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Wer mit unterschiedlich großen Werkzeugen und damit verschiedenen Drehzahlen und Drehmomenten arbeitet, weiß ein Kopfwechselsystem, wie es Danobat-Bimatec schon seit 1994 anbietet, zu schätzen. Innerhalb weniger Minuten kann der Bediener den für die jew
Seit Januar dieses Jahres steht die jüngste Investition des Weilbacher Modell-, Formen- und Werkzeugbauers Breunig & Co in den Hallen und hat sich seither mit über 2000 Betriebsstunden beachtlich geschlagen. Es handelt sich um eine Soraluce Fahrständerfräsmaschine FS 8000, die mit genau jenem automatischen Kopfwechselsystem ausgestattet ist, das von Danobat-Bimatec als Formenbau-Variante jüngst präsentiert wurde. Für Andreas Lindner, Verkaufsleiter der Danobat-Bimatec Werkzeugmaschinen GmbH, ist die Breunig-Installation in zweierlei Beziehung ein Idealfall. Zum einen gehört das Weilbacher Traditionsunternehmen zur Elite hiesiger Formen- bauer, ist also beste Referenz. Und zum anderen war man bei Breunig offen genug, um die neue Maschine anlässlich eines Open-House potenziellen Danobat-Kunden, also auch Mitbewerbern, zu zeigen.
Die Ursprünge der Breunig & Co. Modell- und Formenbau GmbH liegen mehr als 90 Jahre zurück, die Wurzeln liegen in einer Wagnerei und Bauschreinerei. Seit den sechziger
Jahren befasst sich das Unternehmen aus- schließlich mit dem Modell- und Formenbau. Der Holzmodellbau wurde damals sehr bald durch eine metallverarbeitende Abteilung ergänzt und somit der Grundstein des heutigen Formenbaus gelegt. In den achtziger Jahren kamen zunehmend Kunden aus der Automobilbranche nach Weilbach, ein Klientel, das heute 95 % der Kundschaft ausmacht. Lehren und Prototypmodelle bilden den Schwerpunkt des Tätigkeitsfeldes, wobei Breunig die
gesamte Prozesskette, von der Konstruktion bis zum fertigen Produkt, anbietet. In Weilbach findet sich deshalb auch in Sachen Fertigung, und das heißt im Wesentlichen Fräsen, alles, was man von einem Unternehmen dieser Art erwarten darf.
Die neue Fahrständerfräsmaschine Soraluce FS 8000 ist in der Fertigung sicherlich das Highlight. Die Entscheidung für gerade diese Maschine ist Breunig bestimmt auch deshalb leicht gefallen, weil man mit einer Soramill
SM 8000 schon länger einen spanischen Frässpezialisten im Hause hat. Oder? Werkzeugmachermeister Georg Breunig: Sicherlich haben wir uns auch andere Maschinen angesehen. Letztlich war es aber das Kopfwechselkonzept, das uns überzeugte. Sein Cousin Martin Breunig, seines Zeichens Modellbaumeister, ergänzt: Die positiven Erfahrungen mit unserer Soramill und nicht zuletzt der gute Support von Danobat-Bimatec spielten schon mit eine Rolle bei der Entscheidungsfindung, aber für ein Unternehmen muss bei einer solchen Investition immer der tatsächliche Bedarf im Vordergrund stehen.
Sehen wir uns das neue Fräszentrum etwas näher an. Die Eckdaten in Kürze:
³ X 8000 mm, Y 1500 mm, Z 2400 mm
³ Automatisches Kopfwechselsystem
³ Schruppkopf mit 1710 N Drehmoment
³ Universalkopf mit stufenloser Winkelein- stellung
³ 5-Achs-Kopf mit eingebauter Elektrospindel
³ Laser-Werkzeug-Mess-System
Ein weiteres Merkmal der Maschine dürfte Branchenkennern ohnehin bekannt sein: Danonabat-Bimatec war einer der ersten Werkzeugmaschinenhersteller, der konsequent auf INA-Wälzführungssysteme in den Linearachsen setzte, was sich ausgesprochen positiv auf
Präzision und Standfestigkeit, gerade von Großfräsmaschinen, auswirkt. Höchste Genauigkeit durch Vorspannung und Spielfreiheit der Führungen sowie eine hohe Steifigkeit und Dynamik durch eine diagonale Kraftaufnahme sind die markantesten Vorteile.
