Die große Herausforderung bei der Bearbeitung von Halbzeugen und Rohmaterial besteht darin, die Prozesse auch bei höchsten Anforderungen wirtschaftlich zu gestalten. Die neue Spanleitstufe -R28 von Ceratizit verbindet die neue HyperCoat Hartmetalldrehsorte CTCP125 mit einer speziell entwickelten Geometrie. Eine erste Versuchsreihe der neuen Wendeschneidplatte fand bei Maschinenbau-Zulieferer Bartolosch Gmbh & Co. KG statt. Seit mehr als 75 Jahren liefert das Familienunternehmen montagefertige Maschinenbauteile und Baugruppen aus dem Mittelgebirge in alle Welt. Einen Ruf hat sich Bartolosch vor allem wegen der außergewöhnlich hohen Qualität der Produkte gemacht. Da verwundert es nicht, dass eine Gießerei ihre schweren Gussteile nach Friedewald schafft, um sie hier bearbeiten zu lassen, bevor sie zur Endmontage in die USA verschifft werden. Die 180 hochqualifizierten Mitarbeiter ermöglichen das ungewöhnlich hohe Niveau der Produkte. „Komplexe Werkstücke zu fertigen ist Know-how. Dies aber wirtschaftlich mit allerhöchster Präzision, Flexibilität und Zuverlässigkeit zu tun, ist die Philosophie von Bartolosch", erklärt Martin Buseman, zuständig unter anderem für die Optimierung der Fertigungsprozesse. „Die Orientierung an modernster Maschinentechnik stand bei den Investitionen des Unternehmens immer im Vordergrund. Die neueste CNC-Technologie ist fester Bestandteil bei Bartolosch und garantiert die wirtschaftliche Produktion der Bauteile in Kleinst- und Serienfertigung", verdeutlicht Martin Buseman. Die eigentliche Aufgabe ändert sich nicht: Die Halbzeuge und das Rohmaterial werden zum Zerspanen, Drehen oder Fräsen geliefert und nach der Bearbeitung extern oberflächenbehandelt oder direkt ausgeliefert. „Das Gravierendste, das sich allerdings geändert hat, ist, dass die Vorgaben der Kunden wahnsinnig eng geworden sind, an der Grenze des Machbaren. Außerdem sind die Übermaße unheimlich knapp kalkuliert", sagt Anwendungstechniker Busemann. Lösung gesucht und gefunden „Die große Herausforderung bei uns ist es, bei der Prozessoptimierung die Umrüstzeiten zu minimieren. Die modernen Zerspanaufgaben sind derart komplex geworden, dass sie kaum von einem Werkzeug, geschweige denn von einer Wechselplatte bewältigt werden können." Werkzeugwechsel ist die Verlustgröße bei der spanenden Bearbeitung. Sie kostet Zeit, ist personalintensiv und bedeutet immer eine stehende, nicht arbeitende Maschine. Die neue universelle Hartmetalldrehsorte CTCP125 im Zusammenspiel mit der neuen -R28 Geometrie garantiert hohe Anwendungs- und Prozesssicherheit. „Genau für das Problem der hohen Werkzeugwechselkosten haben wir von Ceratizit nach einer Lösung gesucht und auch eine gefunden: die neue Spanleitstufe -R28", erläutert Markus Trommeter, Account Manager Zerspanung von Ceratizit Deutschland. „Die innovative HyperCoat Sorte CTCP125 ermöglicht den Wendeplatten ein breites Anwendungsfeld, beeindruckende Standzeiten und große Anwendungssicherheit. Mit der speziellen -R28 Geometrie erreicht man eine ausgezeichnete Spankontrolle auch bei Spantiefen kleiner als 1,6 Millimeter. Dadurch wird eine überragende Prozesssicherheit gewährleistet. Die neue Spanleitstufe kann für sämtliche Bearbeitungsschritte und unterschiedlichste Spanaufgaben eingesetzt werden und sorgt so für weniger Werkzeugwechsel." Für die erste Markterprobung suchte Ceratizit einen kompetenten und erfahrenen Projektpartner und fand ihn in Bartolosch. Das langjährige Geschäftsverhältnis der beiden Unternehmen ist durch Vertrauen und Respekt gekennzeichnet und gewährleistet realitätsnahe und unverfälschte Ergebnisse, ist Account Manager Trommeter überzeugt. Bei der Erprobung lieferte die Geometrie -R28 konstante Ergebnisse bei allen Stahllegierungen sowie Eisengüssen und rostfreien Stählen. Die neue Spanleitstufe zeigte selbst bei hohen Schnittgeschwindigkeiten eine beachtliche Stabilität, und es traten keinerlei Störungen durch Späne auf. Bemerkenswert war, dass sich mit -R28 sogar schwächere Maschinen mit hoher Wirtschaftlichkeit betreiben ließen. Ungünstige Maschinenbedingungen wie große Auskraglängen, ungünstiges Drehmoment oder labile Bauteile hatten kaum Auswirkungen auf die hervorragenden Leistungen. Wunschlos glücklich Die Auswertung machte deutlich, dass die neue Geometrie in Kombination mit der Sorte CTCP125 eine viel höhere Standzeit liefert, weniger Werkzeugwechselkosten verursacht und die Produktivität steigert. Mit der neuen Platte konnte Bartolosch die Bearbeitungszeit zum Teil halbieren. Mit der -R28 wurde das Drehkonzept komplett geändert. Bei dem neuen Bearbeitungskonzept entfallen manche Prozesse, da Schruppen und Schlichten mit einem Werkzeug vorgenommen werden, sofern es die Anforderungen zulassen. Des Weiteren ist auch bei Spantiefen kleiner dem Plattenradius der Spanbruch kontrolliert. Wenn ein Schmiedeteil beispielsweise eine Schmiedehaut mit Schrägen besitzt, kann das Längsdrehen problemlos mit einem 0,5 Millimeter tiefen Span beginnen und in einem 6 Millimeter tiefen Span enden. Die Späne sind trotzdem stets kurz und der Prozess dadurch sicherer. „Eines unserer Hauptanliegen ist die Reduzierung der Werkzeugwechselkosten", sagt Martin Buseman abschließend. „Daher suchten wir nach einer Wendeschneidplatte, die eine möglichst hohe Standzeit hat und die dennoch in der Lage ist, effektiver als die bisher eingesetzten Platten zu drehen. Mit der -R28 in der Sorte CTCP125 erreichen wir das, indem sie erstens wesentlich länger hält und zweitens bei fast allen Bearbeitungsschritten und Materialien eingesetzt werden kann. Sie schafft unterbrochene Schnitte problemlos und läuft bei Trocken- oder Nassbearbeitung. Wir sind wunschlos glücklich." W