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Auf der METAV wird die Hermle AG mit dem neuen 5-Achs-Universalbearbeitungszentrum C 40 U dynamic ein völlig neues Produkt vorstellen. Auch wenn die ¿Neue aus Gosheim¿ auf den ersten Blick ihren Schwestern der C-Baureihe ähnlich sieht, so ist sie do
Vorstandchef Dietmar Hermle bringt die Ab-sicht, die hinter der neuen Maschine steckt, auf den Punkt: Der steigende Anteil an 5-Achs-Bearbeitungszentren hat uns veranlasst, neue Maßstäbe in der Dynamik der 5-Achs-Bearbeitungen zu setzen. Das Universalbearbeitungszentrum C 40 U dynamic wird die neue Dimen-sion in der dynamischen 5-Achs-Bearbeitung werden. Wer jetzt an direktangetriebene Linearachsen denkt, liegt jedoch falsch. Die diesbezügliche kritische Distanz zu Lineardirektantrieben gibt es in Gosheim nach wie vor. Auch beim Premierenkind setzt man weiterhin auf die bekannte Kugelgewinde-Basis.
Aber: Die Beschleunigung in allen Linear-
achsen erreicht mit 10 m/s2 schon nahezu Direkt-Antriebswerte, und auch die Verfahrgeschwindigkeiten sind mit 60 m/min mehr als ausreichend.
Nach Überzeugung von Tobias Schwörer, Bereichsleiter Konstruktion und Entwicklung bei Hermle, macht es ohnehin wenig Sinn, bei einer 5-Achs-Maschine aus Geschwindigkeitsgründen Lineardirektantriebe einzusetzen: Die langsamsten Achsen bestimmen letztlich die Bearbeitungsgeschwindigkeit, und das waren und sind die Rundachsen. So verwundert es nicht, dass die Gosheimer Entwicklermannschaft gerade hier zusätzliche Dynamik suchte: Das schon angesprochene Prädikat dynamic verdienen sich vor allem auch die Drehachsen in den unterschiedlichen Versionen dank Torquemotor.
Bei der C 40 U mit NC-Schwenkrundtisch
(Ø 800 mm), werden Werkstücke bis 1000 kg für die dynamische 5-Achs-Simultanbearbeitung mit bis 65 U/min in der C-Achse (360°) und bis zu 25 U/min in der A-Achse (+25°/100°) bewegt und simultan bearbeitet.
Die zweite Basis-Variante, die C 40 U mit 2-fach NC-Schwenkrundtisch Ø 280 mm, wartet mit Drehzahlen von bis zu 40 U/min in den C-Achsen (360°), und bis zu 50 U/min in der A-Achse (+/ 115°) auf. Diese Variante ist in Sachen Produktivität besonders interessant: Wer die 5-Achs-Simultanbearbeitung produk-tiver nutzen möchte, findet hier die ideale
Maschine mit zwei Drehtischen auf einer Schwenkachse. Gerade für den Werkzeug- und Formenbau verspricht eine solche Lösung gesteigerte Produktivität: Mit zwei aufgespannten Werkstücken lässt sich so manche Schicht bestreiten, ohne rüsten zu müssen.
Was die C 40 U dynamic jedoch besonders auszeichnet, ist das konsequente Baukastenprinzip, auf dem das Konzept beruht. Dieses geht weit über das übliche Maß hinaus, und es sollte kaum Kundenwünsche geben, die offen bleiben müssen. Das Anbieten unterschiedlicher Arbeitsspindeln (Drehzahlenvarianten von 10000/ 18000/2800/40000 1/min lassen sowohl beim kräftigen Drehmoment wie auch für das HSC-Bearbeiten keine Wünsche offen) oder die Erweiterung des Werkzeugmagazins (optional erweiterbar auf 123 oder 200 Plätze) sind dabei lediglich zwei Standards, die mit dem konsequenten Baukasten a la Hermle noch wenig zu tun haben. Diese Variabilität anzubieten ist eigentlich der Normalfall alleine deshalb würde in Gosheim noch nicht von Baukasten gesprochen werden.
Neben unterschiedlichsten Tischvarianten, die sich noch dazu in großer Modularität präsentieren, steht beispielsweise eine Vielzahl von verschiedenen Werkstückaufnahmen (SK 50, HSK 100, T-Nuten, Nullpunktspannsysteme, Palettierungen) zur Verfügung.
An verschiedenste Konzepte in Sachen Medienzu- und abführungen wurde bereits beim Grundkonzept gedacht. Die C40 U dynamic beherrscht in ihren Varianten Trocken- oder Nassbearbeitung (IKZ-Pakete mit Turbofilter, Papierbandfilter oder Siebkorb) inklusive Minimalmengenschmierung in allen denkbaren Varianten. Selbstredend ist sie auch mit einem Grafitbearbeitungspaket für die Elektrodenfertigung zu haben. Nahezu unbegrenzt sind auch die Automatisierungsmöglichkeiten. Das reicht bei der Automatisierung im Werkstückbereich von der einfachen Adaption eines Palettenwechslers für das hauptzeitparallele Rüsten bis zum Ausbau als komplette Fertigungszelle (inklusive Palettentransport und Palettenmagazinierung) in 2 Systemen.
Nun sind erweiterbare Maschinen vielleicht nichts Besonderes, werden Sie denken. Schließlich lässt sich jede Maschine mehr oder weniger erweitern. Dennoch ist die C 40 U dynamic doch ein konzeptionelles Unikum. Der Grund: Hier wurde bereits von der ersten Konzeptskizze an der Weg verfolgt, die größtmögliche Variabilität hinein zu konstruieren. Bereits der Maschinengrundkörper aus Polymerbeton wurde unter der Prämisse entworfen, alle möglichen Varianten zuzulassen. Dass alle elektrischen Versorgungs- und Steuerleitungen auf modernster Bus-Technologie beruhen ist ein weiterer Punkt (von vielen), der Platz für Modularität schafft. Kurz gesagt: Nur wenn der Grundbaustein des Baukastens stimmt, ist echte Modularität möglich, ohne dass das Endprodukt zur Sondermaschine mutiert.
So gesehen scheint die Neue aus Gosheim ein gelungener Wurf zu werden. Stellt sich nur die Frage, wie sich die C 40 U dynamic auf das bestehende Produktprogramm von Hermle auswirkt? Das Erfolgsmodell C 800, aber auch die C 1200, könnten hier Konkurrenz aus dem eigenen Haus bekommen. Kannibalisierungstendenzen sieht man in Gosheim jedoch gelassen entgegen, es wird eher von einer Ergänzung nach oben gesprochen. Schließlich hat die höhere Produktivität der neuen Maschine auch einen höheren Preis, und die Kunden werden
entscheiden müssen, ob sie diese brauchen oder nicht. fjg