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Weiterhin gut gerüstet

Weiterhin gut gerüstet

Das Jahr 2000 und die ersten drei Quartale 2001 haben der Metallgussindustrie ¿ und hier vor allem den Leichtmetallverarbeitern ¿ ein hohes Mengenwachstum gebracht. Der Gesamtverband der Deutschen Metallgießereien konnte den Produktionsrekord auch in 20

Trotz der abflauenden Konjunktur in Europa und der Welt können die deutschen Metallgießereien mit der Produktion von 635422 Tonnen in den ersten drei Quartalen 2001 zufrieden sein. Laut Hans-Dieter Honsel, Vorsitzender des Gesamtverbandes Deutscher Metallgießereien e.V. (GDM), Düsseldorf, entspricht das einem Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 12 Prozent und lässt erwarten, dass die Produktion am Ende des Jahres mindestens auf dem Rekordniveau des Vorjahres, nämlich bei 842116 t, liegen wird. Auch beim Umsatz und bei der Beschäftigung wird die Branche mit zirka 3,4 Mrd. Euro und 33000 Mitarbeitern an die 2000er-Zahlen anknüpfen.
 Wie der GDM-Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge im Einzelnen bei der Jahreskonferenz im Dezember 2001 ausführte, wird das Wachstum vor allem von der hohen Nachfrage nach Leichtmetallen getragen, die rund drei Viertel des gesamten NE-Metallgusses ausmachen. Beim Aluminium stieg die Produktion bis September auf 491400 t (+2,1%); beim Magnesium gab es wie in den Vorjahren einen sprunghaften Anstieg auf 19445 t (+24,3%). Dieses Mengenwachstum liegt in der nach wie vor hohen Nachfrage aus der Automobilindustrie begründet – der bedeutendsten Abnehmerbranche für den Metallguss. Dabei wird der leichte Rückgang bei den Neuzulassungen in Deutschland durch die hohen Exporte mehr als ausgeglichen.
 Anders dagegen die Lage für die Buntmetallgießer: Fast alle Verfahren in sämtlichen Legierungen weisen negative Vorzeichen bei der Produktion auf. Der Guss aus Kupfer fiel um 1,8 Prozent auf 66287 t, der aus Zink um 7,9 Prozent auf 55278 t. Lediglich der Kupfer-Sandguss macht eine Sonderentwicklung durch, die durch wenige Unternehmen gestützt wird (+4,7%). Die negative Entwicklung bei den Buntmetallen ergibt sich aus der schwierigen Situation in der Bau- und Beschlag-industrie.
 Die deutliche Abschwächung der Wirtschaft und ihre derzeit rezessiven Elemente lassen für die nächsten Monate allenfalls einen gedämpften Ausblick zu. Die Erwartungen ruhen darauf, dass die Weltwirtschaft zur Jahresmitte wieder anzieht und auch in Europa und Deutschland eine wirtschaftliche Belebung einsetzt. Vor diesem Hintergrund erwartet Honsel für die Metallgussindustrie „einen Gleitflug auf einem flacheren Wachstumspfad“. Einen drastischen Mengenrückgang für 2002 sieht er aktuell nicht. Die Automobilindustrie werde weiterhin eine wichtige Stütze insbesondere des Leichtmetallgusses sein, auch wenn sich die dynamische Entwicklung der letzten Jahre etwas abschwächen sollte. Eine Belastung besonders für den Buntmetallguss bleibe die Krise in der Bauindustrie. Aber auch der Maschinenbau und die Elektroindustrie zeigen wenig Aktivität im Markt. Projekte würden teilweise in die Zukunft verschoben und vielfach leide darunter der aktuelle Auftragseingang. Prognosen für diese Abnehmersegmente gestalten sich höchst kompliziert, da die Gusskunden selbst über ihre wirtschaftlichen Erwartungen sehr unsicher sind.
Die mittel- bis langfristigen Aussichten der Branche sieht Honsel positiv. Die stark mittelständisch geprägten Unternehmen hätten vielfältige Beiträge für gießereitechnische Innovationen geleistet. Der sich weiter verstärkende Trend zu Leichtmetallen im Verkehrssektor und innovative Produkte zum Beispiel in der elektrotechnischen Industrie, die vermehrt Gussprodukte einsetzt, sprechen für die guten Entwicklungsmöglichkeiten der Branche. Viele namhafte Abnehmer von Gussprodukten sehen laut Honsel, dass die Qualität, Termintreue, Kompetenz und Flexibilität deutscher Metallgießereien manchen Preisnachteil gegenüber ausländischen Anbietern ausgleichen. „Dies stimmt uns zuversichtlich, dass die deutschen Metallgießer auch künftig ihre Spitzenposition im globalen Wettbewerb verteidigen“, so Honsel.
 Sorgen bereitet laut Honsel allerdings der Mangel an Fachkräften, unter dem die Branche seit geraumer Zeit leidet. Trotz großer Anstrengungen in der Aus- und Weiterbildung werde es immer schwieriger, ausscheidende Fachleute in den Betrieben zu ersetzen. Die demografische Entwicklung und ein antiquiertes Bild der Branche in der Öffentlichkeit seien dafür verantwortlich. Honsel betonte, dass Gießereien heute keine „schweißtreibenden Hexenküchen“ seien, sondern moderne, hoch- technisierte Betriebe. Sie böten angesichts der guten Perspektiven für Leichtbauwerkstoffe eine solide Ausbildung, sichere Arbeitsplätze und gute Entwicklungschancen. Das gelte vom Lehrling bis zum promovierten Ingenieur.


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