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Revolutionär Gut, günstig & schnell

Von Harald Klieber Wer industrielle Messtechnik braucht, kommt nur schwer an Carl Zeiss IMT vorbei. Die Oberkochener beherrschen die Premium-Klasse (Geräte unter 150.000 Euro) mit 60% Marktanteil. Darunter in der Performance-Klasse ist der Vorsitzende Dr. Rainer Ohnheiser bei ungleich höherem Marktvolumen mit 15% zufrieden. Um den Anteil (<5%) in der Entrance-Klasse zu steigern, hat Zeiss zur Control eine kleine Revolution vorbereitet.

Als das Nonplusultra für hochpräzise Anwendungen bezeichnet Messtechnik-Experte Wolfgang Wiedmann den neuesten Preis- wie Technologiebrecher aus dem Hause Zeiss IMT. Und das wohl mit gutem Grund: „Unsere neuestes Scanning-Messgerät DuraMax wird zwar in der Entrance-Klasse mit komplett 42.000 Euro deutlich unter der 50.000-Euro-Schwelle geführt, ist aber trotzdem wie ein Gerät der Performance- oder sogar der Premium-Klasse ausgestattet.“ Statt der wettbewerbsüblichen Luftlagerung baut die DuraMax auf wartungsfreien, robusten und vor allem Druckluft ersparenden Linearführungssystemen auf, hat glaskeramische Längenmesssysteme, isolierende Verkleidungsteile und alle Achsen in Faltenbälge gehüllt. Konstruktiver Clou ist sicherlich auch die Tatsache, dass die Zeiss-Ingenieure sämtliche elektrischen Komponenten für Steuerung und Motor nicht mehr nahe der mess-empfindlichen Bauteile, sondern vorzugsweise gut geschützt im Rahmen der Maschine untergebracht haben. Wie passt das revolutionäre Preis-/Leistungsverhältnis aber mit dem Hochlohnland Deutschland zusammen? Der Vorstandsvorsitzende Dr. Rainer Ohnheiser erklärt: „Es reicht natürlich nicht, das Produkt nur billiger zu machen. Dann hätten wir uns nicht diese Features leisten können. Sie müssen die Kostenpositionen und -prozesse vom Design bis in ihre eigene Montage komplett umstellen und anpassen“, reißt Rainer Ohnheiser an. Für die Fertigung und Montage der DuraMax hat sich Zeiss auch deshalb etwas ganz besonders einfallen lassen. Und auch in der Mittelklasse soll das in Deutschland einzigartige, hybride Montagekonzept bei Zeiss für mehr Durchsatz und niedrigere Kosten sorgen. Dabei können nach dem best-point-Prinzip und im one-piece-flow Teile wie Mitarbeiter fließen und im Fluss montieren oder auch stehen. Konstruktiv hat Zeiss zudem alle Entwickler für Sensorik, Mechanik, Controller und Software in einem Gebäude und einem Stockwerk zusammengezogen. Nur so, erklärt Felix Hoben, Leiter des Geschäftsbereichs Systeme, seien solche mechatronischen Evolutionssprünge auch heute noch machbar. Wichtig auch für die Anwender sei indes zeisssche Messtechnik-Philosophie: „Die Messaufgabe bestimmt bei uns den Sensor – und nicht wie üblich umgekehrt“, skizziert Felix Hoben. „Koordinatenmessgeräte werden heute gerade im Mittelstand als Tool zur aktiven Gestaltung und Prozesstransparenz genutzt. Deshalb setzen besonders die Mittelständler immer öfter auf Highend-Technik.“ Als Beispiel führt Felix Hoben den Maschinenbauer Zrinski an. Das 109-Mann-Unternehmen hat mittlerweile sieben Zeiss-Koordinaten-Messmaschinen, um die Produktqualität durch stabile Fertigungsprozesse zu sichern. Vier Prismo, zwei Contura und eine Accura befinden sich in den Messräumen nahe der klimatisierten Fertigung praktisch im Dauereinsatz. Was heute messtechnisch machbar ist, belegt Felix Hoben anhand einer Prismo ultra, der unter anderem auch die Heidelberger Druckmaschinen vertrauen. „Es gibt sonst keine Maschine im Markt, die diese Messgenauigkeit (MPEE=0,8+L/400 µm) in einem Volumen von 1.600 x 3.000 x 1.000 mm bringt. Das heißt: Wir arbeiten heute in einem Kubikmeterwürfel zuverlässig auf 1 µm genau“, betont Felix Hoben. Großes Potenzial sieht Felix Hoben übrigens auch für die