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¿Die Zeit spielt für uns ...!¿

¿Die Zeit spielt für uns ...!¿

Das Marktsegment des Senk-Erodierens ist in den vergangenen Jahren arg gebeutelt worden. Insbesondere die Technologie des Highspeed-Fräsens hat dem ehemaligen Platzhirsch enorm zugesetzt ¿ und das vor allem im Bereich großer Formen etwa aus dem Ti

Angesichts des dramatischen Einbruchs in den vergangenen Jahren – hat das Senkerodieren als Kernkompetenz im Werkzeug- und Formenbau noch eine Zukunft oder wird es immer mehr zu einer Nischentechnologie werden ...?
Zumal bei großen Formen könnte man aufgrund der Wettbewerbssituation zum Hochgeschwindigkeitsfräsen dieser These vielleicht teilweise zustimmen. Aber auch Fräswerkzeuge können zwar viel, aber eben nicht alles. Sie sind nun mal rund und demnach beispielsweise nicht in der Lage, scharfe Ecken herzustellen. Auch bei tiefen und schmalen Konturen wird das Erodieren seine Berechtigung behalten. Fakt ist aber, dass die Elektroden immer kleiner werden und die Anzahl erforderlicher Elektroden steigt. Es bleibt also noch genügend Arbeit zu tun und demnach ausreichend Potential, um als Hersteller in diesem Segment mit intelligenten Systemen erfolgreich zu sein.

Ein weiterer „Nachteil“ des Senkerodierens ist, dass die Technologie einerseits sehr personalintensiv ist und zudem viel Erfahrung seitens des Bedieners verlangt. Andererseits jedoch ist adäquates Personal kaum mehr zu finden ...
Traurig, aber wahr. Das Erodieren war leider immer nur eine „Tätigkeit“ und kein anerkannter Lehrberuf. Wegen dieser Know-how-Verknappung gehören in mancher deutschen Formenbauhochburg gegenseitige Abwerbeversuche des Personals zum täglichen Geschäft. Eben deshalb sprach ich zuvor von intelligenten Systemen. Wobei die Intelligenz nicht nur in der Steuerung zu finden sein darf, sondern auch im Maschinenbau und in der wirtschaftlichen Automation des gesamten Prozesses umgesetzt sein muss.

Also sind die Hersteller gefordert?
Mehr als je zuvor – und eben deshalb rechnen wir uns sehr gute Chancen aus, da unsere Maschinen dank der Linearantriebe beste Voraussetzungen bieten, zum einen das Erodierverfahren selbst schneller und damit wirtschaftlicher zu machen, und zum anderen den Prozess zu automatisieren.

Das dürfen Sie erklären!
Gerne. Durch die extreme Beschleunigung der leichtbauenden Pinole und das auf 0,1 µm genaue Repositionieren der Elektrode erreichen wir beim Senkerodieren bei besserer Oberflächenqualität einen Zeitvorteil von nicht selten bis zu 50 Prozent. Darüber hinaus können wir in den meisten Fällen auf eine Spülung verzichten, was bei „normalen“ Arbeiten nicht so bedeutend ist, aber beim Automatisieren entscheidende Vorteile bringt. Stellen Sie sich doch nur mal vor, welche Probleme es ansonsten macht, die Schläuche an den
Elektroden prozesssicher zu handeln ...

Trotz der von Ihnen beschrieben
Vorteile hat sich der Linearantrieb noch nicht so recht durchgesetzt?
Hier spielt der Markt weit mehr eine Rolle als die Technologie. Wir sind ja allein auf weiter Front und argumentieren demnach gegen eine Vielzahl konventioneller Wettbewerber. Die lassen natürlich keine Gelegenheit aus, im Markt Gründe gegen den Linearantrieb
anzuführen. Ganz vorn steht dabei die Wärmeentwicklung ...

... die ja nicht ganz von der Hand zu weisen ist.
Natürlich entsteht durch den Linearantrieb Wärme. Doch ist das längst nicht so kritisch, wie es von manchem Wettbewerber gern dargestellt wird. Zum einen müssen die Antriebe ja keine großen Lasten bewegen, sind also mithin nicht so stark, als dass hier eine extreme Wärmeentwicklung auftreten würden. Und obendrein lassen sich Linearantriebe wunderbar kühlen – im Gegensatz übrigens zu herkömmlichen Antrieben, die im Endeffekt bei solch hohen Beschleunigungen und Geschwindigkeiten weitaus wärmer werden.

In Relation zum beschriebenen
Leistungspotential der Maschinen nimmt Sodick in Deutschland und Europa
eine nicht annähernd „standesgemäße“ Position ein ...
Noch nicht, aber hier spielt die Zeit für uns. Um es auf den Punkt zu bringen. Es hat halt einige Zeit gedauert, bis erkannt worden ist, dass sich selbst die beste Technologie nicht von allein verkauft. Seit gut einem Jahr hat sich Sodick Europe jedoch dramatisch gewandelt – und zwar von einer rein japanischen Tochtergesellschaft hin zu einem europäischen Unternehmen mit europäischen Management und eigener Organisation, eigenem Marktauftritt und letztlich mit einer eigenen Identität. Auf dieser Basis haben wir in den zurückliegenden Monaten bereits ansehnliche Erfolge gefeiert. Darauf bauen wir auf und verstärken jetzt nochmals unsere Ansprengungen in Vertrieb und Service sowie ganz besonders in der Anwendungstechnik, die einerseits im Rahmen der Entscheidungsfindung beziehungsweise beim Wettbewerbsvergleich der Schlüssel zum Erfolg ist und zum anderen den Kunden beim späteren Einsatz der Erodiermaschinen mit Technologie-Know-how unterstützen muss.

Und wo soll’s hingehen?
Nun ja – die Konjunktur ist aktuell nicht mehr gar so rosig. Unser Marktanteil ist aber noch nicht so gewaltig, als dass wir durch eine abflauende Konjunktur in unseren Bemühungen großartig eingeschränkt würden. Der Kuchen bleibt in jedem Fall groß genug, um für uns das nötige Wachstumspotential zu bieten. Zumal unsere exzellenten Argumente mit jeder neuen Applikation an Dynamik gewinnen werden. Die Zeit spielt hier also in jedem Fall für uns ...



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