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Zukunft beginnt heute

Designer verändern das Gesicht der Welt, und Formenbauer schaffen die Realität. Wenn ein deutscher Formenbauer seit dreißig Jahren erfolgreich ist und im globalen Wettbewerb besteht, lohnt es sich, hinzusehen. Vielleicht liegt das Erfolgsrezept bei Braunform in der Willenskraft, es mit Sokrates zu halten: „Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.“

Am 21. September 2007 feierte die Braunfrom GmbH, Kunststoff- und Pharmatechnik, ein Jubiläum. Unter dem Motto „30 Jahre in Bestform“ erinnerte das Unternehmen aus Bahlingen am Kaiserstuhl an den Weg von der Firmengründung im Jahre 1977 bis heute. “In dieser Zeit haben wir uns von einem soliden badischen Handwerksbetrieb zu einem Industrieunternehmen mit Kunden weltweit entwickelt,“ so Geschäftsleiter Erich Braun beim Jubiläum, das man als informativen “Technologietag“ beging. Namhafte Referenten aus Wissenschaft und Industrie befassten sich mit der Zukunft und den Chancen des deutschen Werkzeug- und Formenbaus, mit dem Leistungsvermögen von Spritzgießmaschinen, mit der „Highspeed“-Automation als Erfolgsfaktor, mit der Herausforderung durch pharmazeutische Hochpräzisionsteile, mit der Mehrkomponenten-Technologie, mit der Kostenverantwortung des Konstrukteurs und mit „Melt Disk“, einer Standardlösung für das seitliche Anspritzen von bis zu acht Kavitäten. Alle diese Themen markieren Dreh- und Angelpunkte für erfolgreiches Wirken und gehören zum Alltag. Das Unternehmen bildet mit Produkt-entwicklung und Produktherstellung auf einem modernen Maschinenpark die gesamte Wertschöpfungskette ab. An entsprechenden Kundenaufträgen arbeiten 217 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie erwirtschafteten 2006 einen Jahresumsatz von 26 Millionen Euro. Den jüngsten Auftritt auf der K 2007 kommentiert Verena Bohnhorst, Leitung Marketing, in aller Kürze so: „Die K 2007 hat gezeigt, dass die Braunform GmbH ihrem Ruf als einer der führenden internationalen Partner im Bereich Formenbau gerecht wird und als Systemlieferant anerkannt ist.“ Zu 95 Prozent werden die Spritzgießwerkzeuge von Braunform an die Kunden ausgeliefert, doch immerhin deckt das Spritzgießen für den Kunden bei Braunform rund 35 Prozent des Umsatzes ab. Die drei Profitcenter der Braunform GmbH sind: Formenbau, Kunststofftechnik, Pharmatechnik, die für verschiedene Branchen arbeiten. Für das Gesamtunternehmen werden im Formenbau etwa 65 Prozent des Umsatzes erarbeitet. In klimatisierten Räumen werden Formen für alle Werkstoffe gebaut, die durch Spritzgießen verarbeitbar sind, also für Thermoplaste, thermoplastische Elastomere, Flüssigsilikone, Keramik- und Sintermetall-Materialien. Die Produktion von Kunststoffteilen für die Pharmatechnik – sie findet unter Reinraumbedingungen statt – trägt mit rund 25 Prozent zum Umsatz bei, die „normale“ Kunststoff-Teilefertigung mit 10 Prozent. „Innovative Spritzgießwerkzeuge“ ist in Werbeschriften des Unternehmens zu lesen – doch was heißt das? Verena Bohnhorst: „Wir sind zu Wagnissen bereit. Oft kommen Interessenten zu uns, die eine kniffelige Lösung verlangen. Wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen. Das bedeutet und setzt vo-raus, dass wir für Neues offen sind.