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Unter Spezialisierung könnte man auch verstehen, dass man für jeden Werkstoff den entsprechenden Gewindebohrer verwendet. Die Lagerhaltung sowie der Zeitaufwand sind freilich entsprechend. Die ebmpapst GmbH & Co. KG in Mulfingen hat dem ein Ende gesetzt und mit universell einsetzbaren Gewindebohrern die Standzeiten teilweise verdreifacht.
Stahl, Kupfer, Aluminium und Kunststoff – für jeden Werkstoff gab es eigens einen Gewindebohrer. Abgestuft in den Größen M 2,5 bis M 12, in mehrfacher Ausfertigung ergibt das eine stattliche Anzahl an Werkzeugen, die kontinuierlich vorgehalten werden. Das war aber nur ein Grund, warum die Verantwortlichen in Mulfingen, allen voran Bernd Kretzschmar, verantwortlich für Entwicklung und Verfahren nach einer neuen Lösung suchten: „Im Werkzeugbau werden bei uns täglich bis zu 300 Gewinde geschnitten. Dabei haben wir es mit den unterschiedlichsten Werkstoffen zu tun. Deshalb waren wir auf der Suche nach einem Universalgewindebohrer, der einerseits für alle Materialien geeignet ist, anderseits aber standfest sein musste, denn unsere Bruchrate bei Gewindebohrern war bis dahin relativ hoch“. Bei den genannten Materialien erscheint die Standfestigkeit zunächst kein Thema zu sein. Markus Kempf, verantwortlich für das Fräsen, hat da allerdings andere Erfahrungen gemacht: „Wir haben Gewindebohrer von drei verschiedenen Herstellern für alle Werkstoffe, also vom Kunststoff bis hin zum hoch legierten Werkzeugstahl getestet. Die Gewindebohrer M 6 von zwei Herstellern gingen bereits nach zwei bis drei Werkstücken zu Bruch. Einzig die OSG-Gewindebohrer Z-SFT und Z-POT (für Sacklöcher) konnten wirklich überzeugen.“ Einer der problematischen Werkstoffe war unter anderem das Kupfer oder präziser: Berylliumkupfer, das äußerst zäh und hart ist. Mit dem OSG Z-SFT haben sich die Standzeiten mittlerweile nahezu verdreifacht und die Lagerhaltungskosten enorm reduziert. Der OSG Z-SFT und Z-POT sind aus Pulvermetall und speziell für unterschiedliche Materialanwendungen und lange Standzeiten ausgelegt. Im Werkzeugbau in Mulfingen wird die Qualität der Gewinde zwar nur über die „Facharbeiter-Sichtkontrolle“ vollzogen, die Verantwortlichen sind sich aber sicher, dass die aktuellen Gewindebohrer mehr halten als die Wettbewerber versprochen haben. Auch wenn die Geschwindigkeit eher zweitrangig ist, so werden bei Werkzeugstahl mittlerweile Schnittgeschwindigkeiten von 20 m/min, bei Aluminium von 30 m/min gefahren. Ganz anders dagegen sieht es bei ebmpapst in der Produktion aus. Hier wird für die Herstellung von Starterboxen in der Hauptsache nur ein Material bearbeitet: ein Bauteil aus siliziumreichem Aluminiumdruckguss. Auch hier war das Problem bislang die Standzeit der Gewindebohrer. Bei bis zu 24.000 Gewinden am Tag ist das sicher ein enormer Kostenfaktor. Mit dem OSG CC-SFT konnte die Standzeit jetzt von zirka 1.000 Gewinden auf 3.000 Gewinde mehr als verdreifacht werden. Die Vorteile des Gewindebohrers sind vor allem in der speziell entwickelten Schneidengeometrie zu sehen. Durch diese Schneidengeometrie produzieren die Gewindebohrer der CC (Chip Control)-Reihe sehr kurze, kontrollierte Späne. So wird ein optimaler Abtransport der Späne sichergestellt. Zudem sind die Gewindebohrer für schwer zerspanbare Materialien wie beispielsweise VA-Stähle, ST-Baustähle oder auch Titan geeignet. Michael Rimner, technischer Verkauf OSG, sieht aber auch in der Qualität der Gewindeoberflächen wie den geringren Bearbeitungstemperaturen messbare Vorteile der CC-Reihe. Anders als im Werkzeugbau wird in der Produktion bei ebmpapst die Qualität der Gewinde mit Gewindelehren regelmäßig geprüft. Bislang ohne Beanstandung.