java.lang.NullPointerException
(...jk) Dass spindel- respektive elektrodenseitige Nullpunkt-Spannsysteme für wohl jeden modernen Werkzeug-/ Formenbauer mittlerweile selbstverständlich sind, gilt als ausgesprochene Binsenweisheit ¿ da wundert nur, dass nicht mit gleicher Konsequenz auch wzm-tisch- und also werkstückseitig Gleiches gilt: Dabei steigert das die NC-Nutzungsquoten durch verringerte Nebenzeiten weiter, wie Ulrich Nowottny vom gleichnamigen Special-Tooling-Betrieb in Lage weiß, der überdies auf möglichst einheitliche Fertigungsmittel schwört, um so auch personell denkbar flexibel agieren zu können.
Wer binnen zehn Jahren nach dem Start in die Selbstständigkeit acht Mitarbeiter beschäftigt, belegt damit zumindest pragmatische und also fundierte Stetigkeit, was auf nicht weniger als gesunde Urteils-kraft verweist. Das zeigt sich beim Formen- und Werkzeugbau Nowottny erstens in der Konsequenz, mit der das Prinzip der Nullpunkt-Spannsys-teme nicht allein spindel- und somit elektrodenseitig genutzt wird, sondern auf den WZM-Tischen seine Entsprechung findet. Erklärt Ulrich Nowottny: ¿Für mich ist das nur logisch, auch tisch- und also werkstück-seitig mit einem Nullpunkt-Spannsystem zu arbeiten, wenn ich das beim Bearbeiten und dann beim Einsatz von Elektroden ganz selbstverständlich praktiziere¿, und wundert sich: ¿Wenn ich von dem Prinzip grundsätzlich überzeugt bin, kann ich doch nicht auf halbem Weg Halt machen.¿
Und eben deshalb suchte Nowottny nach einem Nullpunkt-Spannsystem, das auch für größere Gewichte und für größere Zerspankräfte gut ist als die gängigen Offerten für Senk-Elektroden, und klagt: ¿Die gibt es zwar von den be-kannten Herstellern ¿ aber die sind allesamt zu teuer.¿
Das mag ja daran liegen, dass sie ¿ ganz gemäß dem selbst de-kredierten Anspruch ¿ eine Wechselgenauigkeit von 2 µm verspre-chen. Urteilt Nowottny: ¿Das mag ja unter La-bor-Bedingungen zu erreichen sein ¿ aber ganz sicher nicht ständig in der Praxis¿, und legt fest: ¿Bei uns (wie im Formenbau doch wohl allgemein) kommt¿s auf sichere Austauschbarkeit an ¿ und die ist mit einem sicheren Hundertstel einfach gewährleistet¿, und konkretisiert: ¿Wenn wir über Nullpunkt-Spannsysteme bei normaler Sorgfalt ans Ende der µm-Skala kommen und eben ein Hundertstel ganz sicher erreichen, sollten wir sehr zufrieden sein und nicht unsinnig mehr verlangen¿, und schiebt nach: ¿Und wenn¿s denn wirklich mal in den kleinen µm-Bereich geht, muss man halt gleich zweimal sorgfältig sein und sich eventuell auch mal durch einen normalerweise unnötigen Messvorgang vergewissern.¿
Und so, wie sich Nowottny elektroden-seitig schon zuvor für das Nullpunkt-Spannsystem von Erowa entschieden hatte, legte er sich wzm-tischseitig nun fest auf das robuste und in jeder Beziehung belas-tungsfähige (und in der Praxis gleichwohl sehr deutlich unter 0,01 mm wiederholpräzise) System der Schweizer Parotec AG. Lobt Nowottny kritisierend: ¿Da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach.¿ Nun ¿ ausgerüstet hatte er damit zunächst fünf Fertigungsmittel: drei Vertikal-BAZs, eine Mess- und eine Senk-Erodiermaschine. Das hat ihn knapp 50 000 Euro gekostet, und nach seiner Kalkulation amortisiert sich sein Invest binnen spätestens anderthalb Jahren. So begründet Nowottny: ¿Durch das wzm-tisch- und also werkstückseitige Nullpunkt-Spannsystem von Parotec (das ja seinerseits Schnittstellen hat zum Elektroden-Nullpunkt-Spannsystem von Erowa) reduzieren wir unsere Rüstzeiten auf bis zu 40 Prozent des bisherigen Werts und steigern also dementsprechend die Nutzungsquote unserer Fertigungsmittel.¿
