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Tolles Teller-Gericht statt à la carte

Tolles Teller-Gericht statt à la carte

Kellenberger bietet zwei attraktive Alternativen zu Kunden-Spezifik-Lösungen

(...jk) Nein – neu ist die Idee nun wirklich nicht: dem automobilistischen Produkt-Marketing wie auch den Usancen der Top-Cuisine entlehnt, offerieren nicht erst seit gestern (zumindest dann und wann) auch manche Werkzeugmaschinen-Hersteller finanziell wie technisch attraktive Paket-Lösungen, um einerseits den Absatz zu befördern und sicher auch andererseits der eigenen Produktion eine gewisse gleichmäßige Grundlast zu sichern. So auch die Kellenberger AG, die nun (in zwei Varianten) mit der neuen ‚Kel-Viva‘ sozusagen zwei gängige
Teller-Gerichte für unterschiedlichen Geschmack auf aber jeweils hohem Niveau serviert.

Seinen Kunden jeweils Bestes zu jeweils besten Konditionen zu bieten, ist gewiss nicht allein löblich, sondern gehört zum Selbstverständnis fairer Anbieter – freilich führen gleichwohl à la carte-Offerten für manche Anwendungen und also dann und wann ganz zwangsläufig zu Investkosten, die sich nicht rechnen lassen. Das Bedauern ist dann gegenseitig und erfasst sowohl den potenziellen WZM-Nutzer als auch den möglichen WZM-Anbieter: der eine bekommt nicht, was er möchte und bräuchte, und dem anderen entgeht ein Geschäft ...
 ... eben da könnte eine Fertig-Offerte (also so was wie ein Tages-Gericht) als Paket-Lösung für beide Beteiligten die richtige Antwort sein – gab es doch bei Kellenberger zwischen Down- und HighEnd bis jetzt sowohl eine technologische als auch eine investkostenseitige Lücke: arbeitet die fraglos preisgünstige Universal-Rundschleifmaschine
,Kel-Vista‘ in der X-Achse mit Wälzführungen (und allein in Z mit klassischer Gleitführung), operiert die ‚Kel-Varia‘ mit ihrem Anspruch, beim Komplett-Bearbeiten einfach ‚höchste Qualität‘ zu bieten, in beiden Linearachsen mit hydrostatischen Führungen (die ja für hohe Dämpfung und für hohe Feingängigkeit stehen). Und zwischen beiden liegen zudem eben (jeweils ohne Grund-Ausstattung natürlich) satte 160000 CHF Investkosten-Differenz. Beklagt Kurt Stäheli als Leiter Technik der
Kellenberger AG: „Viele unserer potenziellen Kunden hätten zwar gern eine ‚-Varia‘, aber ihr Budget gibt es halt der Stückkosten wegen nicht her – und so haben wir eine Lösung gesucht, die beiden Seiten gerecht wird.“ Nun – die Lösung hört auf den netten Namen ,Kel-Viva‘ und verspricht (nomen est omen) eben eitel Freude durch HighTech bei LowCost. Erläutert Stäheli: „Basis der ‚-Viva‘ ist der Grund-Aufbau der ,-Varia‘ mit ihren hydrostatischen Führungen in beiden Linear-Achsen – und damit haben die ‚-Varia‘-Interessenten eben das, was sie an dieser Entwicklung zurecht besonders schätzen“, und fährt fort: „Der weitere Aufbau mit Werkstück-Spindelstock, mit Schleifkopf sowie mit Reitstock stammen bei der neuen ‚-Viva‘ aber von unserer preisgünstigen Universal-Schleifmaschine ‚-Vista‘ – und allein so schon erreichen wir niedrigere Invest-kosten auf hohem technischen Niveau ...
