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Wasserstrahl schruppt – Draht verfeinert

von Harald Klieber Der technologische Meilenstein in punkto Erodieren war auf der Metav sicherlich die Hybrid Wire Machine von Sodick. „Sie schruppen mit dem Wasserstrahl und schlichten die letzten vier bis fünf Hunderstel mit Draht“, erklärte Deutschland-Chef Norbert Kempf gegenüber Special Tooling. Durchschnittlich sei man mit Wasserstrahl bis zu 20 Mal schneller gegenüber dem klassischen Drahterodieren.

Genau am 19.3.2008 feierte Sodick im neuen Technolgiezentrum Magstadt 25-jähriges Bestehen in Europa. Der nach eigenen Angaben weltweit führende Hersteller von linearen Erodiermaschinen entwickelte sich auch in den Krisenjahren der Werkzeugmaschinenindustrie mit steigenden Marktanteilen zum zweitgrößten Hersteller in Europa. Ob mit der Einführung der Lineartechnologie, mit intelligenten Steuerungssystemen oder mit dem ‚Polieren’ von Oberflächen mit dem Elektronenstrahl – immer wieder schafft es Sodick mit innovativen Ideen die Werkzeug- und Formenbau-Branche zu verblüffen und zu revolutionieren. „Wir sehen uns nicht als reiner Lieferant von Maschinen,“ erläutert Deutschland-Geschäftsführer Norbert Kempf. „Anders als in den großen Wachstumsmärkten Asien und Osteuropa ist ein Wachstum in den reifen, gesättigten Märkten nur im Sinne einer qualitativen Wertschöpfung möglich. Unsere Aufgabe ist es daher, als Partner der Werkzeug- und Formenbauer Lösungen für mehr Produktivität und mehr Rentabilität zu schaffen.“ Und auch im Jubiläumsjahr hat Sodick einige neue Maschinen zu bieten: die Senk-ererodiermaschinen der neuen AG-Serie, im Drahterodierbereich die LP-Reihe und die auf der EMO vorgestellte und seit der Metav orderbare Hybrid Wire Machine, der laut Sodick weltweit einmaligen Kombination aus Drahterodiertechnologie und Wasserstrahlschnitt. „Gerade mit der Hybridmaschine ist uns wieder einmal ein eindrucksvoller Nachweis der Innovationsfähigkeit von Sodick gelungen. In einer Maschine bekommen Sie Drahterosion und Wasserstrahl, wobei der Wasserstrahlschnitt bereits absolut mit der Genauigkeit der Drahterosion mithalten kann“, unterstreicht Norbert Kempf die Präzision der neuen Technologie. Ähnlich wie bei der Einführung der Lineartechnologie hatte Sodick nach Angaben von Norbert Kempf mal wieder ‚um die Ecke’ denken müssen, um eine Lösung zur Maximierung der Bearbeitungsgeschwindigkeit beim Drahterodieren zu erzielen. Die Verbindung mit der Wasserstrahltechnologie erschien insofern als sinnvoll, als doch beide Technologien einige Ähnlichkeiten aufweisen, insbesondere die Bearbeitung im Wasserbad und auch in der Programmierung der Maschinen. Zur Entwicklung dieser nahezu perfekten Maschine hatte Sodick sich mit der Flow International Corporation aus Seattle verbündet. Gemeinsam mit diesem weltweit größten Hersteller von HD-Wasserstrahlmaschinen, der auch eine Niederlassung in unmittelbarer Nähe in Sodick’s Zentrale in Yokohama besitzt, hatte Sodick dieses ehrgeizige Projekt in Angriff genommen – und die Hybrid Wire Machine nun auch zur Serienreife gebracht. Für das Projekt war es dabei sehr vorteilhaft, dass Sodick die meisten Bauteile seiner Maschine selbst entwickelt und produziert. „So war es möglich, innerhalb kürzester Zeit eine Maschine zu entwickeln, die den Erodiermarkt revolutionieren wird“, sagt Norbert Kempf. Die Hybrid Wire Machine bietet insgesamt drei Betriebsarten. Als reine HD-Wasserstrahlmaschine schneidet sie alle nichtleitenden Materialien. Des Weiteren kann sie als reine Drahterodiermaschine genutzt werden und obendrein auch als Kombination aus beiden