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Sicherlich, die Fräs-Bearbeitungszentren der Schweizer Liechti
Engineering AG sind alles andere als Lowprice-Maschinen. Aber
dafür haben sie auch einiges zu bieten, was man bislang vor allem in der Luft- und Raumfahrtindustrie zu schätzen wusste. Das Unternehmen konzentriert sich seither auf dieses Spezialgebiet und
zählt heute zu den Marktführern in diesem Bereich. Auch wenn
die jüngste Entwicklung aus dem Hause Liechti zunächst diese Branche adressiert, so will man doch verstärkt ambitionierte
Werkzeug- und Formenbauer für diese Maschine erwärmen.
Die Liechti Engineering AG in Langnau/Schweiz beschäftigt sich seit den 60er Jahren mit der Herstellung von hochproduktiven Werkzeugmaschinen. Seit 1983 produziert die Liechti Engineering AG ein- und mehrspindlige Fräs-Bearbeitungszentren für die Bearbeitung von komplex gekrümmten Flächen wie Turbinenschaufeln, Impeller und Blisks (bladed disks) für Triebwerke und Gas-/Dampfturbinen. Das Unternehmen konzentriert sich seither auf dieses Spezialgebiet und zählt heute zu den Marktführern im Bereich dieser Technologie. Die Marktentwicklung sowie der Trend zu kleineren Turbinen und Komponenten, der Drang nach einem breiteren Einsatzspektrum sowie die Forderung nach höherer Produktivität haben Liechti vor zwei Jahren dazu bewogen, die g-Mill 550 zu entwickeln.
Gemeinsam mit der Technischen Universität in Fribourg/Schweiz haben die Ingenieure von Liechti Engineering ein Konzept für die Entwicklung eines neuen Maschinentyps erarbeitet. Ziel war es, in Sachen Produktivität und Einsatzspektrum einen Quantensprung zu realisieren. Die Philosophie war, eine bedeutend höhere Wirtschaftlichkeit bei besserer Bearbeitungsqualität zu realisieren. Das neue Fräs-Bearbeitungszentrum Liechti g-Mill 550 wurde nunmehr auf der METAV als Weltpremiere vorge-stellt. Die g-Mill 550 ist für Werkstücke wie Turbinenschaufeln, Impeller, Blisks und andere Komponenten mit komplex gekrümmten Flächen einer Baugröße von Turbinenschaufeln bis 550 mm Länge inkl. Aufspannvorrichtung respektive von Blisks bis 550 mm Durchmesser konzipiert. Wenn die Schweizer von ¿komplex gekrümmten Flächen und großen Bauteilen¿ reden, wird klar, dass auch der Werkzeug- und Formenbau als Zielgruppe für diese Maschine auserkoren ist.
Die steife und trotzdem kompakte Monoblock-Schrägportal-Bauweise mit einer Neigung von 20O verfügt über Hochgeschwindigkeits-Antriebe aller 5 Achsen. Doppelantriebe der
X-Achse sowie Hochleistungs-Torquemotoren ermöglichen 5-achsiges Bahnfräsen mit Beschleunigungen im g-Bereich (Erdbeschleunigung 1 g = 9,81 m/s2) bei hohem Ruck sowie Vorschubgeschwindigkeiten, welche dem höchs-ten Technologiestand entsprechen. Die Liechti g-Mill 550 setzt bei der Serienherstellung von Turbinenkomponenten und komplexen Werkstücken neue Benchmarks: Bahnfräsen mit
g-Beschleunigung, die g-Mill 550 verfügt nebst dynamischen Linearachs-Antrieben zusätzlich über Torquemotorantriebe für die Rotations-Achsen. Diese Kombination ermöglicht bis heute unerreichte Bearbeitungsgeschwindigkeiten und entsprechende Produktivitätswerte bei besserer Qualität. Die Vollautomatisierung von Bearbeitung, Werkstück- und Werkzeugwechsel ermöglicht eine kontinuierliche 3-Schicht-Produktion unterschiedlicher Werkstücke. Die Integralbauweise der g-Mill 550 ist die ideale Symbiose zwischen der notwendigen starren Konstruktion, welche für eine hohe Zerspanleistung unerlässlich ist, und der Leichtbauweise, welche hohe Geschwindigkeiten und Beschleunigungswerte ermöglicht. Die neuartige Monoblock-Schrägportal-Konstruktion wurde in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität in Fribourg/Schweiz entwickelt.
