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Das Beste aus zwei Welten

von Helmut Angeli

Wer dieses Jahr den EMO-Stand von SHW besucht, wird sich auf den ersten Blick nicht unbedingt zurechtfinden. Der Grund: Dort werden zwei absolut neue Maschinen vorgestellt, die beide bislang so noch nicht im SHW-Produktportfolio zu finden waren. Beiden ist nur eines gemein: Sie runden das SHW-Angebotsspektrum ab – die eine nach unten, die andere nach oben.



Christian Hühn,CEO der SHW Werkzeugmaschinen GmbH: „Wir werden zur EMO mit der UniSpeed 7 eine Qualitätsmaschine der Preiseingangsstufe präsentieren. Damit wollen wir Kunden, die eher aus dem Klein- und Mitteleteilebereich kommen, ein Maschinenkonzept anbieten, mit dem auch die wirtschaftliche Bearbeitung größerer Teile möglich ist." Dazu Konstruktions- und Entwicklungsleiter Franz Maier: „Das ist ein standardisiertes Konzept, bei dem wir auf bestehende und bewährte Baugruppen wie zum Beispiel den Universal-Fräskopf der Baureihe 5 zurückgreifen. Aus dem Baukasten der Power Speed Reihe wiederum kommen Komponenten wie die komplette Ständer- und Spindelstockeinheit. Von unserer Uni-Speed Baureihe haben wir auch die kompakte Bauweise übernommen, so dass die Maschine auf einer tragfähigen Bodenplatte ohne ein spezielles Fundament aufgestellt werden kann."

Verfahrwege vergrößert

Und weiter: „Außerdem haben wir bei der Baugröße 7 die Verfahrwege in der X-Achse deutlich verlängert. Auf der EMO werden wir beispielsweise eine Version mit sechs Meter präsentieren, so dass erstmals eine Uni Speed auch für echte Pendelbearbeitung ausgelegt ist." Bislang war das bei der Baureihe Uni-Speed nur bedingt gegeben, da der X-Weg durch den Einsatz von Kugelrollspindeln eingeschränkt war. Da bei der Baugröße 7 nun eine Power Speed-Ständereinheit mit Zahnstangenantrieb verwendet wird, kann dieser Verfahrweg problemlos abgedeckt werden. Doch damit nicht genug. Franz Maier: „Gleichzeitig hat sich der Vertikalweg von 1.300 auf 1.600 mm erhöht. Zudem ist das Kompaktbett nun so ausgelegt, dass der Antrieb der X-Achse und die Tischeinheit in. „Gleichzeitig", so Christian Hühn, „kann sich der Kunde Fundamentkosten in einer Größenordnung von 50- bis 60.000 € einsparen. Und: Es werden dort ausschließlich Komponenten und Baugruppen verwendet, die unserem Qualitätsstandard entsprechen, das heißt., Kosteneinsparungen werden nicht zu Lasten der Qualität erkauft."

Die größte Werkzeugmaschine, die SHW je gebaut hat

Muss man dann aber nicht die Befürchtung haben, dass die Neuentwicklung die bereits bestehenden Baureihen kannibalisiert? Hühn: „Die Power Speed Baureihe ist ja auch dadurch gekennzeichnet, dass der Kunde die Tischeinheiten nach Wunsch auswählen und anordnen kann, da hier die Einheiten über das Fundament konfiguriert werden, auch kann die X- und Y-Achse variiert werden. Bei dieser Maschine gibt es diese Variationsmöglichkeiten nicht."

So interessant und innovativ die UniSpeed 7 auch sein mag, auf der EMO spielt sie nur die ,zweite Geige’. Im wahrsten Sinne des Wortes wird sie von der zweiten Neuerung,überragt: Der PowerForce 8 . Franz Maier: „Das ist die größte Werkzeugmaschine, die SHW je gebaut hat." Und er erläutert: „Wir haben bereits seit der letzten EMO 2009 mit dem Gedanken gespielt, eine Universalfräsmaschine zu entwickeln, die von den Verfahrwegen und Abmaßen über denen liegt, die wir bislang gebaut haben." Und fügt lächelnd hinzu: „Allerdings wäre dies früher gar nicht zu realisieren gewesen, denn erst durch den Neubau unserer Montagehalle können wir Maschinen mit diesen Ausmaßen aufstellen.

