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Für uns war es noch nie so schwierig, die augenblickliche Situation einzuschätzen! Nicht nur einmal war dieser Satz von Schwergewichten der deutschen Industrie, aber auch von vielen Mittelständlern zu hören, wenn es um die aktuelle Konjunktur ging. Und in der Tat: Es ist in jüngster Zeit nicht einfacher geworden, verlässliche Eckdaten festzumachen.
Noch jetzt sitzt vielen die Rezessionsphase der frühen Neunziger in den Knochen. Wie sonst könnte man sich die Unsicherheit erklären, mit der viele Unternehmer derzeit die Entwicklung beobachten. Meist geht es dem eigenen Unternehmen ja gar nicht so schlecht, aber man liest und hört ja so viel Negatives. Oftmals ist also die Stimmung schlechter als die Realität.
Leider ist es nicht mehr so wie in der Vergangenheit, dass man die aktuelle Konjunktur am Arbeitsmarkt ablesen konnte. Die letzten Jahre haben uns gelehrt, dass Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten sich weitgehend voneinander entkoppelt haben. Scheinbar müssen wir uns an eine konstant hohe Arbeitslosenzahl auf der einen, und einen nach wie vor herrschenden Arbeitskräftemangel auf der anderen Seite gewöhnen. Ob es uns passt oder nicht. Einmal ganz abgesehen von den jüngsten Ereignissen um die Zählweise und das Zustandekommen von Arbeitsmarktstatistiken.
Feste und verlässliche Größe für eine Einschätzung war aber seit Jahren der Auftragseingang: Konkrete Bestellungen sind immer noch der beste Indikator für die kurz- und auch langfristige Unternehmensentwicklung. Auf einer gesunden Basis lässt sich leichter planen.
So verwundert es nicht, dass nicht gerade Freude aufkam angesichts der Auftragseingänge, die in den letzten beiden Quartalen in 2001 zu verzeichnen waren. Diese waren hier zu Lande zwar beträchtlich, aber man sollte sich hüten, von Einbrüchen zu reden, wie viele Auguren dies Anfang des Jahres getan haben.
Es ist doch so, dass wir schon immer mit Konjunkturzyklen und entsprechend unterschiedlicher Investitionsbereitschaft gelebt haben unterm Strich gar nicht so schlecht. Mag sein, dass in Zeiten der Globalisierung und der damit verbundenen, internatonalen Vernetzung der Weltwirtschaft schlicht und einfach diese Zykluszeiten kürzer werden, aber auf der anderen Seite die Einbrüche nicht mehr so drastisch sind. Darauf könnte man sich doch einstellen.
Das wäre zudem eine echte Chance für viele Unternehmen, deren Schicksal es oftmals war, in längerfristig guten Zeiten von Schönwetterkapitänen gesteuert zu werden, die auf stürmischer See die Orientierung verloren haben. Wer sich jahrelang in bestem konjunkturellen Umfeld bewegt, dem gehen schon einmal die Rezepte verloren, mit denen Krisen bewältigt werden wollen.
Kürzere Konjunkturzyklen erfordern anderes Handeln und es sind wieder echte Unternehmer gefragt, die nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn ihnen ein etwas härterer Wind um die Nase weht. Gott sei Dank haben wir davon in Deutschland eine ganze Menge, vor allem im Mittelstand. Vor diesem Hintergrund kann man kaum anders, als die Situation optimistisch einzuschätzen.
Und dieser Optimismus wird auch mehr und mehr untermauert: Was der deutsche Maschinenbau vor kurzem in Sachen Auftragseingänge vermeldete, ist nicht nur das berühmte Lichtlein am Horizont: Wer Ende Februar bereits drei Viertel des Jahressolls verbuchen kann, darf ruhig auf einen Sonnenaufgang hoffen.
Und was die Special Tooler im Speziellen betrifft: Sie konnten letzten Dezember auf der EuroMold bereits Optimismus spüren. Es war die außerordentlich gute Stimmung auf der Messe, die hoffen lässt. Vielleicht ist sogar die Stimmung einer Branche das verlässlichste Konjunkturbarometer? Ich bin jedenfalls überzeugt davon.
p.s.: Wir wollten die Special Tooling noch attraktiver machen und haben zum Jahreswechsel das Layout modernisiert. Da wir uns mit unserer Arbeit Ihnen, den Lesern, verpflichtet fühlen, interessiert uns natürlich Ihre Meinung. Was halten Sie vom neuen Layout? Ich freue mich auf ihre Kritik.