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Ein CAD wird angedockt

Ein CAD wird angedockt

Nur wer den Werkzeug- und Formenbauern Instrumente an die Hand geben kann, die Zeitersparnis versprechen, hat gute Karten. Denn die Abnehmerbranchen, allen voran die Automobilindustrie, drücken auf Zeit und Kosten. Da kommt das jüngste Produkt aus der S

Mit seinem CAM-System WorkNC hat das Softwareunternehmen aus Neu-Isenburg einen hohen Trumpf im Ärmel. Denn kaum ein anderes Programmiersystem lässt sich so einfach und effektiv bedienen. Nahezu auf Knopfdruck wandelt es CAD-Daten in funktionstüchtige NC-Programme um. Um der Werkzeug- und Formenbaubranche aber einen weiteren Gefallen zu tun, stellten die Sescoi-Spezialisten die Kalkulations- und Planungssoftware WorkPLAN an die Seite von WorkNC. Was allerdings noch dringend fehlte, gibt es jetzt: WorkNC-CAD. Mit WorkNC-CAD kann der Werkzeug- und Formenbauer auf bekannt einfache Art aus fremden Bauteil-CAD-Daten seine Werkzeuge und Elektroden konstruieren.
 Ab Version 15 ist das CAD-Modul Bestandteil des Standardsystems WorkNC und unterstützt zugleich als Stand-Alone-Version auf separaten Arbeitsplätzen die Vorarbeit des Formenbauers. Einen der Hauptvorteile sieht Werner Möller, Vertriebsleiter Sescoi Deutschland, in den angebotenen Schnittstellen des CAD-Parts: „Der Werkzeug- und Formenbauer bekommt immer häufiger CAD-Produktdaten von seinen Kunden, aus denen er sein Werkzeug erstellen muss. Mit WorkNC-CAD können wir die Daten über IGES, VDA oder  STL-Schnittstelle übernehmen. Wir bieten aber auch Direktschnittstellen zu fast allen CAD/CAM-Systemen an, ob Catia, ProEngineer oder Unigraphics. Das verschafft dem Anwender den Vorteil, dass er Nativefiles verlustfrei im WorkNC-CAD darstellen und damit arbeiten kann.“
 So ein CAD-System hat natürlich viele andere Aufgaben, als nur als Datenimporteur zu fungieren. Design, sprich Konstruktion, hat ihm den Namen gegeben. Sicher ist WorkNC-CAD kein System zur Produktentwicklung, das ginge von der Zielbranche auch viel zu weit weg. Vielmehr ist WorkNC-CAD genau das, was Formenbauer brauchen: ein System, mit dem sich auf einfache Art aus den eingelesenen Produktdaten Werkzeuge und Elektroden konstruieren lassen.
 Dafür stehen viele Funktionen zur Verfügung. Zum Beispiel Analysefunktionen, mit denen der Anwender zunächst das Bauteil betrachten und bis in die Feinheiten untersuchen kann. Mit der Maus lassen sich dynamisch Schnitte legen, man kann sich mit einem Klick reinzoomen und verschiedene Einzelheiten erforschen. Ein weiterer Klick auf ein spezielles Icon, und auf dem Bildschirm werden die Krümmungsradien – wie vorher festgelegt – farbig angezeigt: Jeder Radius größer als zehn Millimeter wird blau, jeder kleiner als eins wird rot, und alles dazwischen grün. Ähnliche Möglichkeiten bieten sich auch für die Analyse von Winkeln, Z-Höhen und anderem. Sind die Tücken des Objekts bekannt, geht es an die eigentliche Werkzeugkonstruktion. Durch eine automatische Funktion kann das Bauteil in Kern- und Matrizenseite zerlegt werden.
 Für die unteren, oberen und senkrechten Flächen werden Layer definiert, dann wird die Formtrennung festgelegt. Anschließend muss die Formtrennung gemacht werden. Eine spezielle Funktion Formtrennflächen hilft dem Anwender, über Hilfsebenen die Trennflächen nach außen zu ziehen, um daraus das eigentliche Spritzgießwerkzeug zu bauen. Ist eine Formhälfte soweit fertig konstruiert, kann sie direkt an WorkNC übergeben werden, um das Fräsprogramm zu generieren.
Doch im Formenbau reicht das meistens nicht aus. Um spezielle Strukturen zu erzeugen oder um Restmaterial zu entfernen, muss erodiert werden. Daher wurde bei WorkNC-CAD große Aufmerksamkeit auf die möglichst einfache Konstruktion und Fertigung von Elektroden gelegt. Hier macht sich auch die enge Verwandtschaft von CAD- und CAM-System erfreulich bemerkbar: Aus WorkNC wird die Information über Restmaterial nach dem Schlichten ins CAD-System „reimportiert“, wodurch genau festgelegt ist, welche Partien nacherodiert werden müssen. Selbst die Form der Elektroden wird von diesen Informationen beeinflusst: Für die nicht zu erodierenden Flächen wird das Elektrodenmaterial ein kleines Stück zurückgenommen, damit es zu keinen unerwünschten Berührungen kommt. Aber nicht zuviel, denn die Elektrode soll schließlich stabil bleiben. Innerhalb weniger Minuten ist die Elekt-rode dreidimensional aufgebaut, ohne dass der Anwender viel zu tun hatte. Die Geometrie wird an WorkNC übergeben, als Strategie Elektrodenfräsen angeklickt, und nach ein paar weiteren Minuten steht das Fräsprogramm.