Das jedoch sei noch nicht einmal der wirklich entscheidende Aspekt; ungleich wichtiger sei die gewonnene Flexibilität bei der Auftrags-Abfolge. Veranschaulicht Nowottny: ¿Kommt ¿ aus welchen Gründen auch immer ¿ ein Schnellschuss, ist das jetzt für uns kein Problem mehr ¿ wir rüsten extern vor, wechseln sekundenschnell und auf sichere 0,01 Millimeter genau die Paletten, und schon geht¿s weiter¿, und ergänzt: ¿Gleiches praktizieren wir Tag für Tag vor Feierabend ¿ dann wechseln wir ebenso rasch von den aufsichts-sensiblen Tages-Aufträgen auf die Nacht-Langläufer, und morgens passiert Gleiches umgekehrt: wir können ¿ ohne wie ganz frü-her Messuhr und µ-Hämmerchen zu bemühen ¿ ratz-fatz die Aufträge wechseln.¿ Was Wunder, dass auch das jüngste BAZ (ein HSC-Schnell-Läufer von Röders mit 47 000 min¿1) als Alternativ-WZM zu den EDMs gleichfalls mit dem Parotec-System ausgerüstet wurde ¿
Ebenso pragmatisch entschied Nowottny bei der Auswahl seiner Fertigungsmittel: Da investierte er bewusst in drei identische Vertikal-BAZ mit natürlich je gleicher CNC ¿ so ist er auch personalseitig weitestgehend flexibel und kann die Werker je nach Auftrag rotieren lassen. Ganz so weit ist er beim Erodieren freilich noch nicht ¿ aber er weiß, wohin er will und sieht sich da auf gutem Weg. Denn schon jetzt steht er beim Schneid-Erodieren mit zwei WZM voll auf Sodick, hat beim Senk-Erodieren gleichfalls bereits eine und wird die übrigen Senk-Erodier-,Fremd-Fabrikate¿ ebenso gegen die schnellen Japaner auswechseln. Begründet Nowottny: ¿Beim Erodieren macht die Linear-Antriebstechnik ja nun wirklich Sinn ¿ die zu bewegenden Massen sind klein, die Wege zwar technologiebedingt sehr kurz, aber extrem häufig, und da zahlen sich hohe Dynamik und hohe Positionier-Genauigkeit eben aus¿, und vergleicht: ¿Während konventionelle Senk-Erodiermaschinen in der Z-Achse mit mal gerade 6 bis allenfalls 8 m/min arbeiten, kommt unsere Sodick auf 34 m/min ¿ bei entsprechend hoher Dynamik beim Beschleunigen und Verzögern; das bringt uns eine ganz erhebliche Zeitreduktion.¿
Aber nicht allein bei der Auswahl seiner Fertigungsmittel zeigt sich Nowottny treffsicher ¿ auch beim Senk-Erodier-Halbzeug weiß er wohl richtig einzukaufen, verzichtet bei den Elektroden-Rohlingen auf das (allzu) teure Original und nimmt stattdessen ein Derivat, das zudem in anwenderfreundlich engerer Abstufung zu haben ist (und also Bearbeitungszeit minimiert). Zu beziehen ist es in Deutschland von der PSE GmbH in Langenselbold, und Berater Alfons Stübing wirbt: ¿Die Kupfer-Rohlinge sind an zwei Flanken rechtwinklig präzis gefräst und sowohl schlupf- als auch eckspann-gefasst und entsprechen bei geringeren Investkosten den Anforderungen trotzdem zu hundert Prozent.¿ Tja ¿ man kennt das ja aus der Pharma-Industrie: ,Aspirin¿ gibt¿s halt auch unter anderem Namen: nicht minder gut, aber eben kostengünstiger. Auch so lässt sich ,Klare Strategie¿ buchstabieren ¿ wieso eigentlich nicht?
www.parotec.de