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Sicherheit rundum

Sicherheit rundum

Schutzfahrzeuge erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit ¿ vor allem im Nahen Osten, in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, in Süd- und Mittelamerika sowie in den USA. Bei der Produktion der geschützten Wagen spielt die Maßhaltigkeit der sorgfältig aufeinander abgestimmten Komponenten eine wesent- liche Rolle. Deshalb setzt Mercedes-Benz im Sonderwagenbau im Werk Sindelfingen einen portablen Messarm von Faro Europe zur Qualitätssicherung ein.

Mercedes-Benz kann auf eine langjährige Tradition bei Sonderschutzfahrzeugen zurückblicken ¿ bereits 1928 wurde mit dem Typ W08/460 Nürburg der erste Wagen ab Werk aufgebaut. Heute werden diverse Modelle der Baureihen S-Klasse, E-Klasse und G-Klasse in den Widerstands- klassen B4 und B6/B7 gepanzert angeboten. Die geschützten Fahrzeuge widerstehen ¿ je nach Anspruch ¿ Revolver- und Gewehrschüssen genauso wie Handgranaten, Sprengstoff und Molotow-Cocktails.
 Die Basis für den hohen Schutzfaktor der SSF von Mercedes-Benz liegt darin begründet, dass die Schutzelemente für Türen, Rückwand, Seitenteile, Fahrzeughimmel und Stirnwand nicht in ein bereits fertiges Fahrzeug nachgerüstet, sondern von Grund auf in einem eigenständigen und von der Serie unabhängigen Produktionsprozess in die Rohkarosse integriert werden. Zum Einsatz kommen dabei modernste Werkstoffe wie Glas-Kunststoff-Kombinationen und hochfester Spezialstahl.
 Die Fertigung der Sonderschutzfahrzeuge (SSF) von Mercedes-Benz erfolgt durch rund 210 Mitarbeiter im Werk Sindelfingen in der Abteilung Sonderwagenbau/Karosserie/Rohbau, die organisatorisch der Baureihe S-Klasse zugeordnet ist. Die Aufgaben des Sonderschutzfahrzeugbaus reichen weit über die Produktion der gepanzerten Wagen hinaus, denn in enger Zusammenarbeit mit der Entwicklungsabteilung werden auch die Prototypen der SSF Schritt für Schritt aufgebaut. Dadurch können die Mitarbeiter, die später die Fahrzeuge fertigen werden, auch gleich in enger Verzahnung von Entwicklung, Produktion und Montage für ihre zukünftigen Aufgaben ge-schult werden.
 Die Herstellung eines SSF vom Rohbau bis zum Montage-Ende dauert bei Mercedes-Benz ¿ abhängig vom Grad der Ausstattung ¿ rund 5¿6 Monate. Die Ursache für die vergleichsweise lange Produktionsdauer liegt im hohen Individualisierungsgrad begründet, da viele Tätigkeiten am SSF manufakturähnlich in Handarbeit ausgeführt werden. Wenn möglich, wird jedoch auf die Linie der Serie zurückgegriffen. So werden beispielsweise die Fügeeinrichtungen der Serie genutzt, die Geo-Stationen, in denen die Geometrie des Wagens erzeugt wird. Durch diese Maßnahme werden nicht nur der Serienstand und die
Serienmaße erreicht, sondern auch der Produk-tionsaufwand reduziert und die Maßhaltigkeit und Qualität der SSF optimiert. Der Qualität wird im Sonderschutzfahrzeugbau ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt, wie Friedrich Nonnenmacher, der Meister der Produktion, erklärt: ¿Wir fertigen ein ¿kritisches¿ Produkt, dabei spielt die Maßhaltigkeit aller Teile eine enorm wichtige Rolle. Zur Erreichung der geforderten Werte nutzen wir unsere Messmittel in erster Linie produktionsbegleitend, um den Fertigungsprozess zu stabilisieren, Serienmessungen zu machen und Analysen durchzuführen. Ein bedeutender Faktor bei der Erfüllung dieser Aufgaben ist unser portabler Faro-Messarm.¿
 Paula Azevedo, Faro-Vertriebsingenieurin und Betreuerin von DaimlerChrysler, führt aus: ¿Der FaroArm ist als Platinum-, Titanium- und Gold-Modell in fünf verschiedenen Größen mit einem sphärischen Messvolumen zwischen 1,2 und 3,7 Metern lieferbar. Die im Arm integrierte Logik errechnet mittels Drehmessgebern in den Gelenken die räumliche Position der Messspitze mit einer Genauigkeit von bis zu
±0,006 mm.¿ Der dreiteilige Messarm besitzt am vorderen Ende einen Pistolengriff mit der Messspitze, die frei im Raum beweglich ist. Durch die Beweglichkeit in sechs oder sieben Achsen und den patentierten internen Massenausgleich ist der FaroArm auch an ungünstig erreichbaren Stellen einsetzbar. Temperaturunterschiede, wie sie gerade beim mobilen Einsatz immer wieder vorkommen, kompensiert der Messarm in gewissen Grenzen selbsttätig Ø
