java.lang.NullPointerException
Kegelmann Technik hat seinen Werkzeugbau mit dem Winstat Framework von Zwicker Systems automatisiert, in das die Sescoi-Software WorkNC-CAD und WorkNC vollständig integriert ist. Seitdem gehören fehlende Arbeitspapiere, doppelte oder falsche Eingaben und ungenaue Zeitrückmeldungen der Vergangenheit an. Dafür sind ein Plus an Kapazität und entspannte Mitarbeiter zu verzeichnen.
Die Kegelmann Technik GmbH, 1989 von Stephan Kegelmann gegründet und mit Rapid Prototyping groß geworden, sieht sich heute in erster Linie als Teilelieferant für Prototypen und Kleinserien in Alu und Kunststoff. Um Kunden optimal und schnell mit Teilen bedienen zu können, beschäftigte sich der studierte Kunststofftechniker und gelernte Formenbauer schon Mitte der 90er Jahre mit verschiedenen Tooling-Techniken. 1998 fiel schließlich die Entscheidung, parallel zu allen Rapid Prototyping und Tooling Verfahren einen konventionellen Werkzeugbau aufzubauen. Stephan Kegelmann blickt zurück: „Wir wollten nicht der 3.791ste vergleichbare Werkzeugbau sein, sondern unseren Betrieb von vorneherein fortschrittlich und rationell aufziehen. Das hieß für uns, Einführung von Standardisierung, Nullpunktspannsystem, Palettensystem und so weiter. Von diesen Merkmalen war damals kaum die Rede, doch heute, fast zehn Jahre danach, sind sie beinahe Standard geworden.“ Kegelmann entwarf schon damals die Vision von einem vollautomatisierten Werkzeugbau. Der Weg dahin war weit und nicht von heute auf morgen zu schaffen. Immerhin kam es Stephan Kegelmann zugute, dass er seinen Werkzeugbau – in dem heute etwa 30 Personen beschäftigt sind – „auf der grünen Wiese“ beginnen konnte. So standen keine alten Strukturen und Maschinen im Weg. Alle unternehmerischen Investitionen konnten auf das Ziel „Automatisierung“ ausgerichtet werden. Schon früh gab es ein einheitliches Palettenhandling und zur OPS von Ingersoll, auf der Grafitelektroden gefräst wurden, gesellte sich ein Erowa-Roboter. Sukzessive wuchs der Werkzeugbau – und die Automation. Kegelmann sammelte Erfahrungen. 2003 entwickelte sich bei Stephan Kegelmann und seinen Mitarbeitern der Wunsch nach einem Jobmanagementsystem (JMS), das für einen reibungslosen Durchlauf im gesamten Werkzeugbau ohne Stau, Papier, fehlende Daten und doppelte Eingaben sorgen sollte. Schritt für Schritt ging man das Thema an und nahm sich zunächst den Erodierbereich vor. Dazu galt es, fünf Vorgehensweisen zu automatisieren: erst die Elektroden aus dem CAD ableiten, sie dann programmieren, fräsen und messen. Schließlich sollte auch die Erodiermaschine automatisch mit den notwendigen Informationen und Elektroden versorgt werden, um das Werkstück zu bear-beiten. Die Wahl fiel 2004 auf die Software Winstat Framework von Zwicker Systems. Sie sollte mit allen und für alle beteiligten Systeme Daten austauschen, sie selektieren und bereitstellen. Zwicker Systems, Spezialist in Sachen Fertigungsautomation, bietet mit dem gewählten Winstat Framework Werkzeuge für effizientes computergesteuertes Job- und Prozessmanagement. Es ist in der Lage, alle technischen Daten, Jobs und Objekte zu verwalten und sie auf Knopfdruck für die Weiterverarbeitung zur Verfügung zu stellen. Mit innovativer Chiptechnologie vermeidet Winstat die zeitintensive und fehleranfällige Protokollierung und Prozessabwicklung auf Papier. Geringere Durchlaufzeiten, mehr Flexibilität und eine höhere Prozesssicherheit sind die Folge – und der angestrebte Endzustand bei Kegelmann Technik. Das Winstat Framework besteht aus einzelnen Modulen für die automatisierte Fertigungssteuerung. Es kann an vorhandene Unternehmensstrukturen angepasst werden und externe Module vollständig integrieren. Auch für Kegelmann galt es, bestehende Komponenten wie zum Beispiel die Senkerodier- und Messmaschine sowie die CAM-Software WorkNC einzubinden. Zum Ableiten der Elektroden aus dem CAD-System Catia, das bei Kegelmann für die Konstruktion im Einsatz ist, musste er sich erst auf die Suche nach einem passenden Modul machen. „Wir hatten Softwareanbieter im Haus, die ein Elektrodenpaket im Programm führten, das auf Catia-Daten aufsetzt. Schließlich wollten wir keinen unnötigen Systemwildwuchs erzeugen“, erklärt Stephan Kegelmann. „Allerdings scheiterten diese Firmen sehr früh an unseren Anforderungen, die da lauteten: Elektroden kopieren, spiegeln, drehen, Mehrfachposition auf einer Palette anfahren, etc.