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34 Maschinen live unter Span ¿ darunter 7 Weltpremieren: So zeigte sich die Gildemeister Aktiengesellschaft zur METAV

Es gilt wohl auch für die METAV 2002, was so mancher schon ¿ ironisch wohl ¿ auf der letzten EMO feststellte: Wollte man das Spektrum modernen Werkzeugmaschinenbaus im Schnelldurchlauf erkunden, so möchte allein ein Besuch auf dem Messestand der Gildemeister AG genügen. Es gibt in der Tat nahezu kein Maschinenkonzept mehr, das sich nicht auch in der Angebotspalette des inzwischen wohl weltgrößten Herstellers von zerspanenden Werkzeugmaschinen wiederfände. Noch imponierender aber ist das anhaltend (unglaublich) hohe Innovationstempo des Bielefelder Technologiekonzerns.

Es waren aber nicht nur die neuen Maschinen, die dieses Innovationstempo bestätigten. Auch für die Rubrik ¿Unternehmensnachrichten¿ lieferte Gildemeister-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Kapitza reichlich Stoff: ¿Die Gildemeister AG hat Mitte Mai den ersten Produktionsstandort außerhalb Europa gekauft. Wir haben in Shanghai eine knapp zwei Jahre alte 15000 m2  große Fabrik eines asiatischen Werkzeugmaschinenherstellers übernommen.¿ Und weiter: ¿Wir werden im August unsere Produktion in China aufnehmen. Die ersten beiden Maschinen die dort produziert werden, sind die CTX 310 und die DMC 64 V linear. Beides topaktuelle Entwicklungen, die in Shanghai in Serie hergestellt werden. Der chinesische Markt bietet für die Gildemeister-Gruppe pro Jahr ein Geschäftsvolumen von 50 Millionen Euro.¿
 Rüdiger Kapitza zum Konjunkturumfeld: ¿Die Konjunkturaussichten sind trüber geworden, im letzten Jahr fing dieses an, und das nicht erst am 11. September, sondern schon im zweiten Quartal 2001. Davon hat man sich nicht mehr erholt. Im ersten Quartal 2002 waren es im Auftragseingang minus 21 Prozent und auch das zweite Quartal wird wohl noch ein Minuszeichen haben, aber es gibt durchaus ermutigende Anzeichen, die uns hoffen lassen.¿ So zum Beispiel der durchaus erfolgreiche Verlauf der METAV. Mit 170 verkauften Maschinen und einem Auftragseingang von 27,8 Mio. Euro fällt die Bilanz der Düsseldorfer Veranstaltung durchaus positiv aus, auch wenn das Traumergebnis der letztjährigen EMO doch deutlich verfehlt wurde. ¿Ebenso wichtig sind die 890 auf der Metav ausgelösten Angebote für das Nachmessegeschäft¿, so der Vorstandschef. Und: ¿Aufgrund des guten Messeverlaufes wird die im letzten Zwischenbericht angekündigte Auftragseingangs-Prognose für das zweite Quartal 2002 übertroffen.¿
 Zu den Innovationen: Bereits auf der Hausausstellung in Pfronten Anfang dieses Jahres vorgestellt wurde das vertikale Bearbeitungszentrum DMC 64 V linear, das am Stand-ort Geretsried (und zukünftig eben auch in Shanghai) produziert wird. Dank Linearantrieb in der X-Achse, einer 12 000er Motorspindel, einem hauptzeitparallel bestückbaren Werkzeugmagazin für 30 Tools, einem Spiralspäneförderer und Bettspülung bereits in der Standardausführung bietet das DMC 64 V linear ein beeindruckendes  Leistungsspektrum. Mit Beschleunigungen bis 0,5 g und Eilgang bis
70 m/min garantiert der Linearantrieb in der X-Achse höchste Dynamik bei der Bearbeitung und sorgt zudem für extrem kurze Nebenzeiten beim Pick-up-Werkzeugwechsel bzw. für eine Span-zu-Span-Zeit von lediglich 5 Sekunden. Mit einem Arbeitsbereich von X-640 mm, Y-600 mm und Z-500 mm ergeben sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, die von den Steuerungen Siemens 810 D powerline bzw. Heidenhain iTNC 530 mit höchster Präzision umgesetzt werden.
 Zu den ¿echten¿ Weltpremieren: Eines der Highlights war ohne Frage das vertikale Bearbeitungszentrum DMP 60 V linear, das mit einer Span-zu-Span-Zeit von nur mehr 1,8 Sekunden sowie dank 1 g Beschleunigung in den drei Linearachsen und Eilgängen bis 80 m/min beste Voraussetzungen für hochproduktive Teileausbringung bietet. Welcher Werkzeugmaschinenhersteller aus Tuttlingen damit in den direkten Wettbewerbsfokus der DMG gerückt ist, lässt sich ja nun nicht allzu schwer erraten, wobei die Seebacher Maschine dank integrierter Motorspindel mit 18 000 min-1, 25 kW Leistung und einem Drehmoment von 130 Nm durchaus eine gute Figur abgibt.