Was die Maschine, neben ihrer Größe, aber zur Formenbaumaschine macht, ist das Kopfwechselkonzept mit drei für diese Branche maßgeschneiderten Variantenlösungen. Highspeed oder Drehmoment
die FS 8000 in Weilbach bietet beides. Der Kopfwechsel erfolgt jeweils automatisch über eine pneumatisch verfahrbare Pick-Up-Station, die sich außerhalb des Arbeitsbereiches befindet, und die neben den drei Fräskopfplätzen noch 12 Werkzeugspeicherplätze beherbergt.
Zu den Fräsköpfen. Da wäre zunächst der orthogonale NC-Fräskopf mit 4. und 5. Achse zu nennen. Beide Achsen sind übrigens mit einem direkten Messsystem ausgestattet, die Positionierung erfolgt in 0,001°-Schritten. Mit integrierter Hochfrequenzspindel und einem Drehzahlbereich bis 18 000 U/min ist sie das HSC-Modul des Fräszentrums.
Als Universalkopf erweist sich der automatisch indexierende Fräskopf mit stufenloser Teilung in beiden Ebenen. Die NC-Achse befindet sich hier in der hinteren Ebene. Auch hier sind die Antriebe in beiden Achsen mit direkten Messsystemen ausgestattet. Mit einem Nominaldrehmoment von 855 Nm und einem Drehzahlbereich bis 4500 U/min ist dieser Fräskopf der Allrounder des neuen Fräszentrums bei Breunig.
Der dritte Fräskopf ist mit seinem integrierten Untersetzungsgetriebe (i = 2:1) die Variante der Wahl für Auskoffer- und Schrupparbeiten. Dafür steht das Nominaldrehmoment von 1710 Nm. Der Drehzahlbereich liegt hier zwischen 167 und 2250 U/min.
Noch ein Blick auf den wassergekühlten Hauptspindelmotor der
FS 8000, der in den Frässchieber integriert und in einer Linie zur Hauptantriebswelle angeordnet ist. Die Integration in den Frässchieber birgt einige Vorteile in sich. Zum einen ist dadurch die Hauptantriebswelle kürzer, was eine optimale Laufruhe auch bei sehr hohen Drehzahlen gewährleistet. Zum anderen entfällt der Einsatz von Riemen bzw.
Riemenscheiben. Leistungsverluste und Wärmeentwicklung durch die Riemen sind dadurch eliminiert. Der Spindelmotor ist an ein REDEX-Getriebe angekoppelt mit zwei Drehzahlverhältnissen (1:1 und 1:4,5). Das Getriebe wird ölgeschmiert und über Kühltaschen gekühlt. Innerhalb des Frässchiebers werden die Schrägkugellager fettgeschmiert und ölgekühlt.
Von den Produktivitätsvorteilen dieses Fräszentrums konnten wir uns anlässlich einer Vorführung im Hause Breunig selbst überzeugen. Innerhalb weniger Minuten kann der Bediener über das Kopfwechselsystem den für die Aufgabenstellung am besten geeigneten Fräskopf auswählen. Das Bearbeitungsprogramm muss nur jeweils die Daten des Werkstücks enthalten und rechnet beim Wechsel des Fräskopfes diese Daten jeweils auf die neue Situation um. Was uns ebenfalls beeindruckt hat, war die Dynamik der Drehachsen kein Wunder, kommen doch hier teilweise Torquemotoren zum Einsatz.
Andreas Lindner hat für die Formenbau-Variante à la Breunig schon seit der letzten EMO reges Interesse von Formenbauern verspürt, sodass der für dieses Jahr vorgesehene Absatz weiterer vier Maschinen ein realistisches Ziel darstellt. fjg