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Nur sieben Monate waren nötig, um aus der ersten Design-Skizze über verschiedene Modelle einen fahrfertigen Prototypen auf die Räder zu stellen. Das Rivage genannte Fahrzeug ist aber nicht nur Sportwagenstudie und Showcar. Es ist auch ein Datenkontrollmodell und Conceptcar, das eindrucksvoll demonstriert, was mit moderner Scandatenverarbeitung, Hybrid-und Flächenmodellierung heute möglich ist.
Entwickelt und gebaut wurde der Rivage vom Tebis-Kunden ITH, der mit diesem Kompetenzprojekt zeigen wollte, welch hohe Qualität und Funktionalität man heute von einem Conceptcar erwarten darf. Zum Aufbau des Fahrzeugs wurden immer wieder Modell-Oberflächen digitalisiert, in Tebis weiterverarbeitet, mit Flächen konstruktiv ergänzt und NC-Programme für die Fertigung berechnet. Das waren sieben Monate Dauereinsatz für die Tebis CAD-Module zur Flächenkonstruktion und Scandatenverarbeitung. Daneben war es hochinteressantes Versuchsfeld für das neue Tebis CAD-Modul zur Flächenmodellierung, das 2003 auf den Markt kommen wird und auf der Euromold erstmals zu sehen war.
Basierend auf Chassis-Vorgaben und Package-Zeichnungen wurden ab Mai 2002 verschiedene Entwürfe und Studien für den Rivage entwickelt. Aufbauend auf dem Clay-Modellentwurf wurden in mehreren Annäherungsschritten zunächst zwei 1:4-Modellvarianten und schließlich das freigegebene 1:1-Anschauungsmodell hergestellt. Mit Freigabe des zuletzt noch beträchtlich modifizierten 1:1-Modells Ende Juli blieben noch knapp 16 Wochen Zeit zur modelltechnischen Umsetzung der einzelnen Bauteile und zum Aufbau des komplett fahrfähigen Fahrzeugs.
Nach einem speziellen Sandwich-Laminat-Verfahren produzierte die Firma ITH bis zur Euromold 02 sämtliche Außenhaut- und Strukturteile des Showcars, so dass diese schließlich auf den anfangs abgetakelten Serien-Sportwagen aufgesetzt und daran befestigt werden konnten. Der Weg von den anfänglichen Chassis-Vorgaben bis hin zum freigegebenen 1:1-Modell war dabei gekennzeichnet von mehrmaligem Überschreiten der Grenze zwischen plastischer Realität einerseits und virtueller CAD-Welt andererseits.
Wiederholt kamen dabei die optischen Digitalisiersysteme der Braunschweiger Firma GOM zum Einsatz und lieferten dabei in nur wenigen Stunden qualitativ hochwertige Netzmodelle, die jedesmal im CAD/CAM-System Tebis weiterverarbeitet, skaliert und mit Flächen ergänzt wurden. Über die CAM-Funktionen von Tebis wurden sowohl das Packagemodell, das 1:4- und das 1:1-Modell sowie alle Modellteile schnell und präzise auf entsprechend großen Fräsmaschinen in die greifbare Realität zurücktransportiert.
Von großer Bedeutung für die funktionale Qualität des Fahrzeugs, die optische Wirkung seiner Außenhaut und die Herstellgeschwindig-keit des Gesamtfahrzeugs war dabei die letzte Phase, die mit der Digitalisierung des 1:1-An-schauungsmodells begann. Darauf basierend musste von den ITH-Modellbauern und CAD/ CAM-Anwendern jedes einzelne Modellteil zur Herstellung der Karrosserieelemente konstruiert und gefertigt werden. In der Konstruktion konnten die Modellbauer von ITH dabei viel Zeit einsparen dank der Tebis-Hybridtechnik und der neuen Flächengeneriersoftware, die als Prototyp bereits zur Verfügung stand.
In nur sieben Wochen konnte so die Konstruktion aller Modellteile einschließlich Konzeptausarbeitung, konstruktiver Festlegung der Dichtungen, Funktionsfestlegung der Klap-pungen an Türen, Kofferdeckel und Heckdeckel sowie aller Befestigungs- und Versteifungselemente durchgeführt werden.
Neue Tebis-Versionen
Seit Ende 2002 liefert die Tebis AG die Version 3.2 ihrer im Modell-, Werkzeug- und Formenbau sehr beliebten Software aus. Da nach der Tebis-Prozessketten-Philosophie sämtliche Tebis-Arbeitsplatztypen auf derselben Basisplattform aufsetzen, werden mit der neuen Version sowohl die CAD-Arbeitsplätze in der Konstruktion als auch die CAD/CAM-Arbeitsplätze in der Arbeitsvorbereitung sowie die WOP- und Viewer-Stationen in der Fertigung upgedatet.
Die Version 3.2 erhielt ein neues, bedienfreundliches Handling. Besonders im CAD-Um-feld wird der Tebis-Anwender jetzt durch mo-dernste Dialogtechniken unterstützt. Die neue intelligente Selektionstechnik, die neue Snap- und Kaskadentechnologie und die durchgängig verfügbare Echtzeit-Vorschau machen das Erzeugen und Bearbeiten von Draht- und Flächenmodellen deutlich einfacher und verleihen dem System mehr Flexibilität. Dazu kommt ein neuer grafisch-interaktiver Strukturbrowser, der den Bediener bei der internen Organisation der unterschiedlichen Bauteildaten besser unterstützt. Trotz aller Modernisierungsmaßnahmen in der Bedienung bleibt jedoch die für Tebis typische Bedienoberfläche weitgehend erhalten. ¿Die Akzeptanz seitens der Anwender, die täglich mehrere Stunden mit dem System verbringen, ist uns sehr wichtig. Sie werden sich nur geringfügig umgewöhnen müssen. Wir hoffen, dass sie sich dafür umso mehr freuen, wie einfach alles geworden ist¿, so Robert Mahr, Marketingleiter bei der Tebis AG.
Die Version 3.2 ist zwar erst seit wenigen Monaten auf dem Markt, bei Tebis sind aber die Entwicklungen des Nachfolgers bereits in vollem Gange. Nach der CAD-gepägten Version V3.2 wird die V3.3 vor allem im CAM-Bereich mit weitreichenden Neuerungen aufwarten. So sortieren und organisieren NC-Programmierer beispielsweise mit der neuen NC-Job-liste die Abarbeitung ihrer NC-Programme. Neben funktionalen Verbesserungen und Erweiterungen wird die neue realitätsgetreue Werkzeugverwaltung die Voraussetzung schaffen für eine erweiterte, verlässliche Kollisionsprüfung, die auch den Werkzeughalter berücksichtigt.
Mit dem neuen NC-Simulator bringt Tebis im V3.3-Umfeld das ideale NC-Prüfwerkzeug auf den Markt, mit dem Werkzeugwege auf realitätsgetreuen virtuellen Maschinen unter Berücksichtigung der realitätsgetreuen Gestalt der Werkzeuge und der speziellen Kinematik der Maschine auf mögliche Kollisionen untersucht und gefundene Kollisionssituationen korrigiert werden können.
Mit den Weiterentwicklungen trägt Tebis dem Wunsch vieler Anwender nach einem wirklich durchgängigen CAD/CAM-System Rechnung, das angefangen von Produktentwicklung und Design über den Modellbau bis hin zum Werkzeug- und Formenbau entlang der gesamten Prozesskette einsatzfähig ist.
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