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Von den Leistungsmerkmalen der neuen Drahterodiermaschinen-Baureihe Robofil 390/690 konnten sich anlässlich der tradi-tionellen Charmilles-Hausausstellung im Herbst bereits einige Hundert Fachleute überzeugen. Diesmal kurz nach der EMO veranstaltet,
Mit der vor kurzem vorgestellten Baureihe Robofil 390/690 beschreitet Charmilles einen neuen Weg bei den Drahterodiermaschinen. Als mechanisches Grundkonzept wurde die Fahrständerbauweise gewählt, bei der das Werkstück auf dem feststehenden Maschinentisch ruht und die Bearbeitungseinheit mit dem Drahtführungssystem die Arbeitsbewegungen in X-, Y- und Z-Richtung ausführt. Das aus einem Stück gefertigte Grundgestell mit dem Arbeitstisch besteht aus einer Polymerbeton-Konstruktion und darauf sind die Linear-Wälzführungen für den Fahrständer montiert. Dank dieser modernen und praxisgerechten Konstruktion können sehr große und auch schwere Werkstücke bearbeitet werden, ohne dass die Präzision der Maschinen beeinträchtigt wird. Des Weiteren gestattet diese Bauweise bei sehr kompakten Abmessungen vergleichsweise große Verfahrwege und Arbeits-
bereiche, die in dieser Leistungsklasse ihresgleichen suchen. Sowohl die Anordnung der mit einem großen Sichtfenster versehenen Schiebetür als auch die Möglichkeit der Dachöffnung durch eine weitere Schiebetür (serienmäßig nur bei der Robofil 690) sorgen für eine sehr gute Zugänglichkeit des Arbeitsraums zum Be- und Entladen der Werkstücke. Dies kann sowohl manuell als auch mittels Stapler oder Kran erfolgen. Ausgelegt als Maschine mit Koaxialspülung, ergeben sich gegenüber den Wasserbadmaschinen erhebliche Handlings- und Zeitvorteile beim Be- und Entladen, weil das Befüllen/Leeren des Tanks sozusagen ersatzlos entfällt. Die unproduktiven Neben- und die Stillstandszeiten werden spürbar reduziert, was umgekehrt zu einer deutlichen Produktivitätssteigerung und so zu mehr Wirtschaftlichkeit führt.
Die Stellflächen der beiden Erodieranlagen betragen lediglich knapp 5 bzw. knapp
6 m2. Die Drahterodiermaschine Robofil 390 bietet Verfahrwege von X = 400, Y = 300 und
Z = 250 mm sowie zusätzliche Positioniermöglichkeiten in den Achsen U (±30 mm) und
V (±30 mm). Die Werkstückabmessungen dürfen hier bis 980 x 730 x 250 mm bei max.
1000 kg Gewicht betragen. Die Drahterodiermaschine Robofil 690 weist Verfahrwege von
X = 800, Y = 600 und Z = 400 mm sowie jeweils ±30 mm in den Zusatzachsen U und V auf. Die Werkstücke dürfen in diesem Fall 1380 mm lang, 1000 mm breit und 400 mm hoch sein und maximal 2000 kg wiegen. Die Drahtversorgung erfolgt über 8-kg-Spulen (vorn) bzw. bei der ROBOFIL 690 auch über 16-kg-Spulen (hinten). Mit beiden Maschinen können konische Schnitte mit max. ±15° auf 110 mm Schneidhöhe durchgeführt werden. Die Fahrständer-Bauweise hat den Vorteil, dass immer die gleichen Massen bewegt und gleich bleibende Kräfte bewältigt werden müssen. In Verbindung mit dem geschlossenen Lageregelkreis, bestehend aus Encodern an den Kugelrollspindelantrieben sowie Glasmaßstäben an den hochwertigen Linear-Wälzführungen, ergibt sich, unabhängig von den unterschiedlichen Werkstückgewichten und Werkstückformen, eine sehr hohe und vor allem reproduzierbare Bearbeitungsgenauigkeit. Daran hat auch das Prinzip des lokalen Bades um den Draht herum einen großen Anteil, denn dabei ist der Draht zum Beispiel beim Schlichten mit einer Wassersäule umgeben, weshalb sich der Bearbeitungsprozess ähnlich dem in einem Tauchbad abspielt und verhält.
Doch nicht nur hinsichtlich des mechanischen Maschinenbaus, sondern auch in Bezug auf die Standardausrüstung der Robofil 390/690 setzt Charmilles Maßstäbe. So verfügen die Maschinen in allen Achsen über einen Kollisionsschutz sowie weitergehend über eine thermische Draht-Einfädelung, die ohne Messer und damit verschleißfrei arbeitet und eine hohe Prozesssicherheit gewährleistet. Es können Drähte in allen relevanten Stärken ab
0,1 mm verwendet werden. Darüber hinaus kommen geschlossene Drahtführungen zum Einsatz, die sich durch ein präzises Passungsverhältnis zwischen Führung und Draht auszeichnen und demnach eine hohe Präzision
bei konischen Schnitten sowie eine immer gleich bleibende Bearbeitungs-Präzision sicher stellen. Die neuen Drahterodiermaschinen Robofil 390/690 haben die gleichen bewährten CNC-Millennium-Steuerungen wie die Baureihe Robofil 240/440, so dass der oder die Bediener identische Funktionen vorfinden. Außerdem sind in den Steuerungen alle vorhandenen Charmilles-Expertensysteme wie z. B. Pilot-Expert zur automatischen Optimierung der Arbeitsgeschwindigkeit und zum Schutz vor Drahtbruch oder auch Profil-Expert zur Anpassung der Bearbeitungsparameter und der Drahtzugspannung vorhanden. Der neue Software-Baustein E-ConnecT schließlich erlaubt die aktive oder passive Fernüberwachung per Netzwerk/LAN oder eben per Handy oder
E-Mail.
Damit sind die Voraussetzungen für den qualitätsorientierten, hochproduktiven Mehrschichtbetrieb geschaffen, zumal die Bearbeitungspräzision höchsten Ansprüchen genügt. Es darf sogar die Frage gestellt werden, ob es je nach Anwendung überhaupt noch einer Wasserbadmaschine bedarf, wenn die neuen Drahterodiermaschinen mit Koaxialspülung zum einen den Anwendungen genügen und zum anderen deutlich weniger Investment und Betriebsaufwand erfordern.