Technologien. Zur Maximierung der Produktivität erfährt ein Bauteil zunächst die Schruppbearbeitung per Wasserstrahlschnitt mit bis zu 130 cm2/min. Die Startlöcher für die anschließende Drahtbearbeitung werden im gleichen Arbeitsgang erledigt. In nur 3 min verwandelt sich die Hybrid Wire Machine dann in eine hochpräzise Drahterodiermaschine und startet die Feinbearbeitung ohne zusätzliche Umrüstungsarbeiten. Im Inneren der Maschine kontrolliert und steuert die intelligente Q3Vic-Technologie sowohl den Wasserstrahl- als auch den Erodierprozess. Eine 3D-CAD-Datei wird dabei direkt importiert und ohne Umwege in entsprechende NC-Codes für die Wasserstrahl- und Drahterodierbearbeitung umgewandelt. Der Maschinenoperator wählt dann nur noch die Bearbeitungsbedingungen, wie Material, Werkstückdicke oder Drahtdurchmesser aus vorkonfigurierten Drop-Down-Listen aus und fertig – die Bearbeitungsdaten werden automatisch vom Programm erstellt. Dieser automatischeProzess macht die Programmierung zum Kinderspiel. Die Hybrid Wire Machine bietet Verfahrwege von 550 x 350 x 250 mm für die Bearbeitung von Werkstücken bis 750 x 550 x 200 mm und einem Gewicht bis 700 kg. In der Wasserstrahlbearbeitung sind Konikwinkel bis 8° möglich, im Drahtbetrieb bis zu 30°. Zum Standardlieferumfang gehören High-Speed Drahteinfädelung mit Vorglühfunktion, eine Jumbo-Drahtaufwicklungseinheit und ein Drahtendenbeseitiger. Aber auch die designierten Nachfolger der erfolgreichen Senkerodiermaschinen der AQ-Baureihe stehen der Hybridmaschine in punkto Innovation in nichts nach. Die neuen Modelle heißen AG35L, AG55L und AG75L. Die mit allen technischen Finessen ausgestatteten Maschinen bieten nach Angaben von Norbert Kempf die weltweit höchsten Bearbeitungsgeschwindigkeiten und gleichmäßige Oberflächen in hoher Qualität. Eine Besonderheit der AG-Serie ist die neuartige SGF-Steuerung mit niedrigen Elektrodenverschleißraten von unter 0,06%. Diese als ‚Zero-Verschleiß’ definierte Größe eröffnet ganz neue Bearbeitungsperspektiven: Für den gesamten Bearbeitungsprozess ist nur eine einzige Elektrode notwendig – vom Schruppen bis zur Endbearbeitung. Auch können nun viel mehr Arbeiten mit kostengünstigen Graphit- anstelle von Kupferelektroden durchgeführt werden. Die geringere Anzahl an Elektroden reduziert die Zeiten für die Maschineneinrichtung und bietet weniger Raum für Fehler durch konstantere Performance. Dagegen sind die neuen Drahterodiermaschinen der LP-Generation nach ersten Erfahrungen von Norbert Kempf die schnellsten und genauesten der Welt. Die Modelle AQ327L LP, AQ537L LP, AQ750L LP und AQ900L LP hat Sodick mit neuen Hochleistungsgeneratoren ausgestattet, die jederzeit über ausreichend Energiereserven verfügen und zusammen mit der über 70% steiferen Maschinenstruktur die Basis für hohe Präzision bei maximaler Bearbeitungsgeschwindigkeit bilden. Die neue LP-CNC-Steuerung wird serienmäßig mit ‚Intelligent Q3vic’ geliefert. Dies ermöglicht dem Bediener den direkten Import von 3D-Volumenmodellen und die Extraktion aller drahtzuerodierenden Konturen innerhalb weniger Sekunden. Auch Werkstücke mit komplizierter Formgebung und unterschiedlichen Schnitthöhen können mit einem einzigen Befehl programmiert werden. Das Softwarepaket aller LP-Maschinen beinhaltet auch eine komplette Lizenz von Intelligent Q3vic und Esprit auf CD-ROM. Dieses Programmpaket im Wert von über 7.000 Euro ist für alle neuen LP-Maschinen kostenlos, kann auf einem externen PC installiert werden und ermöglicht dem Bediener, 3D-Volumenmodelle auch außerhalb der Maschine zu bearbeiten.

www.sodick.de



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