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Präzision liegt in der Grundgenauigkeit

Für die Verantwortlichen bei der Fehlmann AG war es eine doppelte Premiere: Erstmals lud man an einem speziell ausgewählten Tag Werkzeug- und Formenbauer ins Schweizerische Seon ein, um die neue und gleichzeitig leistungsfähigste Maschine aus der Picomax-Baureihe, die Picomax825 Versa vorzustellen. Ein BAZ, das schon allein durch die sprichwörtliche Schweizer Präzision zu überzeugen weiß. Unabhängig davon scheint das Konzept der Maschine fast schon speziell auf den Werkzeug- und Formenbau zugeschnitten zu sein.

Die Quer- und Vertikalachse liegen im Werkzeug und damit im Portal. Die 4. und 5. Achse ist doppelt abgestützt und arbeitet mit gekühlten Torque-Motoren. Der direkt angetriebene Schwenk-Rundtisch dagegen ist längs im X-Schlitten integriert und kann auf zwei Seiten hoch schwenken. So schafft man ungehinderten Blick in den Arbeitsraum von drei Seiten und ermöglicht gleichzeitig von zwei Seiten den direkten Zugriff für den Werkstückwechsel. Ist durch die Schwenkbewegung der A-Achse der Blick auf die Zerspanstelle versperrt, lässt sich das CNC-Panel um 90° nach vorne drehen. So kann von der BAZ-Stirnseite Werkstück und Werkzeug beobachtet und gegebenenfalls über die Steuerung in den Bearbeitungsprozess eingegriffen werden. Dadurch, dass die Gegenseite des Arbeitsraumes ebenfalls völlig frei ist, drängt sich hier eine werkstückseitige Automation nahezu auf. Der Werkzeugwechsler mit 44 Werkzeugen in der Grundausstattung, optional mehr als 200 Werkzeuge, würde das zumindest fördern. Das bislang größte Bearbeitungszentrum von Fehlmann wird dem Werkzeug- und Formenbau allerdings auch durch einen Verfahrweg in Y-Richtung von 700 mm und einer möglichen Tischbelastung von 350 kg gerecht. Für größere Werkstücke steht dem Bediener ein Rundtisch mit einem Störkreis von 560 mm zur Verfügung, über den sich zusätzlich noch ein Überspanntisch mit 650 x 570 mm aufsetzen lässt. Die vier Aufsetzflächen mit den entsprechenden Bohrungen sind dabei schon an der Schwenkbrücke vorbereitet. Mit dieser Möglichkeit verzichtet man zwar auf die 360°-C-Achse, verfügt aber über die A-Achse mit einem beidseitigen Schwenkbereich von plus/minus 115°. Trotz des direkt angetriebenen Rund-Schwenktisches, der enormen Steigerung von Tischlast und möglicher Werkstückabmessungen ist die Fehlmann AG dem Grundsatz nach höchster Präzision treu geblieben. Das beginnt bereits bei der Auswahl des Werkstoffes für die FEM optimierte Maschinenstruktur mit Drei-Punktauflage. Der eingesetzte Grauguss kann hier beispielsweise mit ausgezeichneten Dämpfungseigenschaften und homogener Wärmeleitfähigkeit punkten. Die thermische Stabilität wird also durch die Grauguss-Konstruktion sowie eine aktive Kühlung aller wichtigen Maschinenbestandteile erzielt. Außerdem kann die Präzision bei Grauguss durch Schaben verbessert bzw. bei Bedarf korrigiert werden. Um im Betrieb das Maschinenbett nicht unnötigen Temperaturschwankungen auszusetzen, arbeitet man bei der Versa mit einer thermischen Trennung des Arbeitsraumes vom Gussbett. Dies wird über rostfreie Kühlmittelkanäle für Spülmittel und Späne erreicht. Dass bei Fehlmann die geometrische Präzision schon im mechanischen Aufbau beginnt, davon konnten sich die Besucher in den Produktionshallen selbst überzeugen. So werden trotz der hohen Fertigungstiefe in Seon Maschinenbett und Portal abgegossen, bearbeitet und geschliffen angeliefert. Diese Qualität entspricht allerdings nicht den Anforderungen der Verantwortlichen bei Fehlmann. Mit speziellen Techniken wird hier aufs µm korrigiert. Ist das Portal aufgebaut, müssen die Flächen exakt zueinander laufen. Exakt heißt, maximal 1 µm. Bei Fehlmann arbeitet man deshalb mit einer speziellen Messvorrichtung über die mit zwei Messuhren gleichzeitig gefahren wird. Bis 1 µm ist alles in Ordnung, darüber hinaus werden alle Winkelgeometrien nochmals eingeschabt. Ziel der Qualitätssicherung ist, in den Achsen Toleranzen kleiner 5 µm zu erzielen. Außerdem hat man ein „ausgeklügeltes System“ geschaffen, mit dem die Schwinge mechanisch näher an das Drehzentrum gebracht werden kann. Diese Beispiele machen deutlich, dass man bei Fehlmann die Präzision nicht mit elektronischen Kompensationen erreicht sondern in die Grundgenauigkeit der Maschine legt. Nur so sind auch Werte wie eine Linearität in der XY-Achse von 3 µm, die Rechtwinkligkeit von oben nach unten von 2 µm oder eine Kreisformabweichung von 2 µm zu erklären. Wer dann letztendlich bereit ist, eine solche Durchgängigkeit an Präzision, die ja auch für die Picomax60 ERC gilt, unter Beweis zu stellen, zudem einen Service demonstriert, der alle Ersatzteile – selbst für sehr alte Maschinen - sofort verfügbar hält, der weiß was der Werkzeug- und Formenbau erwartet. Schade nur, dass die Einladungen an den Hallwiler See so selten sind.

www.fehlmann.com

 



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