Etwa 1,2 Millionen Motoren werden jedes Jahr in der VW-Motorenfertigung in Salzgitter hergestellt. Über
50 Prozent der Fertigung in Salzgitter laufen bereits aus Effizienz- und Umweltgründen auf Minimalmengenschmierung und Trockenbearbeitung. Bei der Wahl MMS-fähiger Spannmittel für die Gewindeherstellung
gab es für VW allerdings akuten Verbesserungsbedarf. Ein Synchrofutter von Bilz war die Lösung.
Das Hauptproblem war der Austritt von Aerosol aus nicht optimal abgedichteten Spannfuttern. Deshalb wandte sich VW an die Experten der LMT und des Allianzpartners Bilz als Spezialisten für Spannsysteme. Die Lösung war der Einsatz des für die MMS-Bearbeitung optimierten Synchrofutters von Bilz. „Mit dem SCK ist prozesssicher gewährleistet, dass das Aerosol sofort zu 100 Prozent an die bearbeitungsrelevanten Punkte am Werkzeug geleitet wird.“ erklärt Andreas Heuer, Manager Focus Customer Developement der LMT.
Testlauf überzeugt
Die optimale Dichtigkeit des SCK – bisher einmalig auf dem Markt – bestätigte sich in den Testläufen bei VW-Salzgitter eindrucksvoll. Eingespannt auf einem Doppelspindler-Bearbeitungszentrum arbeiteten das optimierte SCK und ein bisher verwendetes Spannfutter im direkten Vergleich nebeneinander. Mit einem Gewindeformer von LMT-Fette wurden Bauteile aus AlSi9 mit 6 Bar Betriebsdruck und maximalen Schnittgeschwindigkeiten bearbeitet.
„Man erkennt den Unterschied schon mit bloßem Auge,“ erklärt Jürgen Binnebesel, Werkzeugtechnologe im Werkzeugmanagement VW Salzgitter den Versuch. „Während sich um das alte Futter ein Sprühnebel aus feinsten Aerosoltröpfchen bildet, läuft das optimierte SCK tadellos. Kein Sprühnebel, keine Versackungen in der Aufnahme. Das Aerosol tritt zu 100 Prozent nur dort aus, wo es soll, nämlich am Werkzeug.“
Die Vorteile einer optimalen Ausnutzung des Aerosols liegen auf der Hand: steigende Standzeiten, sinkende Stückkosten (CPU) und eine höhere Produktivität der Maschine durch verringerten Werkzeugwechsel.
Prozessoptimierung durch innovative Synchrofutter
Doch nicht nur im Hinblick auf die neuen Dichtungselemente, auch in Sachen Bandbreite der Einsatzgebiete, Konstruktion und Handling ist das SCK technisch ein gewaltiger Schritt nach vorn. „Als Kombi-Lösung ist das SCK generell für Maschinen mit MMS-1-Kanal, MMS-2-Kanal, IK bis 50 Bar Kühlmitteldruck geeignet, aber auch problemlos in der Trockenbearbeitung oder auf Maschinen mit manuellem Werkzeugwechsel einsetzbar“ erklärt Uwe Leister, Produktmanager bei Bilz. Die kompakte Konstruktion mit fest verbauten Einzelteilen und nahezu verschleißfreien Elastomeren sorgen auch nach Belastungen durch hohe Leerlaufdrehzahlen bis 15.000 U/min für konstant hochwertiges Schneidverhalten. Über die beidseitige Längennachstellung kann sowohl von Spannzangen, als auch ganz direkt von Aufnahmeseite her nachgestellt werden. Zeitintensive Korrekturen entfallen. Im Rahmen des Gemeinschaftsstandes der PTW Darmstadt zum Thema „Innovationstour Metallbearbeitung – Trends von Morgen“ wird die optimale Dichtigkeit des SCK von Bilz auch auf der diesjährigen AMB 2010 demonstriert.W