“ Und Hansjörg Keusgen, Vertriebsleitung, ergänzt: „Wir haben das spätere Ergebnis im Blick. Das ist das Kunststoffteil, das es meist noch gar nicht gibt und den Formenbau herausfordert. Oder es ist ein älteres Produkt, das der Kunde mit einem neuen Design herausbringen möchte. Wir lassen uns anregen, erörtern was möglich ist, und beraten den Kunden. Bei einem Zweikomponenten-Spritzgießteil entwickeln wir den Vor- und den Fertigspritzling. Wir stellen das gefundene Design dem Kunden vor. Nach der Freigabe bauen wir ein Pilotwerkzeug und spritzen Musterteile. Um die Entwicklungszeit zu verkürzen, bieten wir dem Kunden an, nach der Design-Phase das Produkt mit uns gemeinsam in unserem Hause zu entwickeln.“ Eckard Herb, Technischer Leiter, befragt zu der alltäglichen Entscheidung, das geeignete Fertigungsverfahren für einen Arbeitsschritt im Formenbau zu bestimmen: „Wir verfahren nach dem Grundsatz: Alles, was HSC-gefräst werden kann, wird auch HSC-gefräst. Alles, was geschliffen werden kann, wird geschliffen. Wir können aber auf die Senk-erosion und das Drahtschneiden nicht verzichten, weil viele Konturen nur so herstellbar sind. Allerdings gilt das nicht uneingeschränkt. Bei unseren technisch hochwertigen Formen müssen wir viele Einsätze segmentieren. Und das macht es wiederum möglich, die offen liegenden Innenkonturen zu schleifen. Wegen der Genauigkeit und Zuverlässigkeit, die für das Spritzgießen hoher Stückzahlen notwendig ist, schneiden wir Auswerferbohrungen funkenerosiv per Draht. Außerdem ist es unerlässlich, dass Einsätze separat zueinander zentriert werden, um hohe Präzision im Fertigungsprozess zu erreichen. Wenn Spritzgießwerkzeuge rund um die Uhr sieben Tage in der Woche im Einsatz sind, ist es auch notwendig, Einsätze zu beschichten.“ Außer den Verfahren Härten und Beschichten sind alle Fertigungsverfahren im Hause verfügbar, so dass eine hohe Fertigungstiefe praktiziert wird. Selbstverständlich werden dafür die im Formenbau üblichen genormten Stahlplatten verwendet. Der deutsche Werkzeug- und Formenbau hat eine Zukunft, wenn acht „Profitregeln“ beachtet werden, so Professor Dr.-Ing. Rüdiger Haas, Institut für Fertigungstechnik und Produktion (IFP), Hochschule Karlsruhe, Technik und Wirtschaft. Seine Zielvorgabe betrifft, verkürzt wiedergegeben, die Steigerung der Wirtschaftlichkeit, die konsequente Umsetzung moderner Fertigungsprozesse, das Umfeld der Maschinen, die kurzen Entscheidungswege, die Nutzung von Synergien, den Aufbau von Kompetenznetzwerken, die Unterstützung durch Partner und Lieferanten bei der Einführung neuer Technologien, die Schulung und Weiterbildung. Braunform bietet Ausbildungswege für junge Frauen und Männer zum Werkzeugmechaniker, Mechatroniker, Verfahrensmechaniker, Technischen Zeichner, zur Industriekauffrau und zum Bachelor in Informationstechnik und in Kunststofftechnik an. 30 Auszubildende sind ein Potenzial, mit dem das Unternehmen dem steten Fachkräftemangel in anspruchsvollen Technologien begegnen kann. Auf die Frage „Was macht Sie stark“ antwortete Hansjörg Keusgen für Braunform kurz und klar: „Dass wir der Kunststoffbranche ganzheitlich alles bieten – von der Produktentwicklung bis hin zur Serienproduktion. Wir betrachten unsere Arbeit also immer auch aus der Sicht des Produzenten und haben die Wirtschaftlichkeit und die Zykluszeiten im Blick.“

www.braunform.com



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