Metro-Tomographie. Auf Basis dieser Technologie machen die Metrotom-Computertomographen von Zeiss Elemente und Strukturen aus dem Inneren von Materialien und Bauteilen sichtbar – „und vor allem messbar“, hebt Felix Hoben den großen Unterschied gegenüber anderen Lösungen hervor. Beispielsweise Risse, Lunker, Gasporositäten, Einschlüsse sowie innere, nicht antastbare Werkstückelemente oder Geometrien könnten so maßhaltig identifiziert werden. Bevorzugte Anwendungen finden sich in der Kunststoffspritztechnik oder Gussteileproduktion und bei Verbundwerkstoffen. Demgegenüber sieht Rainer Ohnheiser in punkto DuraMax als idealen Einsatzort vor allem den Werkzeug- und Formenbau und die allgemeine Zerspanung. Im Vergleich mit Lehren oder einem KMG-Messraum brilliert die DuraMax gegenüber dem Messraum durch sehr niedrige Investkosten, liefert sofort ein reproduzierbares grünes oder rotes Messergebnis, ist schnell installiert, einfach zu bedienen und ist gegenüber Lehren temperaturstabil, nur mit geringen LifeCyclecosts beaufschlagt und dennoch sehr flexibel für in einem 500-mm-Kubus. „Trotzdem sich die DuraMax mit gut 350 kg schnell und flexibel transportieren und aufstellen lässt, ist sie kompromisslos darauf ausgelegt, dauerhaft zuverlässig ihre Messaufgaben zu erfüllen“, so Wolfgang Wiedmann. Ziel ist es von Zeiss, mit dem kompakten 3D-Koordinatenmessgerät das Scanning in die kleinste Werkstatt zu bringen. In Auslegerbauweise und mit Vast-XXT-Sensor ist die DuraMax laut Wolfgang Wiedmann der ideale Ersatz für alle Lehren. Das Gerät passt in jede kleinere oder größere Werkstatt, eignet sich aber auch für die fertigungsintegrierte Prozesskontrolle. DuraMax eignet sich laut Zeiss generell zur Überwachung der Fertigung, zur schnellen Überprüfung kleiner Werkstücke und zur Prüfung von Serienteilen direkt in der Fertigung. DuraMax ersetzt mehrere klassische Messmittel wie zum Beispiel Höhenmesser, Ringlehren, Rachenlehren, Lehrdorne, Formmessgeräte, Werkstatt-Messvorrichtungen oder manuelle Messmaschinen. DuraMax kommt den Anwendern der dimensionellen Messtechnik nach Einschätzung von Wolfgang Wiedmann also in mehrfacher Hinsicht entgegen: „Dieses Messgerät bietet allein mit einem höchst attraktiven Komplettpreis den günstigen Einstieg in die Zeiss-Scanningwelt. Schnell sind das Bedienen und Messen erlernt.“ Ändern sich die zu prüfenden Produkte, sind bei herkömmlichen Prüfverfahren oft neue, kostspielige Lehren notwendig. DuraMax dagegen ist ein CNC-Allrounder, der in Verbindung mit der CAD-basierten Messsoftware Calypso alle Änderungen schnell, einfach und nachvollziehbar erledigt. Als Tischgerät oder optional mit Untergestell, ideal von vier Seiten mit Teilen zu beladen, bietet DuraMax ein vollkommen neues Konzept und besticht durch ein modernes und äußerst attraktives Design. Scanning ist bei DuraMax Standard, möglich sind aber natürlich auch Einzelpunktantastungen. Der Scanningsensor Vast XXT scannt mit hoher Geschwindigkeit. Er steht nach Angaben von Zeiss außerdem für die Genauigkeit der Messungen und bietet Formaussagen zu den Messelementen. Mit Calypso, der Standard-Software für alle ZEISS Koordinatenmessgeräte, entfaltet DuraMax seine Stärken. DuraMax verkraftet raue Umgebung und zeigt über einen weiten Temperaturbereich eine hohe Stabilität. In einem Temperaturbereich zwischen 18 und 30°C übertrifft DuraMax nach Erfahrung von Wolfgang Wiedmann heutige Erwartungen. Die Werte MPE liegen entsprechend der Umgebungstemperatur zwischen 2,4 + L/300 µm bei 18 bis 22 °C und 2,9 + L/200 µm bei 18 bis 30 °C. In dieser Klasse sind das wegweisende Eigenschaften. Die passive Schwingungsdämpfung schützt beim Messen vor mechanischen Schwingungen aus dem Fertigungsbereich.

www.zeiss.de/imt



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