von Helmut Angeli Wenn zwei das gleiche tun, ist es in aller Regel noch lange nicht dasselbe. Was aber, wenn drei in die gleiche Richtung denken? Dann sollte man zumindest annehmen, dass sie so falsch nicht liegen und wenn die dann auch noch alle ein identisches Maschinenkonzept favorisieren, dann könnte dahinter der spanische Hersteller Ibarmia stecken. Die Ostwestfalen gehören anscheinend zu den deutschen Landsmannschaften, die bevorzugt mit Vorurteilen betraut werden: Sie seien stur, rückständig, verschlossen und langsam. Der Comedian, Rüdiger Hoffmann selbst aus Paderborn stammend, findet beispielsweise immer wieder Lacher und Beifall für Sätze wie „Für uns Ostwestfalen ist die Erdrotation Bewegung genug". Derweil finden sich, Beispiel Industriegebiet Marienfeld nahe Gütersloh, genügend Belege, die genau das Gegenteil aufzeigen. Heutzutage wird viel über Cluster, also über die firmenübergreifende Zusammenarbeit von Unternehmen aus einer Region, geschrieben, in Marienfeld ist das ein ,alter Hut’. Obwohl sie ,echte’ Wettbewerber sind, arbeiten dort kleine und mittelständische Unternehmen in wechselnder Zusammensetzung zusammen und geben beispielsweise zudem ihre Erfahrungen in Sachen Werkzeugmaschinen dem direkten Konkurrenten offen weiter. Dank dieser Mund-zu-Mund-Propaganda ist es in Marienfeld zu der eigentlich kuriosen Situation gekommen, dass drei Unternehmen in der unmittelbaren Nachbarschaft innerhalb eines halben Jahres in neue Bearbeitungszentren investiert haben und dreimal der Hersteller Ibarmia heißt. Fall Nummer 1: Das Unternehmen Röseler & Jenrich. Nur wenige Monate nach bestandener Gesellenprüfung machte sich Frank Röseler im August 1996 mit seinem Partner Dirk Jenrich selbstständig. Anfänglich noch als Feierabendsbeschäftigung neben der Festanstellung lief das Geschäft doch schon bald so ordentlich, dass sie sich ganz auf ihr Unternehmen konzentrieren konnten. Waren es anfänglich vor allem Kleinteile, so hat sich das Teilespektrum in Sachen Größe und Komplexität inzwischen deutlich nach oben erweitert. Eines aber ist geblieben: „Mehr als drei identische Werkstücke gibt es bei uns nicht, wir sind nach wie vor Einzelteilfertiger. Das stellt natürlich an unseren Maschinenpark besondere Anforderungen, aber inzwischen können wir auf fünf CNC-Maschinen zugreifen und so ein breites Teilespektrum wirtschaftlich bearbeiten." Darunter, als Kernmaschine eine Ibarmia ZVH 58/L3000 mit Heidenhain iTNC 530i. „Das war unsere absolute Wunschmaschine, denn mit ihr können wir mehr in die Formbearbeitung einsteigen und nicht mehr nur Teilefertigung. Das bringt uns längere unbemannte Maschinenlaufzeiten und damit eine deutlich günstigere Kalkulationsbasis." Längere Maschinenlaufzeiten sind hier durchaus wörtlich zu nehmen, denn: „Bei passenden Aufträgen läuft die Ibarmia sieben Tage die Woche rund um die Uhr. Wobei tagsüber die Vorbearbeitung stattfindet und nachts und am Wochenende das Finishing. Hier macht sich für uns vor allem die Flexibilität der Ibarmia bezahlt." Als SK 50-Maschine für die schwere Zerspanung „Wir haben uns für diese Maschine entschieden, weil wir sie als SK 50-Maschine mit 35 kW für die schwere Zerspanung einsetzen, gleichzeitig aber über die hohen Drehzahlen auch die geforderten Oberflächen bestens erreichen können." Interessant dabei, dass man sich mitten in der Krise 2009 dazu entschieden hat, in die neue Maschine zu investieren. Denn: „Wenn die Lage so schwierig ist, kann es nur besser werden." Mit der ZVH 58/L3000 haben sich die Bearbeitungsmöglichkeiten deutlich erhöht, vor allem durch den integrierten 1.000er Rundtisch, der als volle NC-Achse mit hydraulischer Klemmung im Zusammenspiel mit dem Schwenkkopf kaum mehr (Bearbeitungs-) Wünsche offenläßt. Und: „Wir wollten eine temperaturstabile Maschine haben und das wird beispielsweise über die gekühlte Motorspindel sichergestellt." Auf Ibarmia sind im Übrigen Frank Röseler und sein Partner durch einen benachbarten Betrieb aufmerksam geworden, der eine identische Maschine schon seit 2008 einsetzt und wo man sich von dem Produkt echt begeistert zeigte. Trotzdem wurden natürlich nicht nur die Ibarmia-Maschine, sondern noch Produkte andere potentielle Lieferanten einer genaueren Untersuchung unterzogen. Eine bessere Lösung aber wurde nicht gefunden. „Für uns ist der Zugewinn an Flexibilität einfach enorm, zudem haben wir auch in Sachen Produktivität deutlich zugelegt", freut sich Frank Röseler und fügt hinzu: „Obwohl wir nun die gleiche Maschine nutzen wie unser Nachbar und zum Teil sogar dieselben Kunden haben, hat sich die Entscheidung sehr günstig auf unsere Auftragslage ausgewirkt, denn so können wir als Kleinunternehmen sogar manchmal größere Aufträge gemeinsam abarbeiten. Es gibt Wettbewerb genug, da muss man sich