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Gesucht und gefunden

Gesucht und gefunden

Gut adressiert: Die FZ 32 zeigt sich als Maschine, die der Markt offensichtlich braucht

„Wir haben einfach in die gleiche Richtung gedacht und uns zum richtigen Zeitpunkt gefunden.“ So beschreibt Christine Schübel, Geschäftsführerin des Talheimer Modell- und Formenbauers Schübel GmbH, die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten der jüngsten Maschineninvestition. Die F. Zimmermann GmbH wollte ihre Familie an hochdynamischen, obenfahrenden Gantry-Portalen im sogenannten „unteren“ Bereich erweitern und prüfte den Markt auf Herz und Nieren. Gleiches geschah bei Schübel, wenn auch aus Sicht des Anwenders. Auch in Talheim wurde der Markt analysiert, denn man wollte und musste in Sachen Fräsbearbeitung investieren. Mit der neuen FZ 32 haben sich die Talheimer nunmehr einen Maßanzug zugelegt.

Ein Glücksfall, dass die Schübel GmbH sich zu diesem Zeitpunkt intensivst mit einer Neuinvestition auseinander setzte und akribisch für sich die Anforderungen definierte. Spezifikationen, die von Zimmermann gerne aufgenommen wurden. Zimmermann und Schübel gingen ein gutes Stück gemeinsamen Weges, und so ist es kein Zufall, dass die FZ 32 außerordentlich gut an die Werkzeug- und Formenbauer adressiert ist. Sie ist viel mehr als nur die in den Abmessungen untere Ergänzung einer erfolgreichen Reihe: Die FZ 32 ist, mehr als viele andere Maschinen, ein Konzept, das der Markt braucht. In gewisser Weise definiert sie Highend auf neue Art und Weise.  
 Die Anbieter von Werkzeugmaschinen hören derzeit noch genauer auf den Markt, als sie das ohnehin schon seit eh und je tun. Die Fragen, die nach einer Antwort suchen, stellen sich von selbst: Lohnt sich die Universalmaschine die auch Stahl kann, wenn ich doch zu 95 % Aluminium oder Kunststoffe fräsen muss? Wo endet mein Teilespektrum bezüglich der Dimensionen? Muss es tatsächlich der allergrößte Verfahrweg sein? Wenn ja, bekomme ich die große Maschine unter, oder muss ein Anbau her? Erlaubt mir die Höhe der Investition, mit vernünftigen Stundensätzen zu arbeiten, um dem Markt- und Kostendruck standzuhalten? Wie kann mein Kunde mit der Maschine seinen Kunden einen Profit vermitteln? Fragen über Fragen. Nur in einer Hinsicht darf nichts in Frage gestellt werden, und zwar wenn es um Technologie und Bearbeitungsqualität geht. 
 Das war auch der Ansatzpunkt an dem Zimmermann und Schübel zusammenkamen; das Talheimer Unternehmen wollte seine hohen Qualitätsansprüche in der Neuinvestition umgesetzt sehen. Geschäftsführerin Christine Schübel, die vor knapp vier Jahren den Betrieb ihres Vaters übernahm, wollte in Sachen Qualität keine Kompromisse. Jedenfalls hat man sich in Talheim außerordentlich viel Mühe gemacht, genau die Maschine zu definieren, die gebraucht wurde. In drei Kernpunkten mündeten die Anforderungen aus Talheim: Erstens die Oberflächenqualität, sprich das Fräsbild für Stahl und Aluminium, zweitens höchste Präzision und Zuverlässigkeit und last not least die Möglichkeit große Aluminiumteile hochdynamisch zu bearbeiten. Christine Schübel: „Wir haben im Kunststoffspritzguss designkritische Teile im Sichtbereich ins Zentrum unserer Kompetenz gerückt, so dass die Qualität der Freiformflächen oberste Relevanz hat.“ Und als man sich bei verschiedenen Herstellern um-schaute, war es die schlichte Botschaft aus Denkendorf: „Wir sind gerade dabei so etwas zu machen!“, die in Talheim hellhörig machte.