 ... jedoch würde mit diesem Baustein-Mix allein das angestrebte Investkosten-Splitting auf rund 300000 CHF zwischen der begehrten Ø×  ‚-Varia‘ und der preisgünstigen ‚-Vista‘ ja doch nicht zu erreichen sein. Bestätigt Stäheli: „Richtig – und deshalb gibt es die ‚-Viva‘ eben mit nur zwei Spitzenweiten von 600 und 1000 mm und mit nur zwei Schleifkopf-Varianten: nämlich ‚R‘ allein für das Außen-Rund- und Planschleifen und ‚UR‘ für das Außen- und Innen-Rund- sowie für das Planschleifen, wobei diese HighTech-Variante generell mit hochauflösen-der B-Achse sowie zudem zur Aufnahme von HF-Innenschleif-Spindeln ausgerüstet ist“, und ergänzt: „Als Option gibt es beim Werkstück-Spindelstock da dann auch noch die C-Achse für das Schleifen von Formen und Gewinden“, und macht damit klar, dass sich die ‚-Viva‘ in ihrer HighEnd-Version keines-wegs vor einer (kunden-individuell georderten) ‚-Varia‘ verstecken muss. Begründet Stäheli: „Mit dem Paket-Konzept der ‚-Viva‘, das ja aus Standard-Komponenten längst bewährter Baugruppen zusammengesetzt ist, steigt Kellenberger erstmals ansatzweise in die natürlich kostengünstige Serien-Fertigung ein“, und wirbt: „Den Kosten-Vorteil in Disposition, Fertigung und Montage geben wir an unsere Kunden weiter und erreichen so mittelfristig einen höheren Marktanteil“, und prognostiziert: „Dadurch werden die Karten auf dem Markt von Rundschleifmaschinen neu gemischt.“
 Das mag durchaus so sein – wenngleich: mit diesen beiden technisch anspruchsvollen Tages-Gerichten zu günstigen Konditionen offeriert Kellenberger nachträglich nur das, was der Wettbewerb schon vorher als Menü-Vorschlag realisierte – aber nun eben Kellenberger-like. Und das mag denn tatsächlich die Situation in der Rundschleif-Szene (die ja inzwischen recht überschaubar ist) wohl doch nachhaltig beeinflussen.
 So hat sich denn Kellenberger bei der ‚-Viva‘ auch nicht mit einem bloßen Standard-Mix aus bewährten Komponenten von zwei Baureihen begnügt: namentlich das umfassende Re-Engineering des Schaltschranks gehörte dazu – so wurde die gesamte Pneumatik (wie schon bei der ‚-Vista‘ realisiert) kostengünstig in den E-Schaltschrank integriert. Erklärt Stäheli: „Unser Ziel ist in jedem Fall der Kunden-nutzen – können wir ihn nachvollziehbar bieten, nutzt das auch uns.“ So einfach ist das ...
 Zum zitierten Kundennutzen wird denn auch die gegenüber den Kunden-Spezifik-Lösungen deutlich verkürzte Lieferfrist gehören – reduziert sich doch die ‚Viva‘-Durchlaufzeit bei Kellenberger auf den reinen Montage-Aufwand der vorgefertigten Baukasten-Komponenten, die nur mehr aus dem Regal zu nehmen sind. Auch von daher ist verständlich, dass es mit der Bettlänge und dem Schleifkopf-Typ nur vier Variablen gibt. Das soll auch so bleiben. Und damit das Take-it-or-leave-it-Prinzip gar nicht Gefahr läuft, verwässert zu werden, hat Kellenberger sich vorgenommen, jede Abweichung vom Standard a priori (und unabhängig vom Aufwand) erst mal mit 10000 CHF zu penaltieren und verdeutlicht damit, dass einfach jede Änderung zwangsläufig einen Rattenschwanz von Extra-Maßnahmen bedingt und dass dieser unerwünschte Aufwand halt seinen Extra-Preis fordert.
 Gezeigt wurde die jüngste Kellenberger-Kreation erstmals Anfang November 2002 auf der Prodex in Basel und fand gleich das erwartete Interesse: so folgte der ersten 5er-Serie zu Beginn diesen Jahres denn auch schon gleich die zweite – das Teller-Gericht scheint also zu munden ...
www.kellenberger.com



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