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von Harald Klieber Es ist jetzt fast ein Jahr her, dass Agie, Charmilles und Mikron unter dem Dach des Georg-Fischer-Konzerns fusionierten. Für deutsche Kunden ist seit dem 1.7. 2007 vor allem der einheitliche Ansprechpartner in 27 Verkaufsgebieten neu. Bruno Allemand Geschäftsführer der GF AgieCharmilles Deutschland erklärt, wie das funktioniert und was die Kunden von dem Technologieverbund des Fräsens und Erodierens aus einer Hand haben.
Vor allem viele Agie- und Mikron-Liebhaber haben sich sicherlich noch nicht an die flankierenden Farbstreifen im Charmilles-typischen Orange gewöhnt, die seit der EMO 2007 in Hannover das einheitliche Design der Fräs-, Draht- und Senk-Erodiermaschinen von GF AgieCharmilles bilden. GF-AgieCharmilles-Deutschland-Geschäftsführer Bruno Allemand beruhigt aber: „Farben verändern sich, Kompetenz bleibt. Außerdem gibt es einfach zu viele Synergien, die uns zu diesem engen Technologieverbund veranlasst haben. Und zwar nicht nur für uns als Maschinenhersteller, sondern in erster Linie für unsere Kunden.“ Auf der einen Seite wollen die Schorndorfer Erodier-Experten damit natürlich ihre Marktposition stärken und deren Erodier-Marktanteile als GF AgieCharmilles über 50% halten und möglichst ausbauen. Deutlich zulegen will Bruno Allemand in der HSC/HPC-Sparte mit den Mikron-Fräsmaschinen, die bislang noch bei einstelligen Marktanteilen in Deutschland stehen. „Auf der deutschen Kundenseite entstehen aber durch die Fusion von Vertrieb und Service wesentliche Synergien. Sie haben einen kompetenten Ansprechpartner, der je nach Applikation nicht nur Draht- oder Senk-Erodieren empfehlen kann, sondern auch Standardfräsen, HSC oder HPC. Di ese Bandbreite hat auf unserem technologischen Niveau sonst keiner in Deutschland“, unterstreicht Bruno Allemand seinen Wettbewerbsvorteil. Im Detail hat GF AgieCharmilles Deutschland das Bundesgebiet in vier Verkaufsregionen mit je einem Verkaufsleiter und insgesamt in 27 Verkaufsgebiete mit je einem Verkaufsingenieur unterteilt. Zur Seite stehen den Verkaufsingenieuren von der Zentrale Schorndorf aus drei Produktspezialisten für das Fräsen und vier für das Erodieren. „Wir haben durch die Zusammenlegung bislang nur profitiert. Insgesamt besteht das Vertriebsteam aus über 60 Mitarbeitern“, betont Bruno Allemand die Schlagkraft seiner Mannschaft. Für das passende Ambiente soll übrigens bald schon der Neubau eines Competence-Centers fürs Erodieren- und für Fräs-Applikationen in Schorndorf sorgen. Der Chef selbst kam übrigens auch zum 1.7.2007 aus Nidau. Bruno Allemand ist seit 20 Jahren in der Werkzeugmaschinenbranche tätig, er war in den letzten 8 Jahren Geschäftsführer der Mikron Agie Charmilles Sales mit den Ländervertretungen Schweiz, Österreich, Benelux, Skandinavien, Osteuropa und GUS. „Ziel der GF AgieCharmilles Deutschland ist es, mit dieser Struktur näher am Kunden zu sein – und vor allem durch technische Qualität wie auch Beratungskompetenz zu überzeugen. Hier hilft uns natürlich unser umfassendes Produktspektrum. Wir müssen niemandem etwas aufschwatzen, sondern können auf den Punkt, also auf die Anwendung zugeschnitten beraten und verkaufen“, erklärt Bruno Allemand. Während dort das Senken die ideale Prozesstechnologie sei, könnte bei der nächsten Anwendung schon wieder das Fräsen oder Drahterodieren oder sogar deren Kombination dem Kunden neue Wettbewerbsvorteile verschaffen. „Wichtig ist diesbezüglich natürlich, dass wir unsere Hausaufgaben machen: also unsere Produkte weiter entwickeln und die Kernkompetenzen im Haus behalten“, skizziert Bruno Allemand den Fokus auf Spindeln, Tische und vor allem auf die Steuerungs-Technologie und die bekannten smart-machine-Module von Mikron, die beispielsweise schon sensorisch Vibrationen ermittelt und den Bediener auffordert durch Parameterverschiebung diese abzustellen. Steuerungen und Generatoren fürs Erodieren würden besonders gepflegt und weiter entwickelt. Entwickler in Losone und Genf konzentrieren sich ausschließlich bei GF AgieCharmilles aufs Erodieren, Entwickler in Nidau denken nur an das Fräsen von morgen. Und genau dort sieht Bruno Allemand aber auch die Chancen für seine Kunden: „Wir sollten uns schnell von der Fokussierung auf eine Technologie verabschieden. Es heißt nicht Fräsen versus Senkerodieren, sondern deren Kombination bringt’s.“ Zwar würden nach Angaben von Bruno Allemand mittlerweile rund 80% der HSC/HPC-Maschinen mit Automation ausgeliefert, weil Mikron den Invest durch Eigenentwicklung auf das Nötige beschränkt und damit den durchschnittlichen Invest pro Maschine deutlich gedrückt hat. Dennoch gilt nach Erfahrung von Bruno Allemand das intelligente Fräsen bei den Formenbauern bislang lediglich als eine Ergänzung zum Senkerodieren. „Aber genau dort werden momentan noch große Potenziale nicht ausgeschöpft. Und deshalb sind wir mit unserer neuen Vertriebsstruktur absolut zukunftsorientiert gemäß dem Markenversprechen von GF AgieCharmilles ‚Achieve more’. Das heißt: wir wollen, dass unsere Kunden mehr erreichen“, schmunzelt Bruno Allemand. Neue Einsparungspotenziale verspricht der Geschäftsführer des für GF AgieCharmilles Deutschland größten und bedeutensten Marktes aber mit noch effizienteren, präziseren und perfekt automatisierten Maschinen. „Gerade unsere Kunden schätzen die hervorragende Zugänglichkeit unserer Mikron HSC/HPC-Maschinen – sowohl durch das Fachpersonal wie auch durch Palletiersysteme oder auch Roboter. Bestes Beispiel dafür ist unser neues Flaggschiff, die Mikron HPM 600 HD, die bis zu 800 cm3/min zerspant“, unterstreicht Bruno Allemand den nächsten Schritt zur Hochleistungszerspanung. GF AgieCharmilles präsentierte auf der Metav in Düsseldorf zwei neue 5-achsige Bearbeitungszentren, die Mikron HPM 600U und 800U. Die BAZs überzeugen mit einem Grundkonzept, das über starke Antriebe in den Achsen X, Y, Z und über Direktantriebe in den Rund- und Schwenkachsen verfügt. Für dynamische wie wirtschaftliche Bearbeitung sorgen die automatische Beladung von Werkstücken via Palettenwechsler und die Werkzeugwechsler, denen unter drei Sekunden reichen für das Wechseln aus den Magazinen mit 30, 60 oder bis zu 210 Werkzeugen.