Seit Paul Schübel 1964 das, zunächst vornehmlich im Gießereimodellbau tätige, Unternehmen gründete, hatte schon so manche Maschine von F. Zimmermann ihren Weg nach Talheim gefunden. So finden sich zahlreiche der bekannten „kleinen Modellbauermaschinen“ von Zimmermann noch heute im Unternehmen. Und als man 1990 in Richtung NC-Bearbeitung marschierte, war eine FZ 14 (noch heute im Einsatz) der erste Wegbegleiter. Man kannte sich also schon länger.
 Dass man über Jahre hinweg mit dem Service zufrieden war und zudem die räumliche Nähe zu Zimmermann gegeben war, war sicherlich auch ein Grund, bei einer Investition in Sachen Fräsen dort vorstellig zu werden. Für Betriebsleiter Gerhard Glück war die Nähe zu Zimmermann aber nur ein, wenn auch wichtiges, Randthema: „Bei Zimmermann hat man sich mit den selben Fragen beschäftigt wie bei uns: Wo läuft der Markt hin, und welches Produkt wird der Kunde unseres Kunden brauchen. Das heißt, auch dort sind auf dieser Basis alle Spezifikationen sauber adressiert worden.“ Chris-tine Schübel ergänzt: „Dass wir die Markteinschätzung zuletzt selber treffen müssen, das war klar. Es war aber eine Erleichterung zu spüren, dass der Maschinenanbieter ähnliche Bewertungen und Einschätzungen machte.“
 Die neue FZ 32, die übrigens auf der letzten EuroMold ihre Premiere feierte, ist nicht nur für die Bedürfnisse von Schübel maßgeschneidert, sondern adressiert eine Vielzahl ähnlich strukturierter Unternehmen aus dem Modell- und Formenbau. Das Talheimer Unternehmen, das den Großteil seiner Kunden im Umfeld der Automobilindustrie findet, bietet die ganze Prozesskette für Prototypen aus dem Bereich Kunststoffspritzguss und Gießereimodellbau an. Die Dienstleistung endet dort, wo das Serienwerkzeug anfängt. Erst vor kurzem hat man sich mit der Übernahme eines Schongauer Unternehmens im Bereich Rapid Prototyping verstärkt. Die Primeparts GmbH ergänzt mit vorgelagerten RP-Verfahren, wie etwa der Stereolithografie, das bisherige Angebotsspektrum in idealer Weise. Christine Schübel: „Primeparts bedient einen zeitlich unterschiedlichen Punkt im Entwurfsprozess eines Produktes, und passt von daher bestens in unsere Philosophie. Wir haben immer mehr Projektgeschäft, das heißt es geht dann nicht um einzelne Teile oder Werkzeuge, sondern um ganze Baugruppen, die bei uns komplett abgewickelt werden.“ Beispiel hierfür wären etwa Kfz-Außenspiegel, die schon einmal 17 Werkzeuge und zusätzlich auch Metall- und Kunststoffteile benötigen.     
 In Talheim sind Prototypen und Modelle das Alltagsgeschäft, aber dennoch dringt mehr und mehr das Beherrschen von Serienkomplexität in den Vordergrund. Relativ neu ist die Fertigung von exklusiven Kleinserien, etwa für Nobelautomobile. Dennoch will Christine Schübel mit ihrem Unternehmen nicht als Serienfertiger verstanden werden: „Einerseits müssten wir dann den ganzen ‚Spritzguss-Apparat‘ noch hinten dran haben. Und dann: Wir sind von unserer Maschinenauslegung in Sachen Fräsen sehr konsequent auf Aluminium und sehr dynamische Zerspanung ausgelegt.“ Mit der FZ 32 fand diese Konsequenz ihre Fortsetzung.  
