von Helmut Angeli Dass der Markt für Schleifmaschinen umkämpft ist, steht außer Frage. Also, ist die Strategie des Schleifmaschinenspezialisten Junker, dem Kunden einen Mehrwert zu bieten, der ihm die Entscheidung pro Junker Maschinen erleichtert. Neben der unbestreitbaren Kompetenz in Sachen CBN-Schleifen sind es nicht selten die kundenorientierten Lösungen, die für Junker sprechen.
Der Schwarzwälder Maschinenbauer ist besonders für seine Technologie im Bereich der Schneidwerkzeug- und Automobilindustrie bekannt. So gibt es wohl kaum ein Fahrzeug, bei dem kein Teil auf einer Junker Maschine bearbeitet worden ist. Allerdings setzen Junker Maschinen nicht nur für die Serienfertigung, sondern auch im Bereich der branchenweiten Sonderlösungen Maßstäbe. Auf einer Maschine über 600 verschiedene wellenförmige Werkstücke im Durchmesserbereich von 10 bis 300 mm hochpräzise zu bearbeiten, war die Anforderung eines der weltweit größten Anbieter von Antriebstechnik. Junker hat mit einer Jumat 6L ein passendes Maschinenkonzept konfiguriert, welches für den Kunden Bedienerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit überzeugend vereint. Basis der Jumat 6L ist ein intelligenter Baukasten aus erprobten Komponenten, die sich zu einer spezifischen Sonderlösung konfigurieren lassen und zugleich den bekannt hohen Qualitätsstandard von Junker garantieren.
Eine bedienerfreundliche Auslegung der Jumat 6L bedeutet, dass bei der Entwicklung konsequent das Ziel verfolgt wurde, Umrüstarbeiten ohne Werkzeuge und Spezialvorrichtungen ausführen zu können. Zum Beispiel lässt sich dank der zuschaltbaren Luftpolster der Reitstock per Hand leicht verschieben. Gleiches gilt für die höhenverstellbaren Auflagenprismen, mit denen sich dann ein gewisser Durchmesserbereich abdecken lässt. Das ist in diesem Einsatzfall sehr wichtig, denn über die Maschine läuft ein relativ breites Werkstückspektrum und jeder eingesparte Rüstvorgang ist nun einmal bares Geld. Zudem sind die Losgrößen relativ klein, gerade bei den größeren Werkstücken kann man von einstelligen Losgrößen ausgehen. Im Ergebnis kann somit mühelos ein häufiger Werkstückwechsel erfolgen ohne dafür teure Stillstandszeiten in Kauf nehmen zu müssen.
Wirtschaftlich produzieren bedeutet bei der Jumat 6L einerseits das Schleifen mit zwei CBN-Scheiben und andererseits die Implementierung eines integrierten Schleif-Absolutmesssystems.
CBN-Scheiben erreichen im Vergleich zu handelsüblichen Korundscheiben eine bis zu zehnfache Standzeit, müssen nicht ständig abgerichtet werden und lassen zudem deutlich höhere Schnittwerte zu. Das wiederum heißt, dass die Bearbeitungszeiten deutlich kürzer sind als mit Korundscheiben.
Die CBN-Schleifscheiben sind zudem so ausgelegt, dass mit ihnen unterschiedliche Werkstoffe bearbeitet werden können. Dabei ist ein nicht notwendiger Scheibenwechsel ein ganz handfester Wettbewerbsvorteil der Junker Maschinen, denn gerade bei Schleifscheiben mit einem Durchmesser von 500 mm und mehr, ist der Wechselvorgang sehr aufwändig und zeitintensiv.
CBN steht für hochproduktive Schleifbearbeitung
Ist CBN allein schon Garant für hochproduktive Schleifbearbeitung, so gilt hier: Wenn man in einer Operation mit dem parallelen Einsatz von zwei Scheiben gleich zwei Bearbeitungsvorgänge auf einmal schafft, ist man doppelt so schnell wie bislang üblich.
Das integrierte Schleif-Absolutmesssystems ermöglicht eine zuverlässige, mannarme und zeitsparende Produktion. Mit zwei Messportalen wird eine Inprozessmessung über den gesamten Durchmesserbereich realisiert. Vergleicht man diese Lösung mit dem Messen außerhalb der Maschine, wird schnell klar, dass damit nicht nur höchste Werkstückqualität sichergestellt, sondern auch die Menge an Be- und Entladevorgängen drastisch gekürzt wird.
Natürlich hat der Kunde nicht nur bei Junker angefragt, sondern bei allen renommierten Herstellern. Was also gab den Ausschlag für die Nordracher Lösung? Dazu der bei Junker verantwortliche Technologe: „Alle anderen Wettbewerber haben versucht, diese Aufgabenstellung mit Korund-Schleifscheiben zu lösen, denn bei derart großen Bauteilen aus relativ weichem Material ist der Einsatz von Korundscheiben immer noch die Regel. Der Einsatz von CBN verlangt hier wirklich viel Erfahrung und Know-how. Beides haben wir hier bei Junker.“
Die Kundenanforderungen bestimmen das Konzept
Und er erläutert: „Wir sind mit CBN groß geworden, haben uns als Pionier in diesem Bereich ein enormes Wissen verschafft – und davon profitieren wir heute natürlich. Das Zusammenspiel zwischen Maschine und Werkzeug, sprich Schleifscheibe, gibt letztendlich den Ausschlag: Eine von uns konzipierte Scheibe würde auf einer Wettbewerbsmaschine bei weitem nicht so gute Ergebnisse aufweisen, wie auf einer unserer Maschinen. Durch die Konzentration auf das CBN-Schleifen haben wir seit jeher besonders steife Schleifmaschinen entwickelt und gebaut und können heute für uns in Anspruch nehmen, dass wir in dieser Fertigungstechnik das größte Know-how aller Hersteller haben.“
Ausschlaggebend für den Zuschlag war das Komplettpaket, das außer Junker kein Wettbewerber bieten konnte. Denn der Vorteil, den die Junker Ingenieure bei solchen Projekten immer erfolgreicher zu nutzen wissen, ist das breite Produktportfolio in nahezu allen Bereichen der Präzisions-Schleifbearbeitung, auf dessen Basis sich verschiedene Lösungskonzepte für eine Anfrage entwickeln lassen. Der Kunde kann daraus dann die Produktionsweise wählen, die seinen Rahmenbedingungen und seiner langfristigen strategischen Planung am besten entspricht.
Die Maschinenplattform 6 ist erprobter Standard. Für jede Aufgabe hat Junker nach den vorliegenden Rahmenbedingungen ganz unterschiedliche Lösungen parat nach dem Motto „Junker liefert was für den Kunden am besten ist.“ Als kompetenter Anbieter hat dies Junker richtig verstanden und ist nicht nur technologisch gesehen ein „partner for precision“, sondern auch in Sachen Rationalisierung und Produktivität.W