 Zudem bietet WorkNC-CAD viele weitere Funktionen. Werner Möller fasst einige zusammen: „Unser System enthält natürlich Funktionen, um mit Normteilen zu arbeiten oder um Kühlkanäle zu erstellen. Vom 3D-Bauteil lassen sich 2D-Zeichnungen ableiten, bemaßen und Stücklisten generieren. Andere Funktionen unterstützen das Ø
× Schraffieren und das Vergeben von Positionsnummern. Eine sehr interessante Funktion ist die Möglichkeit, Dateien miteinander zu vergleichen: Bauteil-File eins mit Bauteil-File zwei. Der Unterschied wird wiederum farblich dargestellt: Grün ist das Original, in gelb haben wir die nicht geänderten Bereiche, und rot haben wir alles, was sich geändert hat. Der Anwender kann das auf einen Blick erfassen.“
 Das Knopfdruck-Prinzip, das schon
WorkNC geprägt hat, ist im CAD-Teil ebenso verwirklicht. Das zeigt sich auch bei der erforderlichen Schulung, die für zweierlei Arten von WorkNC-CAD-Anwender konzipiert ist. Für Leute, die bereits Erfahrung als CAD-Anwender gesammelt haben, bietet Sescoi eine eintägige Schulung an, um WorkNC-CAD von der Funktionalität her kennen zu lernen. Wie man mit einem CAD-System umgeht, sollten sie allerdings schon wissen. Der heute übliche Win-dows-Standard und der Gebrauch von Icons macht solche Erfahrungen ziemlich übertragbar.
 Für die zweite Gruppe von Anwendern, die keine CAD-Erfahrung haben, aber dafür mit Maschinen und mit WorkNC arbeiten, gibt es eine viertägige CAD-Schulung, in der auch Grundlagen vermitteln werden. Werner Möller erklärt: „Diese Leute werden nicht in einer Woche zu Werkzeugkonstrukteuren ausgebildet. Wir wollen den Maschinen- und WorkNC-Anwendern lediglich so viele Grundlagen vermitteln, dass sie das CAD für ihre Zwecke nutzen können. Ein praktisches Beispiel: Ein Maschinenbediener in der zweiten Schicht soll ein Teil programmieren und fräsen – aber eine Fläche fehlt. Wo er bisher einen CAD-Fachmann brauchte, der sich um diese Zeit schwer finden ließ, soll er sich jetzt selbst zu helfen wissen und mit ein paar wenigen Klicks die Fläche ergänzen können.“
 Wie eingangs erwähnt, fügen sich WorkNC, WorkNC-CAD und WorkPLAN hervorragend zusammen. Um die Prozesskette zu komplettieren, arbeitet Sescoi auch mit Fräs- und Erodiermaschinenherstellern und mit Systemanbietern wie Erowa zusammen. Werner Möller schätzt die Effektivität des gesamten Verbundes für den Werkzeug- und Formenbauer sehr hoch ein: „Die Prozesskette kann in meinen Augen etwa folgendermaßen funktionieren: Der Werkzeug- und Formenbauer bekommt das CAD-File eines Bauteils, aus dem er ein Werkzeug erstellen soll. Er kann sich die Zeichnung über WorkNC-CAD ansehen und analysieren, sucht ähnliche Teile über WorkPLAN und hat auf diese Weise in kürzester Zeit sein Angebot erstellt. Jetzt geht er in die zweite Phase und führt mit WorkPLAN eine Simulation seiner Maschinen- und Arbeitsplatzkapazitäten durch. Dabei stellt er fest, er braucht 100 Stunden fürs CAD und 150 zum Erodieren und Fräsen. Schließlich wird ihm ein Lieferdatum errechnet. Oder er geht den Prozess von hinten an, gibt ein Lieferdatum ein und lässt sich eine Rückrechnung machen; dann bekommt er seine Engpässe aufgezeigt und weiß, wo er eine Fremdvergabe oder Extraschichten planen muss. Wie sich WorkNC mit samt dem CAD-Teil in den Prozess fügt, ist sicher noch in Erinnerung.“ In seinen Augen ist das Praktische an der aufgezeigten Prozesskette, dass der Anwender vom ersten bis zum letzten Augenblick über den Status seines Bauteils und über die Kosten informiert ist, und das Schöne, „dass wir das alles jetzt aus einer Hand bieten können.“
www.sescoi.de


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