 Patentierter Clou der neuen DMP 60 linear ist der neue Werkzeugwechsler, der die zitierten Span-zu-Span-Zeiten von beeindruckend kurzen 1,8 Sekunden realisiert. Das ¿Geheimnis¿ liegt hier im modifizierten Doppelgreiferprinzip, bei dem Dreh- und Hubbewegung synchronisiert und mithin zeitoptimiert ablaufen. Darüber hinaus wird mit dem Ausheben des Werkzeugs aus der Spindel der Wechsler an den Hauptantrieb der Motorspindel gekoppelt, so dass die Dynamik des Bewegungsablaufs entsprechend dem jeweiligen Werkzeuggewicht CNC-gesteuert angepasst werden kann.
 Ebenfalls bemerkenswert: Das Werkzeugmagazin mit seinen 25 Plätzen hat nur während des Werkzeugwechsels ¿Kontakt¿ zum Arbeitsraum, ist ansonsten also komplett vom Prozess abgeschottet und bietet dadurch ein Maximum an Betriebssicherheit.
 Konzipiert ist die DMP 60 V linear als Fahrständermaschine, so dass alle drei Achsen im Werkzeug liegen. Sämtliche Komponenten sind mit FEM-Unterstützung auf höchste Stabilität ausgelegt und dimensioniert worden. Ø
×  Das gilt auch für den Wechseltisch, auf dem ein neues Werkstück hauptzeitparallel gerüstet und dann binnen drei Sekunden gegen das bearbeitete Teil ausgetauscht wird. Dass hier auch CNC-Teilapparate als vierte Achse einsetzbar sind, versteht sich von selbst.
 Gesteuert wird das neue Vertikalzentrum von der jüngsten Siemens powerline-Generation, die den Bediener mit einfachen und übersichtlichen Menüfenstern komfortabel durch den Prozess führt und zudem alle Voraussetzungen für den Anschluss an den DMG-Netservice oder übergeordnete Unternehmens-Netzwerke bietet.
 Dass Gildemeister auf der METAV auch ein Stangen-Bearbeitungszentrum vorstellt, war irgendwie logisch. Denn einer der bestimmenden Trends auch in der Produktion kubischer Werkstücke geht in die 6-Seiten-Komplettbearbeitung ohne zusätzliche Spannvorrichtungen. Das Fräsen von der Stange ist unbestritten die eleganteste und zudem schnellste Art, Geld zu verdienen. Pate für die DMC 60 S stand in den Grundkomponenten die bewährte Monoblock-Baureihe. So hat das neue Stangenbearbeitungszentrum zwei im Werkzeug liegende Bearbeitungsachsen sowie einen NC-gesteuerten, im Bereich von 150O positionierbaren Fräskopf, in dem eine 28-kW-Motorspindel mit 12 000 min-1 Drehzahl (optional 18 000 min-1) für exzellente Fräsleistungen sorgt. Ebenfalls auf höchste Produktivität ausgelegt ist der ultraschnelle Werkzeugwechsel von 0,8 Sekunden und das bis auf 120 Werkzeuge erweiterbare Magazin.
 Der Wandel von der Universalmaschine zum hochproduktiven Komplettbearbeitungszentrum erfolgt im Arbeitsraum. Hier dient ein vertikaler Aufspanntisch als multifunktionale Schnittstelle sowohl zur Aufnahme der horizontalen NC-Rundachse mit integriertem Spannsys-tem für Stangenmaterial bis 103 mm Durchmesser als auch für den Werkstückgreifer zum Bearbeiten der 6. Seite. Darüber hinaus lässt sich als einzigartige Detaillösung ein Reitstock mit kollisionsfreier Bearbeitungsmöglichkeit auch mit angestelltem Werkzeug adaptieren.
 Automatisch zugeführt wird das Rohmaterial bei der DMC 60 S aus einem Stangenlademagazin. Von dort bringt die NC-gesteuerte Zuführeinrichtung die Stange hochpräzise in die als NC-Teilapparat konzipierte Werkstückspindel. Anschließend wird das Werkstück zunächst von 5 Seiten bearbeitet. Danach schwenkt die Greifervorrichtung in den Arbeitsraum und spannt das Werkstück hydraulisch, ehe es vom Restmaterial getrennt wird. Sogleich schwenkt der Greifer um 90O, bringt so das Werkstück unter den Fräskopf und positioniert es mit der integrierten NC-Rundachse zum Werkzeug.