 Rolf Röhm, Export- und Marketingleiter bei Zimmermann, zu den Gründen, weshalb in seinem Hause überhaupt die Idee zur FZ 32 entstanden ist: „Wir haben mit 8 verschiedenen Portalmaschinen ein relativ eng abgestuftes Programm. Aber im unteren Bereich war unserer Ansicht nach bei obenfahrenden Portalmaschinen ein Bedarf gegeben. Wir haben 1999 die FZ 40 für die Schwerzerspanung eingeführt und wenig später mit der FZ 37 eine Maschine, die für Alu aber, etwa zum Nachschruppen, durchaus für Stahl geeignet ist. Obenfahrenden Gantrys gehört unserer Meinung nach die Zukunft, einfach weil sie dynamischer und steifer sind und damit bessere Teile bringen.   Ø
×  Da war es nur konsequent, für den klassischen Modellbauer, bei dem Aluminium und Kunststoff das Thema ist, eine optimale Lösung zu bieten.“
 Damit kein falscher Eindruck entsteht: Die FZ 32 ist nicht als „abgespeckte“ Version der größeren Gantrys zu sehen. In Sachen Dynamik, Steifigkeit und Bearbeitungsgenauigkeit steht sie den größeren in nichts nach. Sie ist vielmehr die Premiumwahl, wenn es um Aluminium geht, noch dazu zu einem markt-orientierten Preis. Röhm: „Wir haben extrem optimiert, damit die Kosten in einem vernünftigen Rahmen, aber auch die Qualitätsmerkmale erhalten bleiben.“ Was die Kosten betrifft, weiß Christine Schübel: „Für ein kleineres Unternehmen ist eine solche Investition von existenzieller Bedeutung. Wir spüren derzeit einen, für mich nicht nachvollziehbaren
Preisverfall am Markt und müssen entsprechend reagieren. Das heißt, die Investition muss sich innerhalb gewisser Grenzen bewegen und zudem müssen wir mit einer neuen Maschine auch zusätzliches Rationalisierungspotenzial generieren können.“
 Dieses Potenzial bietet die FZ 32 in unter-schiedlicher Weise. Zunächst kam eine ganz wichtige Neuerung ins Haus. Gerhard Glück: „Das Thema 5 Achsen stand bei uns im Hause schon länger zur Diskussion. Es gab immer wie-der Aufgaben, die wir nur sehr umständlich machen konnten bzw. extern vergeben mussten. Insofern bedeutet die neue Maschine für unsere Fertigung einen Technologiesprung.“ Hinzu kommt, dass „die Neue“ auch die Tür zur mann-losen zweiten oder gar dritten Schicht aufstößt. Noch während der Projektierungsphase wurde aus dieser Überlegung heraus die Zahl der Plätze im Werkzeugwechsler auf 30 erhöht. Und nicht zu vergessen: Mit den beiden anderen im Haus befindlichen Fräsmaschinen stieß man immer wieder auf Grenzen bezüglich der Teiledimensionen. Scheinwerfergehäuse erfordern mitunter sehr lange Werkzeuge und auch die Werkzeuge bzw. Prüflehren für die Gummiumspritzung von Windschutzscheiben lassen ahnen, welche Teilegrößen von den Fräsmaschinen zu bewältigen sind. Mit dem Portal ist man nunmehr in Talheim auf der sicheren Seite.
 Dass aber große Maschinen und vorgegebene Räumlichkeiten mitunter zu Interessenkollisionen führen können, war in Talheim nur am Rande spürbar. Zwar war die Aufstellfläche in der Halle begrenzt, aber diese Art des Maßschneiderns ist für den Denkendorfer Maschinenbauer eine der leichteren Übungen. Rolf Röhm: „Wir bedienen uns generell einer Reihe von Standardkomponenten, auf deren Basis wir im Grunde genommen Sondermaschinenbau betreiben. Wir haben fast noch nie zweimal eine gleiche Maschine gebaut; wir variieren immer wieder aus einem Baukasten heraus. Auch hier bei Schübel haben wir die Maschine den Räumlichkeiten angepasst. Das ist für uns kein Thema.“ 
 Insgesamt ist sowohl Maschinenanbieter als auch Maschinennutzer in diesem Fall eine echte Punktlandung gelungen, was die Umsetzung der gemeinsamen Konzeption betrifft.   fjg



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