von Helmut Angeli So ganz neu ist das Vertikaldrehen nun ja auch nicht mehr, aber es gibt viele Unternehmen, bei denen diese Technologie bislang nicht zum Einsatz kam. Dabei gilt: Für ein bestimmtes Teilespektrum ist das Vertikaldrehen fast unschlagbar. Bei der Weinbeer Zerspanungstechnik GmbH & Co. KG aus Donnersdorf hat sich die Investition in eine Emco VT 250 jedenfalls als absolut richtig erwiesen. Franz-Josef Weinbeer ist einer jener mittelständischen Unternehmer, der nicht nur seinen eigenen Betrieb aus dem ff kennt, sondern der auch um die Erfahrungen und Stärken anderer Unternehmen weiß und diese nutzt. „Von unserem Großkunden Bosch Rexroth kommt das Angebot, dass wir uns in bestimmten Abständen mit anderen Zulieferanten des Konzerns treffen und uns dort über die unterschiedlichsten Themen austauschen können. Bei diesen Treffen werden bestimmte Schwerpunktthemen – Beispiel Verschwendung vermeiden, Liegezeiten reduzieren und ähnliches – anhand der Praxis diskutiert und Lösungen vorgestellt." Viele der dabei gewonnenen Erkenntnisse hat man bei der Weinbeer Zerpanungstechnik inzwischen umgesetzt. Die Liste reicht dabei vom QM-System über ein PPS- und ein CAQ-System bis hin zur Einführung eines Umweltmanagements. Intern am weitreichendsten dürfte aber das 2007 eingeführte ,Schlanke Produktionssystem‘ gewesen sein. Dazu der Firmenchef: „Wir arbeiten in kleinere Teams mit maximal acht Mitarbeitern, die sich jeweils auf ein bestimmtes Produktspektrum mit spezifischen Losgrößen konzentrieren. Diese Teams organisieren und verwalten sich weitgehend selbstständig, wobei überall der Grundsatz gilt, dass die Teile möglichst immer fertig bearbeitet von der Maschine kommen." Und fügt hinzu: „Maschinenseitig heißt das, dass wir keine Maschine ohne C-Achse einsetzen." Weitere Einsatzfälle für das Vertikaldrehen Eine Alternative zu den horizontalen Drehmaschinen mit Haupt- und Gegenspindel hat Franz-Josef Weinbeer seit etwas mehr als einem Jahr in seinem Unternehmen: Eine Emco VT 250. „Derzeit laufen über die VT ausschließlich als Pärchen gefertigte Innen- und Außenringe. Seitdem wir diesen Maschinentyp bei uns im Einsatz haben, sind uns aber schon viele Ideen gekommen, welche Teile wir zudem auf eine Vertikaldrehmaschine nehmen könnten. Der Vorteil liegt dabei vor allem darin, dass wir hier die komplette Automation haben und es keine Probleme mit Schnittstellen und zusätzlichen Komponenten geben kann." Dipl.-Ing. Herbert Bremer, Produktmanager Vertikaldrehen bei Emco Magdeburg AG, bestätigt die Einschätzung des Firmenchefs: „Hat man die Vertikaldrehtechnik erst einmal im Haus, dann entdeckt man immer mehr mögliche Anwendungen, denn wir haben es hier mit einem universell einsetzbaren Fertigungsmittel zu tun, das zudem auch noch schnell umrüstbar ist. Für das automatische Werkstückhandling müssen keine Greifer getauscht oder eingestellt werden, da die zu bearbeitenden Werkstücke lediglich in selbstzentrierende, also umrüstfreie Schlepprahmen oder in Paletten eingelegt werden können." Bestens geeignet auch für die Hartbearbeitung Bei Emco selbst fasst man die Vorteile der VT 250 so zusammen: „Entwickelt wurde das neue Maschinenkonzept für die Zielgruppe der Lohnfertiger. Hohe Produktivität, hohe