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Es gibt keine ‚schlechten’ Systeme mehr für Werkzeug- und Formenbauer – nur noch im Hinblick auf die Bedürfnisse des Kunden ‚falsche’ Lösungen. Die rWS Formenbau GmbH hat sich hingegen für die ‚richtige’ Software entschieden: Visi-Series. Vor allem durch die einfache Bedienbarkeit, den speziellen Zuschnitt auf die Anforderungen des Formenbaus und das gute Preis/Leistungsverhältnis überzeugt Visi die Thüringer. Außerdem stehen zuverlässig jedes Jahr Releases zur Verfügung. Auch Verbesserungsvorschläge seitens der Anwender werden zügig umgesetzt.
Um langfristig gegen die starke Konkurrenz aus Osteuropa und Asien bestehen zu können, müssen deutsche Werkzeug- und Formenbaubetriebe besondere Stärken in die Waagschale werfen. Die rWS Formenbau GmbH ist zum Beispiel in der Lage, Aufträge sehr schnell abzuwickeln. Teile gehen mitunter bereits während der Konstruktionsphase in die Werkstatt. Auf diese Fähigkeiten greifen insbesondere Kunden aus der Automobilbranche häufig zurück. So haben die Thüringer das Werkzeug, mit dem die Niere für den BMW 1er gefertigt wird, produziert. Weitere Stärken zeigt rWS bei Teilen, die viele Fräsarbeiten erfordern. Ein Wettbewerbsvorteil ist aber auch die seit 1998 zur Konstruktion und Fertigung der Werkzeuge eingesetzte CAD/CAM-Lösung Visi-Series. „Die Software bietet Schnittstellen zu allen wichtigen Datenformaten, die ebenfalls als einzelne Module erhältlich sind. Zu den Stärken von Visi-Series zählt der Hybridmodellierer, der die kombinierte Solid- und Flächenkonstruktion zulässt, sowie die absolute Durchgängigkeit von CAD nach CAM und umgekehrt,“ berichtet Thomas Betz, Vertriebsbeauftragter von Mecadat, dem Distributor von Visi-Series im deutschsprachigen Raum.
Inzwischen ist die Software quasi mit rWS mit gewachsen. Ende der 90er-Jahre wurde mit dem CAD-Modul das erste Produkt aus dem Visi-Series-Portfolio angeschafft, ein paar Monate später das CAM-Modul. Seitdem wurde jedes Jahr ein neuer Arbeitsplatz installiert, so dass im Moment acht Installationen von Visi-Series vorhanden sind.
Bereits vor Visi-Series hatten die Konstrukteure mit einem CAD-Programm gearbeitet. Nachdem die Software nicht mehr weiterentwickelt wurde, sahen sich die Thüringer nach einem neuen System um. „Wir haben uns innerhalb einer Woche für Visi-Series entschieden, da es sich leicht bedienen lässt, absolut werkstattgerecht und speziell auf den Formenbau zugeschnitten ist. Außerdem stimmt das Preis/Leistungsverhältnis,“ so Helmut Schwemmlein, einer der beiden Geschäftsführer von rWS. Mittlerweile sind fast alle verfügbaren Module installiert: Visi-Design, Visi-Mould, Visi-Modelling, Visi-Split, Visi-Wire, Visi-Machining 2D und 3D sowie Visi-Machining 5-Achsen.
Im Laufe des Prozesses von den Konstruktionsdaten des Kunden bis hin zur Erstbemusterung des Werkzeugs ist Visi-Series immer mit im Spiel. Je nach Kunden kommen die Konstruktionsdaten zum Beispiel als Catia-Dateien, die zuerst in Visi eingelesen werden. In Visi-Design entwickeln die Konstrukteure das Werkzeug, legen Entformungsrichtungen und Trennungen fest sowie bei Bedarf den Übergang von Weichteil- in Hartteilkomponente. Konstruktionsdaten für Hydraulikzylinder und andere Kaufteile entnehmen die Mitarbeiter aus den diversen integrierten Datenbanken. Die Entscheidung, ob ein Heiß- oder ein Kaltkanal verwendet, oder nach welchen Kriterien der Kunststoff verarbeitet werden soll, richtet sich nach den vom Kunden gewünschten Spezifikationen. Nach etwa 14 Tagen erhält der Kunde die Daten zum Freigeben. Acht Wochen später kann er das Werkzeug nach der Erstbemusterung auf seine Funktion hin prüfen.
Sowohl die Fräsprogramme als auch die 2D-Zeichnungen für die Werkstatt werden komplett mit Visi-Series erstellt. Da Visi über ein durchgängiges Datenformat verfügt, kann der Werkzeugbauer benötigte Maße direkt vom Rechner in der Werkstatt abgreifen. So lassen sich Fehler minimieren und die Entwicklungskosten um bis zu 20 Prozent reduzieren.
Eine zentrale Rolle spielte Visi-Series auch im Rahmen des Studiums ‚Integriertes Produktdesign’ von Dominik Schwemmlein, der als Assistent der Geschäftsführung bei rWS tätig ist. Im Rahmen seiner Diplomarbeit erstellte er eine fliegende, unbemannte Unterstützungsplattform VOC für weit reichende Einsätze von Ordnungs- und Hilfskräften. Dieses VTOL-Drohnensystem verfügt – je nach Einsatzzweck, zum Beispiel im Zuge der Geoforschung oder bei unterschiedlichen Rettungseinsätzen – über Klein(st)flug-körpersysteme zur erweiterten Aufklärung und wird mittels Brennstoffzelle und Elektromotoren/Impeller angetrieben.
Nach der eigentlichen Designfindung erfolgte die CAD Umsetzung des Konzeptes und anschließend der notwendige Modellbau in einem adäquaten Maßstab. Nach Abschluss der CAD-Phase wurde sofort mit der Aufarbeitung der Daten für den Prototypen/Demonstratormodellbau begonnen. Die CAD-Daten wurden auf Visi-Series eingelesen und für das 5-Achs-Fräsen aufbereitet. Das Simulieren der Fräswege (Schruppen/Schlichten) verdeutlichte die Maschinenoperation der Fräsmaschine und half bei der Orientierung im Datenerstellungsprozess. Zur finalen Maschinenprogrammierung wurden die CAM-Daten via Netzwerk direkt an die Maschine gesandt.
Durch die Logik und Bedienerfreundlichkeit von Visi-Series ist es gelungen, das Hartschaum-Designmodell im Maßstab 1:1,5 innerhalb von drei Tagen CAM-technisch aufzubereiten und ‚auf die Maschine zu bringen’. Der fräsergestützte Modellbau benötigte dadurch nur 12 Tage. Dominik Schwemmlein wurde auf der EuroMold 2006 vom Verband Deutscher Industrie Designer (VDID) im Rahmen eines Nachwuchswettbewerbs für Designer für die Flugdrohne ausgezeichnet.
Wenn er noch einmal vor der Wahl stünde, würde sich rWS-Geschäftsführer Klaus Welscher wieder für die Software-Lösung entscheiden.
www.mecadat.de