 Zu guter Letzt kommt das Teil auf ein Transportband und wird so aus dem Arbeitsraum der DMC 60 S entsorgt. Parallel dazu hat der NC-Stangenlader das Rundmaterial bereits wieder in der Werkstückspindel positioniert, und das nächste Werkstück kann bearbeitet werden. Letztlich schließt sich damit die integrierte Logistikkette, so dass eine auto-matische Bearbeitung selbst kleiner Losgrößen möglich ist. Vorrichtungen gehören der Vergangenheit an, die Rüstzeiten sind minimiert. Lediglich beim Auftragswechsel mit unterschied-lichem Stangendurchmesser müssen Spannzange und Führungsrohr getauscht werden, was dank der vertikal verfahrbaren Werkstückspindel ebenso einfach wie schnell erledigt ist. Bei aller dadurch erreichten Produktivität bietet die DMC 60 S trotzdem eine beeindruckende Zugänglichkeit für den Bediener.
 Dass auch bei der Bearbeitung schwerer Werkstücke der Linearantrieb durchaus Vorteil bietet, zeigt sich an der DMF 360 linear. Die Neuentwicklung erschließt dem Maschinenkonzept der Fahrständerbearbeitungszentren mit Linearantrieb nun auch die Bearbeitung schwerer Werkstücke mit über 3 m Länge. Die Verfahrgeschwindigkeit des Fahrständers von 100 m/min ist dabei besonders bei großen Maschinen wie der DMF 360 linear mit ihren 3,6 m X-Verfahrweg ein absolutes Plus. Das bedeutet beim Positionieren eine Steigerung bis Faktor 3 gegenüber konventionellen Maschinen. Zudem positioniert der Linearantrieb überaus exakt und verschleißfrei auf Jahre hinaus. Zumal bei dieser ersten Maschine der Baugröße 2 doppelte Linearantriebe zum Einsatz kommen, um neben der hohe Verfahrgeschwindigkeit auch hohe Vorschubkräfte von 12 kN zuverlässig ans Werkstück zu bringen.
 Während bei der Baugröße 1 der Werkzeugspeicher noch mit dem Fahrständer verfahren werden kann, hat sich Deckel Maho für die neue DMF 360 linear aufgrund der zu erwartenden großen Werkzeuge und des Gesamtgewichts des Magazins eine intelligente Lösung einfallen lassen. So fährt nun das gesamte Werkzeugmagazin mit seinen 30 Plätzen auf einem separaten Shuttle, das ebenfalls mit Linearmotor ausgestattet ist. Erst beim Werkzeugwechsel positioniert das Magazin zum Fahrständer und ¿stört¿ demnach nicht den dynamischen Zerspanprozess. Wem die Kapazität von 30 Tools nicht genügt, hat optional die Möglichkeit, ein Regalwandmagazin mit 80 oder 120 Werkzeugen seitlich an der Maschine zu adaptieren. In dem Fall kommt ein leichtbauender Werkzeugshuttle zum Einsatz, der die Tools mit extremen Beschleunigungen bis 1 g hauptzeitparallel bereitstellt, so dass die schnelle Span-zu-Span-Zeit von 10 Sekunden in jedem Fall gehalten werden kann.
 Weltpremiere Nr. 4, die DMC 70 eVolution. Sie kombiniert die anspruchsvolle Komplettbearbeitung in einer Aufspannung mit der  Ø
×  lukrativen Möglichkeit des hauptzeitparallelen Rüstens. Dazu ist ein schneller Palettenwechsler integriert worden, der binnen 12 Sekunden das bearbeitete Teil gegen das neue Werkstück austauscht.
 Im Prozess selbst überzeugt das neue Bearbeitungszentrum mit serienmäßiger 18 000er-Spindel. Optional ist zudem eine High-speed-Spindel mit 30 000 min-1 verfügbar. Alle Linearbewegungen führt das Werkzeug aus, wobei die neue DMC 70 eVolution in allen Achsen mit einer Beschleunigung von 8 m/s2 in Sekundenbruchteilen die Eilganggeschwindigkeit von 50 m/min erreicht. Kombiniert mit einem schnellen Pick-up-Werkzeugwechsel ergeben diese Features ein zukunftsweisendes High-tech-Paket, das auch beim Werkzeugmagazin alle Anforderungen der Teilefertiger erfüllt. So können je nach Bedarf 32 oder 60 Tools im Magazin untergebracht werden.