vor Ort nicht auch noch das Leben schwer machen." Echte 5-Achsbearbeitung erweitert Kundenkreis Dass dies mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis ist, zeigt sich auch daran, dass die ,Geschichte‘ sich noch zweimal wiederholte. So als man im Werkzeugbau bei der Stork GmbH & Co. KG, bekannt vor allem als Spezialist für Beschlagtechnik, daran ging, den Maschinenpark zu erneuern. Matthias Kahmen, Leiter Werkzeugbau des 1969 gegründeten Unternehmens, erzählt: „Wir hatten zwei ältere Maschinen im Einsatz, und da war es nicht immer ganz einfach, ähnlich wirtschaftlich damit zu arbeiten, wie Unternehmen, die auf moderne Produktionsmittel zurückgreifen konnten. Also haben wir unseren Chef in Aussicht gestellt, dass wir mit der Möglichkeit der echten 5-Achsbearbeitung nicht nur produktiver arbeiten können, sondern auch unseren potentiellen Kundenkreis noch deutlich erweitern können." Die Argumente müssen schlüssig gewesen sein, denn schon bald begutachteten die Stork-Mitarbeiter bei ihren Nachbarn die Ibarmia und bekamen dort Pluspunkt für Pluspunkt aufgezählt. Matthias Kahmen und sein Team entschieden sich dann letztlich für eine Ibarmia ZVH 42/L1600 mit einer SK-40 Spindel (28 kW, 121 Nm, 12.000 min-1). Wobei, so Matthias Kahmen, „…wir bei dieser SK 40 Maschine Fräsergebnisse bekommen, die durchaus mit denen von SK 50-Maschinen anderer Hersteller vergleichbar sind. Wir fahren mit einem Rundplattenwerkzeug zwei Millimeter tief mit bis zu 5 m Vorschub ins Volle." Und: „Wir wollten einen Schwenkkopf in der B-Achse, andere Hersteller schwenken den Tisch und müssen dadurch sehr viel höhere Massen bewegen." Die Prognose, dass sich das Angebotsspektrum durch die Investition erhöht, ist übrigens eingetreten. Wobei man inzwischen sogar Teile, die früher außer Haus gefertigt werden mussten, heute wieder selbst fertigen kann. Zum Dritten im Bunde, der Lothar Bolesta GmbH & Co. Das Unternehmen wurde 1972 von Lothar Bolesta gegründet und nach dessen Tod von den langjährigen Mitarbeitern Ferdinand Allerbeck und der Christian Jasper weitergeführt, die im weiteren Verlauf dann als Gesellschafter einstiegen. Christian Jasper: „Wir entwickeln und fertigen Transfer- und Folgeverbundwerkzeuge, Werkzeuge für die spanlose Verformung, Prototypenwerkzeuge sowie Prototypenteile, die auf unseren eigenen Pressen erprobt werden. Hauptsächlich arbeiten wir für die Automobilindustrie, aber auch Haushaltsgerätehersteller und für Kunden aus anderen Branchen." Als für ein in die Tage gekommenes Bearbeitungszentrum Ersatz gesucht wurde, stand Ibarmia auf der Liste schon ganz oben, denn in dem kleinen Industriegebiet hatten sich die Stärken der spanischen Maschinen (übrigens auch der exzellente Service) längst herumgesprochen. „Wir wollten eine 5-Achsen-Maschine mit integriertem Drehtisch, denn wir waren und sind der Überzeugung, dass wir eine Maschine haben müssen, mit der wir alle Raumwinkel abdecken. Mit dem Rundtisch und dem Universalkopf ist das bei der Ibarmia sichergestellt." Denn: „Die Teile werden immer komplexer und irgendwann stoßen ältere Maschinenkonzepte einfach an ihre Grenzen und machen eine wirtschaftliche Bearbeitung sehr schwierig." Letztlich entschieden hat man sich hier für eine Ibarmia ZVH 58/L1600 extreme mit Heidenhain iTNC 530i. Hier ist die komplette Konstruktion aus Stahl, was eine um 38 Prozent höhere Steifigkeit gegenüber dem Vorgängermodell bringt. Zum Einsatz kommt eine Spindel mit HSK-A-100 und 35kW. Dieses Bearbeitungszentrum der letzten Generation ist für die Bearbeitung von 5-Seiten oder simultan 5-Achsen in nur einer Aufspannung ausgelegt. Heribert Knocke, seit kurzem Mitarbeiter bei dem deutschen Vertriebspartner Innotrol-Ibarmia GmbH, fasst die Stärken der weiterentwickelten ZVH so zusammen: „Schnelle und dynamische Bewegung, schnelle Werkzeugwechsel, hohe Drehzahlen, Rundumverkleidung, effizientes Spänemanagement und NC-Rundtisch bieten eine universell einsetzbare Maschine." Die zweite Maschine ZV 36/L1600 (ebenfalls mit Heidenhain iTNC 530i) kam ,beinahe überraschend’ ins Haus. Christian Jasper: „Die guten Erfahrungen mit der ersten Ibarmia und der ganze reibungslose Ablauf haben bei uns dazu geführt, dass wir spontan als Ersatz für eine andere Maschine wieder auf eine Ibarmia zurückgegriffen haben." Wobei die guten Ratschläge aus dem nachbarlichen Umfeld natürlich auch hier ein Übriges taten. Wie zufrieden man bei Bolesta mit der Entscheidung pro Ibarmia ist, lässt sich aus der Antwort von Jürgen Frenz, Leitung mechanische Fertigung auf die Frage, welchen Wunsch er denn in Richtung des spanischen Herstellers noch habe, ableiten: „Am liebsten hätte ich noch eine dritte Ibarmia." www.innotrol-ibarmia.com
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Halle 13, Stand A86