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Eins nach dem anderen

Wir wissen es längst alle: Ohne schlüssige Automation ist selbst im Werkzeug- und Formenbau kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Wenn es nur immer so einfach wäre, diese Erkenntnis auch umzusetzen. Vielen special toolern wird nachgesagt, sie stünden dem Thema nicht aufgeschlossen genug gegenüber, und all zu schnell wird ihnen vorgebetet, dass sie ohne automatisierte Fertigung keine Chance mehr im Wettbewerb hätten. Das mag ja sein, aber wer in diese Branche Automation verkaufen will, sollte sich die Bedürfnisse dieser Gruppe etwas genauer ansehen. Vergessen wir nicht, dass die Szene aus vorwiegend kleineren Unternehmen besteht, die nicht so ohne weiteres gewaltige Investitionssummen aus dem Ärmel schütteln können. Im Wettbewerb zu bestehen, heißt für diese Unternehmen zunächst, ihre Kunden weiterhin wie gewohnt zuverlässig bedienen zu können. Das ist Priorität Nummer Eins, und genau deshalb muss Automation behutsam implementiert werden. Die schlüsselfertige Bilderbuchlösung vom Messestand klappt in der eigenen Firmenumgebung in den seltensten Fällen auf Anhieb. Da kann es schon zum Automationsschock kommen, der im schlimmsten Falle zum Infarkt des Unternehmens führt. Es hat sie schon gegeben, Unternehmen die ambitioniert in Richtung Automation investiert haben und dabei nahe am Ruin vorbei „geschrammt“ sind. Sei es, dass die Integrationsphase unterschätzt wurde oder dass man sich einfach finanziell übernommen hat. Selbst die vielversprechendste Automation hat ihre Folgekosten, daran muss gedacht werden. Man kann also schon nachvollziehen, dass manch ein Betrieb sich noch zögerlich der Herausforderung Automation stellt. Es geht um mehr, als nur die Maschinen mit Werkstücken beziehungsweise Werkzeugen zu be- und entladen. Automation heißt auch Jobmanagement, Werkzeugverwaltung, Betriebsorganisation, und so weiter, und so weiter – und nicht zuletzt jede Menge Messtechnik. Das ganze Unternehmen steht plötzlich auf dem Prüfstand. Viele Speicherplätze, das heißt auch viele Paletten, viele Werkstück- und Werkzeughalter und nicht zuletzt viele Werkzeuge – auch das gehört dazu und kostet Geld. Da wächst die gute Absicht den realen Möglichkeiten nicht selten über den Kopf. Lösung verspricht da eine längerfristige „Automationsplanung“, an deren Beginn eine Bestandsaufnahme der individuellen Bedürfnisse steht: Automation macht nur dort und in dem Umfang Sinn, wo und wie sie gebraucht wird. Hier sieht das Bild eben in jedem Betrieb anders aus. Die zweite Regel lautet: Nicht unbedingt alles auf einmal – mit den Möglichkeiten mitwachsen ist das Stichwort. Migration statt harter Integration, Evolution statt Revolution! Die Maschinenhersteller – der eine mehr, der andere weniger – haben die Problematik im Grunde längst erkannt. Sie stellen sich vermehrt darauf ein, dass auch hochflexible und komplexe Fertigungszellen nicht mit einem Mal, sondern Schritt für Schritt, in mehreren Ausbaustufen zum Kunden kommen. Schritt für Schritt ist immer richtig, unabhängig von der Schrittlänge geht es immer in die gleiche Richtung, nämlich vorwärts. Und die Schrittlänge können Sie ihrem Unternehmen anpassen. Franz J. Gruber


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