Die PowerForce 8 kommt auf einen vertikalen Verfahrweg von über acht (sieben) Meter. Bei derartigen Ausmaßen waren die bisherigen Bettenkonstruktionen schlichtweg überfordert. Franz Mayer: „Wir haben das bewährte Prinzip der Linearbetteinheiten verdoppelt, haben dadurch eine besonders tragfähige Basis und können die auftretenden Kräfte großflächig auf das Fundament verteilen. Dadurch steht uns mehr Platz für Führungen und Fixatoren zur Verfügung."

Die Maschine ist – wenn man dies einmal so vereinfacht sagen darf – eine konstruktive Mischung aus den Baureihen PowerSpeed und UniForce. Wobei man die konstruktiven Vorteile aus beiden Maschinenkonzepten hier miteinander kombiniert. Von der UniForce kommen beispielsweise Transportschlitten, Kopfwechselsystem und Werkzeugwechselmagazine, von der PowerSpeed Profilschienenführungen und integrierte Zahnstangenantrieb. Franz Maier weiter: „Wir haben uns bei der PowerForce dazu entschieden, auf Wälzführungen zu setzen, um sicherzustellen, dass trotz der zu bewegenden hohen Massen alle Anforderungen an die Verfahrgeschwindigkeiten und Positioniergenauigkeit erfüllen können."

Zu den Details: „Alle vier Führungen aus der X-Achse werden in der Vertikalen aufgenommen, so dass der Kraftfluss immer in einer Linie bleibt. Neu ist dabei der vertikale Zahnstangenantrieb, wobei jeder Zahnstange zwei Motore mit Getriebe zugeordnet sind, die elektrisch miteinander verspannt und zudem in der Lage sind, die Drehmomente zu addieren und so kurzfristig das doppelte Drehmoment, sprich Vorschubkraft, zur Verfügung zu stellen. In der Z-Achse lässt sich mit den beiden Zahnstangen und den insgesamt vier Motoren dank unserer Niveauregelung auch bei über 2.000 mm Auskraglänge eine Ausfahrgenauigkeit von +/- einem Hundertstel sicherstellen."

Der Bediener hat die Bearbeitungsfläche immer im Blick

Neu auch die mitfahrende Kanzel. „Der Bearbeiter muss in der Lage sein, auch in einer Höhe von über acht Meter die Fräsoperationen im Blick zu haben. Hier haben wir eine voll verglaste Gondel konzipiert, die dem Mitarbeiter einen uneingeschränkten Blick auf Werkstück und Bearbeitungsvorgang erlaubt. Zudem kann der Maschinenbediener diese Bereich verlassen und auf einer mitfahrenden Plattform dann Messarbeiten und ähnliches vornehmen." Die dritte Innovation betrifft das Werkzeugwechselsystem. „Wir haben unseren vorhandenen elektromechanischen Tool-Robot soweit an die neuen Aufgabenstellungen angepasst, dass Werkzeuge bis zu 40 kg und einem Durchmesser von 320 mm gehandelt werden können. Wir haben dieses System Tool-Carrier getauft, um damit die neue Dimension zu dokumentieren. Dieses System ist durch eine entsprechende Achskonfiguration zudem in der Lage, die durch die unterschiedlichen Geometrien der einzelnen Fräsköpfe ergebende Werkzeugwechselposition zu erkennen." Die PowerForce 8 gibt es ausschließlich als Wechselkopfmaschine mit einer erweiterten Antriebsleistung von 90 kW (jeweils abhängig von der ED), wobei alle bei SHW seit 2005 entwickelten Fräsköpfe auf der PowerForce 8 eingesetzt werden können.

Zum Abschluss noch das Themenfeld Energieeffizienz. Hier hat sich die SHW in den letzten Jahren durch eine Reihe von Neuerungen einen branchenweit guten Namen erarbeitet. Dipl.-Ing. Alfons Egetemeir, Leiter Elektronik: „Alle unseren in den letzten Jahren entwickelten Maschinen verbrauchen im Durchschnitt bis zu 25 Prozent weniger Energie als vergleichbare Wettbewerbs-Maschinen." Und er erklärt: „Einige davon, wie der direktangetriebene getriebefreie Motor, sind bei SHW schon seit langem im Einsatz. Andere, wie der weitgehende Verzicht auf hydraulische Komponenten sind das Ergebnis der wertanalytischen Überarbeitung unserer Baugruppen." Auch hier hat sich die ,SHW’-Vorgehensweise bewährt: Bewährte Komponenten werden konsequent weiterentwickelt und überall dort verwendet, wo sie Sinn machen. Keine ganz so schlechte Idee, möchte man meinen.

www.shw-werkzeugmaschinen.de

 Halle 13, Stand B25



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