Liechti setzt für die g-Mill 550 eine vektor-geregelte Hochleistungs-Frässpindel ein. Diese besitzt die Eigenschaft, bereits im niedrigen Drehzahlbereich über ein hohes Drehmoment zu verfügen. Eine Fettschmierung garantiert eine lange Lebensdauer. Die einfache Einbaukonstruktion mit steckbaren Anschlüssen ist ein weiterer Konstruktionsvorteil. Die mechanischen Eigenschaften der g-Mill 550 werden durch die von Liechti entwickelte, in der Praxis vielfach bewährte Turbosoft CAM-Software verstärkt.
Die g-Mill 550 ist mit Bauteilen wie Fischer- Spindeln, Etel-Torque-Motoren, Schneeberger- Linearführungen sowie der neusten Version der Siemens-Steuerung 840D ausgerüstet. Ein sehr kompakter, kombinierter Werkstück-/Werkzeugwechsler für 50 bis 144 Werkzeuge ist die ideale Symbiose für eine hohe Produktivität.
Das Resultat sind Bearbeitungszeiten, welche die besten Wettbewerber um mehr als 30 % unterbieten. Simulierte Wirtschaftlichkeitsrechnungen beweisen, dass die g-Mill 550 in Sachen Produktivität und Wirtschaftlichkeit nur schwer zu übertreffen ist.
Bei der Entwicklung der g-Mill 550 wurden bezüglich Produktivität und Wirtschaftlichkeit klare Ziele gesetzt. Benchmark war dabei der beste Konkurrent respektive die entsprechenden Leistungswerte der Wettbewerbsmaschine gleicher Baugröße. Anhand einer grossen Anzahl von statischen und dynamischen Vergleichen sowie als Resultat von praktischen Bearbeitungsversuchen wurden aussagekräftige Vergleichswerte ermittelt. Anhand des berechneten Beispiels wurde ein Produktivitätsvorsprung von 42 % ermittelt. Liechti geht davon aus, dass der praktische Produktivitätsvorteil in der Größenordnung von mindestens >30 % liegen wird.
Die Ingenieure von Liechti haben ebenfalls versucht, den Produktivitätsvorteil in die Maschinen-Wirtschaftlichkeitsrechnung zu integrieren. Basis war dabei dasselbe Werkstück, welches bereits für die Produktivitätsberechnung verwendet wurde. Es handelt sich dabei um eine Standard-Turbinenschaufel mit einer Länge von 250 mm.
Für den Vergleich wurden Annahmen für die Wertschöpfung getroffen. Das Resultat beweist nach Aussage der Schweizer, ¿dass bei der Herstellung von hochwertigen Komponenten der Produktivitätsvorteil gegenüber dem Investitionspreis absolute Priorität hat¿. Voraussetzung dazu ist jedoch, dass die Maschine entsprechend ausgelastet ist und die gesteckten Produktionsvorgaben erreicht werden.
Liechti fokussiert mit der neuen g-Mill 550 den Teilmarkt für
5-Achs-Fräs-Bearbeitungszentren mittlerer Baugröße. Es handelt
sich dabei um den bezüglich Absatzvolumen kleinsten Teilmarkt im Geschäft für Fräsmaschinen. Die technologischen Ansprüche und die Erwartungen der Kunden in Sachen Produktivität sind jedoch sehr hoch. Als spezialisierter Hersteller für Maschinen dieses Niveaus rechnet sich Liechti gute Erfolgschancen aus. Liechti unterstreicht den Qualitätsstandard durch eine zweijährige Vollgarantie. Im Vorfeld der Erstpräsentation als Weltpremiere konnte Liechti bereits die ersten Verkaufserfolge verbuchen.