 Die Nummer 5: Mit der DMC 104 V linear ergänzt Deckel Maho die Baureihe seiner kompakten Vertikalbearbeitungszentren. Wie die schon angesprochene DMC 64 V linear ist auch die ¿große Schwester¿ als massive Gusskonstruktion mit oben angeordnetem Fahrschlitten konstruiert. Damit liegen die Achsen in X- (640 mm) und Z-Richtung (500 mm) im Werkzeug, so dass das Werkstückgewicht keinen Einfluss mehr hat auf den Zerspanprozess. Würde dieses Feature allein schon die Dynamik ansehnlich steigern, hat die Neukonzeption gleichfalls den Weg frei gemacht zur Integration des Linearantriebs in der X-Achse, der mit Beschleunigungen bis 0,5 g und Eilgängen bis  70 m/min höchste Dynamik in der Bearbeitung garantiert. Zudem sorgt er für kürzeste Positionierzeiten beim Pick-up-Werkzeugwechsel respektive für eine kurze Span-zu-Span-Zeit von lediglich 5 Sekunden. Weil der Linearantrieb außerdem nicht nur schneller, sondern auch genauer ist als der herkömmliche Kugelgewindetrieb, überzeugt die DMC 104 V linear nicht nur im allgemeinen Maschinenbau oder im Werkstatt- und Fertigungsbereich, sondern auch im Werkzeug- und Formenbau. Zur Fülle der leistungsoptimierenden Features zählen auch die mit 12 000 min-1 überaus schnelle Motorspindel, die Bettspülung, der Späneförderer sowie das hauptzeitparallel bestückbare Werkzeugmagazin mit Platz für 30 Tools.
 Und last not least das neue Giga-Fräszentrum mit 16 m3 Arbeitsraum. Das Bett der völlig eigensteifen DMU 340 P benötigt aufgrund seiner 3-Punkt-Auflage kein Fundament. In kurzer Zeit lässt sich die Maschine aus vier Hauptbaugruppen komplett in Betrieb nehmen. Sie setzt damit neue Maßstäbe hinsichtlich Produktivität und Genauigkeit bei der Komplett-bearbeitung bis 16 t schwerer Werkstücke. Eilgänge bis 60 m/min bei einer Beschleunigung bis 6 m/s2 sind Beispiele einer einzigartigen Ent-wicklung. Zumal die realisierten Verfahrwege von 3400 mm in der Y-Achse sowie 2800 mm in X- und 1600 mm in Z-Richtung eine völlig neue Dimension eröffnen. Und das nicht nur im Werkzeug- und Formenbau, sondern auch im Segment der Großteilefertiger beispielsweise aus dem Maschinen- und Anlagenbau oder der Flugzeugindustrie. Denn die DMU 340 P ist modular aufgebaut und lässt sich mit verschiedenen Spindeln und Fräskopf-Optionen auf alle Anforderungen individuell anpassen.
 So hat die DMU 340 P in der Standardausführung einen NC-Schwenkfräskopf für die uni-verselle 5-Achs-Bearbeitung, der mit einer 44kW- Motorspindel für Drehzahlen bis 10 000 min-1 und 288 Nm Drehmoment ausgerüstet ist. Alternativ dazu offeriert Deckel Maho einen gesteuerten Getriebemotor inklusive B-Achse, der als ¿High-end¿-Lösung bei Drehzahlen bis 8000 min-1 ein enormes Drehmoment von
1500 Nm zur Verfügung stellt und damit einen neuen Maßstab in der universellen Schwerzerspanung setzt. In Verbindung mit einem Palettenwechselsystem (das optional bis auf vier Paletten erweiterbar ist) wird aus der zitierten ¿Standardmaschine¿ schließlich das hochproduktive Bearbeitungszentrum DMC 340 U für Werkstücke bis zu einem Gewicht von 10 000kg.
 Dürften sich die bislang genannten Varianten vornehmlich im Kreis der Teilefertiger wiederfinden, erfüllt die neue ¿Unimould¿-Version auch alle Anforderungen moderner Hochgeschwindigkeitsbearbeitung speziell bei den Kunden aus dem Werkzeug- und Formenbau. 
Hier ist, neben dem NC-Standardfräskopf  mit B-Achse, eine Vorsatzspindel mit Drehzahlen bis zu 30 000 min-1 im Pick-up-Verfahren einwechselbar.
 Die ¿Krönung¿ für den Formenbau bildet schließlich die Dynamould-Variante der DMU 340 P, die zwei Technologien miteinander kombiniert. So kann der Anwender in Ausgangsstellung des Spindelkopfs zunächst anspruchsvoll schruppen, wobei das Werkzeug um ± 30O zum Werkstück anstellbar ist. Anschließend dreht der Spindelkopf um 180O und bringt damit einen Highspeed-Gabelkopf mit zwei dynamischen Drehachsen zum Einsatz, der bei Drehzahlen bis 24 000 min-1 das Werkstück 5-achsig fertig bearbeitet.  ai



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