×  über integrierte Sensoren; bei zu großen Temperatursprüngen warnt der Arm den Bediener. Zur mobilen Einsetzbarkeit trägt unter anderem bei, dass sich der FaroArm auf die jeweilige Eingangsstromstärke selbst einstellt. Der Arm ist aus hochwertigem Aluminium, das auch im Flugzeug-bau eingesetzt wird, wodurch sich ein Gewicht ¿ je nach Ausstattung ¿ zwischen 4 kg und 16 kg realisieren lässt. Der Messgriff ist mit zwei Tastern ausgestattet, über die der Arm gesteuert wird, akustische Rückmeldungen geben dem Anwender Auskunft über den Messstatus.
 ¿Unser Problem war, dass wir Fahrzeuge, auf denen bereits das Fahr-werk und die Räder montiert waren, nicht auf unsere Messmaschine brach-ten. Bei unserer Alternative, dem Messhaus, haben wir als kleines Segment durch den Vorrang der Serienproduktion schlechte Karten. Die Konsequenz daraus war, dass wir immer wieder bei zwingend erforderlichen Messungen Terminprobleme bekamen. Deshalb entschieden wir uns, ein mobiles Messsystem anzuschaffen¿, blickt Friedrich Nonnenmacher zurück.
 Die Entscheidung des Sonderschutzfahrzeugbaus fiel auf den Mess-arm von Faro. Der FaroArm der Gold-Serie mit einem Messbereich von 3,0 m und einer Messgenauigkeit von ±0,084 mm wird seit August 2002 eingesetzt. Der Anschaffung ging eine längere Testphase bei Mercedes-Benz mit diversen Wettbewerbs-Messarmen voraus. Ausschlaggebend für den FaroArm war das rundeste Komplettpaket, das er bot. Überzeugen konnten vor allem seine Zuverlässigkeit, die Bedienung und Handhabung, das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie der stabile Gesamteindruck.
 Neben der größeren Flexibilität ¿ durch die Mobilität des Messarms ¿ wurden in den FaroArm aber noch diverse weitere Erwartungen gesteckt: ¿Wir verfolgen mit dem Messen das Ziel, Nacharbeiten und Korrekturen zu reduzieren und insgesamt effizienter zu werden.
So können wir bereits aus den Prototypen Er-kenntnisse herausziehen, um die Serie schneller, flüssiger und effizienter anlaufen zu lassen. Der Messarm gibt uns nun die Sicherheit, einen möglichen Fehler schnell zu finden und umgehend reagieren zu können. Es ist wichtig für uns, dass wir nun auf der Basis von Fakten agieren können¿, erläutert Friedrich Nonnenmacher.
 Die Einsatzbereiche des FaroArms sind vielfältig. Als vorteilhaft erwies sich von Anfang an, dass der Arm die Möglichkeit bietet, das Fahrzeug von ¿innen nach außen` zu messen. Dadurch müssen die Fahrzeugtüren nicht abgenommen werden, und Messungen können auch nach dem Einbau eines Teils in der Fahrgastzelle vorgenommen werden. Der nun nicht mehr nötige An- und Abbau der Türen trägt natürlich auch zur Zeitersparnis bei. Selbiges gilt beispielsweise auch für eine Mustervermessung in der Montage: Der Arm wird ¿eingepackt¿, in ca. einer halben Stunde ist man vor Ort, weitere 30 bis 45 Minuten später ist der Messarm aufgebaut und ausgerichtet. Innerhalb von 2 bis 3 Stunden liegt ein Messergebnis vor und ¿wir wissen, wo wir stehen` (F. Nonnenmacher). Mit konventionellen Messmethoden wäre es keinesfalls möglich, das Messergebnis auch nur annähernd im selben zeitlichen Rahmen zu erhalten.
 Zum Einsatz kommt der portable Messarm auch in einem speziellen Bereich des Sonderwagenbaus, in dem der Serie ¿zugearbeitet¿ wird ¿ bei Sonderwünschen der Kunden, wie zum Bei-spiel einem Trittbrett oder einem Schiebedach hinten. In diesen Fällen werden die erforderlichen Messungen mit dem FaroArm durchgeführt. Mittelfristig ist geplant, die Einsatzgebiete des mobilen Messsystems noch erheblich zu er-weitern. Angedacht ist, prozessbegleitende Messungen mit dem Arm durchzuführen, um beispielsweise zu erkennen, welche Folgen Wärmeeinwirkung auf Aluminium-Bauteile hat.
 Friedrich Nonnenmacher ist sehr zufrieden mit seinem mobilen Messsystem: ¿Der große Vorteil des Messarms ist seine Mobilität. Dadurch sind wir sowohl bei Messeinsätzen schnell vor Ort als auch unabhängig von der Messplatte. Sehr zu schätzen gelernt haben wir auch die Funktionalität und die Praxisbezogenheit des FaroArms, die es uns auch ohne vorherige Schulung ermöglichte, uns schnell mit dem Arm einzuarbeiten.¿
www.faro.com


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