Beschnitt von diesen Kunststoffteilen zu realisieren. Des Weiteren sollten in Sömmerda Fräsaufnahmen konstruiert, modifiziert und hergestellt werden. „Im Zuge des Anschaffungsprozesses haben wir uns intensiv auf dem Software-Markt umgesehen. Schließlich haben wir uns für Visi entschieden, denn diese Lösung hat uns nicht nur am meisten überzeugt, da alles drin ist, was wir brauchen, sondern auch, weil unser Formenbauer mit Visi damals bereits zwei Jahre erfolgreich arbeitete. Visi ist darüber hinaus ausreichend offen, um größere Aufgaben damit zu lösen. Beeindruckt hat uns ferner das Preis-/Leistungsverhältnis des Systems sowie die Tatsache, dass Visi einer enormen Weiterentwicklung unterliegt. Man weiß dadurch, diese Software gibt es auch noch in der Zukunft, was Planungssicherheit bedeutet,“ stellt Ulrich Krämer, Geschäftsführer der DECS GmbH, fest.
Parallel zu Visi haben die Kunststoff-Experten im Übrigen zur Erfüllung dieses Auftrags auch in zwei Fräsanlagen von Huber+Grimme, die im 5-Achs-Bereich mit Tandemtischen ausgerüstet sind, investiert. Von Visi nutzt DECS heute neben den CAD-Modulen und den Schnittstellen Iges und Catia das 3-Achs-Fräsen und 5-Achs-Fräsen. Zum Einsatz kommt die CAD/CAM-Software speziell im Bereich Fräsen für die Bearbeitung der Composite-Bauteile sowie für die Konstruktion und Herstellung der Aufnahmen. Die Thüringer führen mit Visi die komplette Fräsprogrammierung von Teilen für kleine- und mittlere Serien durch.
VISI hat sich dabei wie auch bei anderen Anwendungen in Sömmerda absolut bewährt. Vor allem mit dem 5-Achs-Modul ist man sehr zufrieden, denn dort – in der ‚Königsklasse’ – sind die Kunststoff-Experten zuhause. Das Modul bietet alle Möglichkeiten. Auch Kollisionskontrollen oder die kinematische Simulation können durchgeführt werden. Bei DECS ist man immer wieder aufs Neue beeindruckt, wie im Zuge eines sehr schnellen Prozesses Kollisionen oder Fehler entdeckt werden. Einen großen Vorteil stellt in der Praxis außerdem dar, dass zwei enge Partner ebenfalls mit Visi arbeiten. Für einen Partner aus diesem ‚Netzwerk’ führt DECS zudem Programmierungen durch, wenn dieser einen Engpass hat, und fräst für ihn. Das läuft alles sehr komfortabel über VISI.
Auch die Zusammenarbeit mit Mecadat im Allgemeinen sowie die schnelle Unterstützung auf Fragen im Besonderen wissen zu überzeugen. Der Service und Support werden von den Thüringern insgesamt sehr gut bewertet. Lob erhalten auch die Update-Seminare, die nicht nur sehr umfangreich sind, sondern auch immer interessante Übungsbeispiele beinhalten. Kein Wunder, dass Ulrich Krämer die Software positiv beurteilt: „Wir sind sehr zufrieden mit Visi, nicht zuletzt, weil wir und das System miteinander wachsen. Wir sind eingestiegen bei Version 12, bis hin zur heutigen Version 16 war es ein gigantischer Schritt. Visi ist auch sehr bedienerfreundlich und leicht erlernbar, weil selbsterklärend. Ich hatte lediglich drei Tage Schulung, alles weitere habe ich mir selbst beigebracht.“
Im Rahmen eines Sportwagen-Projektes hat die DECS GmbH nicht nur Visi sondern vor allem auch ihr umfangreiches Kunststoff-Know-how eingebracht. Denn Ende 2007 hatte Artega mit den Thüringern Kontakt aufgenommen, weil sie über Kompetenzen in der Entwicklung von Bauteilen aus Verbundwerkstoffen (Composites) für Automobile, insbesondere beim Exterieur, verfügen. DECS hat dann zunächst in einem Pilotprojekt mit einem Werkzeug fünf Teile erzeugt, die einen guten Eindruck bei Artega hinterlassen haben. In einem zweiten Schritt haben sie mit einem modifizierten Werkzeug Vorserienteile der Klappe für Tests hergestellt. Nach den erfolgreichen Vorserientests wurden in Sömmerda nun die komplexen Serienteile Fronthaube, Heckklappe und Dach mit Serienwerkzeugen gefertigt. Mittlerweile ist DECS Serienlieferant von Artega.
Im Zuge des Artega-Projektes haben sich den Kunststoff-Experten neue Anforderungen gestellt, was ihnen die Chance geboten hat, innovativ tätig zu werden: So werden die Karosserieteile des Artega, nachdem sie aus dem Werkzeug entnommen wurden, im nächsten Arbeitsgang auf den 5-Achsen simultan Fräsmaschinen von Huber+Grimme bearbeitet. Die Programmierung der Werkzeugwege erfolgt mit Visi auf Basis der CAD-Daten. Diese werden mit den zahlreich vorhandenen Schnittstellen importiert und für die weitere Verwendung aufbereitet. Die Werkzeugwege, wie zum Beispiel für das 5-Achsen Besäumen, werden von den Anwendern mit Visi programmiert. Durch den Einsatz der 5-Achsen simultan Bearbeitung können komplexe Bauteile mit hoher Qualität erzeugt werden. Bevor die NC-Programme zum Einsatz kommen, wird die gesamte Bearbeitung am Computer simuliert. Bei der durchgeführten Kollisionsprüfung wird die gesamte Umgebung der Werkzeugmaschine berücksichtigt. Dadurch erhalten die Thüringer prozesssichere NC-Programme.
Auf Basis der CAD-Daten der Karosserieteile werden mit Visi auch die nötigen Vorrichtungen und Fräsaufnahmen konstruiert und im Hause DECS gefertigt. Für die Konstruktion der Fräsaufnahmen ist die Hybridmodellierung von Visi das ideale Werkzeug, um schnell präzise CAD-Modelle der Aufnahmen zu erhalten. Für die Fertigung der Fräsaufnahmen kommt wieder die NC-Programmierung von Visi zum Einsatz.
Betrachtet man die Pläne der Thüringer, dürfte sich die Zahl der Visi Anwendungen noch erhöhen: „Wir fassen mittelfristig die Anschaffung von Visi Flow, einem Modul für die rheologische Analyse von Kunststoffbauteilen, ins Auge. Außerdem sind wir mit Mecadat im Gespräch bezüglich der Erweiterung der Programmierung auf Knickarmroboter, was grundsätzlich mit Visi möglich ist. Bei dieser Überlegung spielen Maschinentechnologie und Wirtschaftlichkeit eine große Rolle.“ Nicht zuletzt mit Blick auf diese Pläne ist davon auszugehen, dass DECS – unterstützt von Visi – auch weiterhin seine Kompetenzen rund um das Thema Kunststoff in die schönsten und schnellsten Automobile einfließen lässt.