“, erklärt der Gründer der Kegelmann Technik. Daraufhin näherte er sich der gewünschten Software von der anderen, der „CAM“-Seite. Er sprach mit Werner Möller, Vertriebsleiter der Sescoi GmbH, dem für die CAM-Software WorkNC verantwortlichen Unternehmen. Sie hat sich bei Kegelmann seit vielen Jahren bewährt und sorgt unter anderem dafür, dass die Elektrodendaten in passende NC-Programme umgewandelt werden. Zu Work-NC gab es außerdem einen CAD-Part, der bereits diverse Elektrodenoptionen beinhaltete. Stephan Kegelmanns Wünsche fielen auf fruchtbaren Boden. Werner Möller sicherte ihm zu, das im WorkNC-CAD enthaltene Elektrodenmodul so anzupassen, dass es für sein Unternehmen passt. Kegelmann nahm Sescoi beim Wort und entschied sich für die Zusammenarbeit: „Ich kenne Herrn Möller und seine Mitstreiter sehr gut, und wir haben schon bei WorkNC so manche Schlacht gemeinsam geschlagen. Daher weiß ich, dass die Art der Kommunikation und die Entwicklungsbereitschaft bei Sescoi vollkommen zu uns passen.“ Zudem versprach die bereits bestehende Zusammenarbeit von Sescoi und Zwicker Systems einige Vorteile, die das Datenhandling betreffen. Dass es dennoch ein Jahr gedauert hat, bis die Ableitung der Elektroden aus dem CAD perfekt funktioniert hat und optimal in das Jobmanagementsystem integriert war, liegt laut Stephan Kegelmann an den sehr hohen Ansprüchen seines Unternehmens und seiner Mitarbeiter: „Wir wollten keine Kompromisse eingehen, sondern mit wenigen Menüs und Eingaben vollautomatisiert arbeiten können. Dazu gehört, alle Informationen direkt aus dem CAD abzugreifen und daraus quasi auf Knopfdruck Schrupp- und Schlichtelektroden, Funkenspalt und alle andern Attribute herzuleiten. Auch die automatisierte Weitergabe an das Jobmanagementsystem musste auf die nachfolgenden Stationen abgestimmt werden. Unser Projektleiter Jürgen Barth und die anderen Mitarbeiter haben intensiv gemeinsam mit Sescoi daran gearbeitet und für alle Aufgaben eine Lösung gefunden. Das war eine hoch innovative Leistung von beiden Seiten“, beurteilt Stephan Kegelmann die Situation. Seit Ende 2006 läuft der gesamte Elektrodenbereich bei Kegelmann Technik automatisch und komplett papierlos. Die Dokumentation wird auf Knopfdruck generiert und lässt sich als HTML-Datei online aufrufen. Dafür stehen an allen Stationen Terminals zur Verfügung – zur Kontrolle, wie Stephan Kegelmann betont: „Der Maschinenbediener muss keine Daten mehr von der Zeichnung in die Maschine übertragen. Das alles läuft automatisch. So haben wir Fehleingaben auf ein Minimum reduziert, was zur Folge hat, dass auch unsere Mitarbeiter wesentlich relaxter sind und sich auf ihre Aufgaben konzentrieren können. War unsere Erodiermaschine früher der Flaschenhals in der Produktionskette, ist das heute ganz anders: Die Automatisierung hat uns mindestens 30 Prozent Kapazitätserweiterung gebracht“, resümiert Stephan Kegelmann. Nach dem Erfolg im Erodierbereich hat Kegelmann Technik bereits das nächste Projekt in Angriff genommen. Bis Ende 2008 soll nach Einschätzung von Kegelmann Technik auch das Fräsen von Aluminium und Stahl vollautomatisiert ablaufen. In eine Roboterzelle mit zwei Fräsmaschinen wurde bereits investiert und die Software ist am Wachsen. Selbstverständlich ist auch Sescoi wieder in die Entwicklung involviert.