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Mehrwert-Strategie aus Nürnberg

Von Franz J.Gruber In diesen Tagen arbeitet das Hoffmann Group TechnologyCenter in Nürnberg schon ein gutes halbes Jahr. Als Novum in der Branche bietet das Unternehmen Zerspanungs- und Messtechnikservices gemeinsam unter einem Dach. Dazu führte die Hoffmann Group fünf weitere anerkannte Branchenspezialisten aus den Bereichen Werkzeugschleifen, Beschichten sowie Messmittelkalibrierung zusammen. Für ihre Kunden erwartet die Gruppe dadurch erhebliche Kosten- und Zeitersparnisse. Allemal ein Grund für uns, das TechnologyCenter zu besuchen, und so ganz nebenbei Einblicke in das branchenweit größte Werkzeug-Logistikzentrum Europas zu bekommen.

Der Werkzeugkatalog der Hoffmann-Group ist mit immerhin 40.000 Produkten seit Jahren so etwas wie das Standardwerk der Branchenliteratur. 500 Hersteller aus aller Welt sind darin, neben der erfolgreichen Eigenmarke Garant, mit ihren Produkten vertreten. Man liegt wohl nicht falsch, wenn man dem Unternehmen unterstellt, dass ihm – von der Grundkonzeption her – das Kataloggeschäft am liebsten sei. Das mag in der Vergangenheit so gewesen sein – das Motto: „Finger weg von der Sonderbeschaffung“ war sicherlich über weite Strecken ein Erfolgsmodell. Aber die Zeiten ändern sich und auch die Hoffmann Group wird sich künftig vermehrt um das Geschäft mit Sonderwerkzeugen kümmern. Das TechnologyCenter ist ein strategisch wichtiger Schritt in diese Richtung. Die Idee, die dahinter steht, beschreibt Dipl.-Ing. Bernhard Dressler, Geschäftsführer Hoffmann Nürnberg, wie folgt: „Der Nachschleifservice ist zur Notwendigkeit geworden; wenn Sie heute VHM-Bohrer verkaufen wollen, müssen Sie nachschleifen können. Wir haben wirklich Umsätze verloren, weil wir diese Dienstleistung bislang nicht anbieten konnten. Der zweite Aspekt des TechnologyCenter ist, Sonderwerkzeuge anbieten zu können, um auch in die Serienzerspanung reinzukommen.“ Sicherlich nicht auf breiter Basis, das weiß auch Dressler: „Wir werden bestimmt nicht die Werkzeuge für einen Motorblock bei AUDI liefern, da sind die Hersteller vor Ort. Aber in bestimmten Bereichen haben wir mit der Fähigkeit Sonderwerkzeuge zu produzieren, gute Chancen. Unsere Lieferanten können das, und wir werden uns immer mehr in diesen Bereich entwickeln.“ Damit macht der Geschäftsführer deutlich, dass das Technologiezentrum in Nürnberg sehr viel mehr strategische Bedeutung für die Gruppe haben wird, als sich dies momentan durch die Themen Nachschleifen, Beschichten und Kalibrieren darstellt. Gegenwärtig sind dies jedoch die vorherrschenden Alltagsthemen und Hoffmann ist es gelungen, hierfür fünf Unternehmen – teils untereinander im Wettbewerb stehend – zu einem Team zu formen. Die fünf anerkannten und spezialisierten Unternehmen Perschmann Calibration, HOT Härte- und Oberflächentechnik GmbH & Co KG (Beschichtung), Eifeler Unternehmensgruppe (Beschichtung), Günther Wirth Hartmetallwerkzeuge GmbH (Schleifen) sowie Hofmann & Vratny OHG (Schleifen) erbringen in Nürnberg den Kunden der Hoffmann Group Dienstleistungen vom Neu- und Sonderwerkzeug über Originalnachschliff/-beschichtung bis hin zu Messmittelkalibrierung und Laserbeschriften. Also geballte Kompetenz, allerdings nur einen Ansprechpartner. Das ist der Charme an der Sache, wie Bernhard Dressler ausführt: „Wir fassen die Dienstleistungen des TechnoloyCenter zusammen und sind der einzige Ansprechpartner für die Kunden. Dahinter steht aber die Leistung der jeweiligen Spezialisten.“ Neben zwei hochmodernen Beschichtungsanlagen für Zerspanungswerkzeuge verfügt das TechnologyCenter über drei CNC Fünfachs-Präzisionsschleifmaschinen sowie mehrere konventionelle Rund-/Scharfschleifmaschinen. Auch im Bereich DKD-Kalibrierung wartet das Hoffmann Group TechnologyCenter mit dem neuesten Stand der Technik auf. Die Kunden profitieren beim neuen TechnologyCenter insbesondere auch von einem reduzierten Logistikaufwand sowie Zeiteinsparungen, da alle Leistungen gebündelt angeboten werden. In der Anlaufphase werden die Dienstleistungen von 15 Mitarbeitern erbracht. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt belaufen sich auf mehr als fünf Millionen Euro. Das Umsatzziel für 2010 beträgt zehn Millionen Euro. Die Resonanz in den ersten Monaten war sehr gut, wobei Bernhard Dressler zu Bedenken gibt, dass in der Aufbauphase die Dienstleistung noch nicht in allen Bundesländern angeboten wurde – das TechnologyCenter wird aber bis zum kommenden Jahr Kunden aus ganz Deutschland zur Verfügung stehen. Die Hoffmann Group ermöglicht mit dem Nachschärf-Service im TechnologyCenter die Wiederherstellung des Original-Anschliffs und neuer Beschichtungen – wobei eine schnelle Abwicklung der Nachschärf-Aufträge gegeben ist. Ein deutlicher Vorteil des TechnologyCenters ist nämlich der Standort, also die direkte Anbindung an das branchenweit größte Werkzeug-Logistikzentrum Europas, welches die Hoffmann Group bereits im September 2005 eröffnet hat. Dort werden derzeit täglich bis zu 5.000 Sendungen mit rund 25.000 Positionen bearbeitet. So ist auch bei der logistischen Abwicklung des Dienstleistungsgeschäftes die von Hoffmann erwartete Professionalität gegeben. Auch wenn die Kunden beim Nachschleifservice sicherlich mehr Zeit einräumen, als sie das bei der Bestellung von Neuware tun – dort ist 24-Stundenservice bei 99%-Lieferfähigkeit das Maß aller Dinge. Um dies Realität werden zu lassen hat Hoffmann in Nürnberg schon vor geraumer Zeit kräftig investiert und der Standort soll noch weiter zu „dem“ Logistikzentrum der Gruppe ausgebaut werden. Bernhard Dressler dazu: „Sie können es sich heutzutage nicht mehr leisten, in Europa 13 Läger zu betreiben. Regionale Nähe ist schön und gut, aber Leistungsfähigkeit und Kosten zwingen zur Zentralisierung.“ Von Nürnberg aus, lässt sich heute fast ganz Europa innerhalb von maximal 48 Stunden mit Ware beliefern – Voraussetzung hierfür ist ein Logistikzentrum, wie man es nicht alle Tage sieht. Unterschiedlichste Kommissionierungs-Prinzipien (jeweils auf den Artikel abgestimmt) sind in dem Nürnberger Zentrum zu einem Gesamtsystem vereint. Mit neuen Technologien, wie dem sprachgesteuerten System Pick-by-Voice und dem verketteten Kompaktlager steigerte der Werkzeugspezialist die Kommissionierleistung um rund ein Drittel und senkte die Fehlerquote unter 0,1 Prozent.

www.hoffmann-group.com

 



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