Wiederholgenauigkeit und eine gute Bedienbarkeit sind überzeugende Produkteigenschaften, die diese Maschine auszeichnen. Die VT 250 ist mit einem integrierten Pick-up-System ausgerüstet und kann sich so selbständig be- und entladen. Das erspart dem Anwender zusätzliche Kosten und Programmieraufwand für ein externes Beladesystem, wie etwa einen Roboter oder ein Portal. Eine Abstimmung zwischen Automationseinrichtung und Maschine ist daher ebenfalls nicht notwendig. Auch die Leistungsdaten der Spindel sind ausreichend dimensioniert. Bereits bei der Basisversion mit Riemenantrieb leistet die Spindel 25 kW bei einem Drehmoment von 280 Nm. Bei den beiden weiteren Versionen mit angetriebenen Werkzeugen wird der Riemenantrieb durch eine Motorspindel ersetzt. Mit einer Verfahrgeschwindigkeit von 60/15/30 (X/Y/Z) m/min ist die VT 250 eine dynamische Maschine mit direkt angetriebenen Kugelrollspindeln." Und weiter: „Um sich auch von den bereits am Markt befindlichen Maschinen zu unterscheiden, hat Emco mit der Förderbandlösung eine sehr flexible Automatisierungslösung eingeführt. Sie bietet verschiedene Möglichkeiten, da sie nicht fix in die Maschine integriert ist. Somit können jederzeit andere Beladelösungen angeschlossen und so eine einfache Verkettung von Maschinen erreicht werden." Mit der neuesten Siemens Steuerungsgeneration Zu den technischen Daten: „Ausgestattet mit großzügig dimensionierten Rollenführungen eignet sich die neue Maschine in erster Linie für die Bearbeitung kurzer, flanschförmiger Werkstücke mit Durchmessern bis zu 200 mm und einer Länge von maximal 160 mm. Die größeren Führungsschienen respektive -schuhe gewährleisten auch bei hohen Belastungen während der Zerspanung die nötige Stabilität und Präzision. Die steife Maschinenstruktur schafft damit die Voraussetzung für erhebliche Zerpsanungsraten in der Serienproduktion und ist damit auch bestens geeignet für die Fein- und Hartbearbeitung." „Der Werkzeugrevolver bietet Platz für 12 Werkzeuge und ist mit dem VDI40 Werkzeugsystem ausgestattet. Da man mit dem Werkzeugwender in der Länge der Werkzeuge limitiert ist, bietet man über einen festen Werkzeugplatz die Möglichkeit längere Werkzeuge – wie etwa Bohrstangen – zu montieren. In der Basismaschine mit inbegriffen sind zudem eine Kühlmitteleinrichtung (14 Bar) sowie ein Späneförderer, der für einen optimalen Abfluss der Späne sorgt. Falls es die Anwendung nötig macht, bietet man als Option auch eine innere Kühlmittelzufuhr an. Aufgrund des geschlossenen Arbeitsraums bietet man ebenfalls als Option eine Ölnebelabsaugung an." Und zur Steuerung: „Mit der Sinumerik 828D ist die VT 250 mit der neuesten Steuerungsgeneration von Siemens ausgestattet, die mit ihrer einfachen Bedien- und Programmierbarkeit überzeugt. Die ShopTurn-Oberfläche erleichtert besonders kleinen und mittleren Zulieferfirmen die Programmierung." Für Franz-Josef Weinbeer hat sich jedenfalls die Investition in das Vertikaldrehen bislang bezahlt gemacht. Die betreffenden Mitarbeiter schätzen die Maschine sehr und die Bearbeitungsergebnisse sind über jeden Zweifel erhaben. Mehr mag auch ein solch ambitionierter Unternehmer wie er nicht einfordern. www.weinbeer.de
www.emco-world.com
Halle 26, Stand G40 und Halle 27, Stand D45