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100 % Performance

19.05.2017

Die Werner Weitner GmbH, ein führender Spezialist für Werkstattausrüstung, konnte mit innovativen Produkten, neuesten Fertigungsmethoden und aktueller Virtual Machining Produktionssoftware ihre Stück- und Rüstzeiten um rund 50 % senken.
Als Arbeitsumgebung in AV, Programmierung und Fertigung setzt man auf eine durchgängige Prozess-Lösung von Coscom.


Was im Jahre 1968 als kleiner Metallbaubetrieb begann, hat sich in den vergangen fast fünfzig Jahren zu einem der bedeutendsten Hersteller von Werkzeugen für KFZ-Werkstätten sowie von Bauteilen für die Medizintechnik und die Luftfahrt oder für Druckmaschinen entwickelt. Dank CAM-Software ProfiCAM VM von Coscom mit Full HPC-Technologie in Kombination mit dem CAM-Datenmanagement-System FactoryDirector, der Werkzeugverwaltung ToolDirector sowie der Simulation ProfiKinematik haben die Eichstätter ihre Rüst- und Einfahrzeiten um zirka 50 % gesenkt, die Laufzeiten um 30 % sowie die Fehler- und Ausschussquote nahe Null gebracht. „Jedes Jahr investieren wir einen sehr hohen Betrag in neue Technologie,“ so Heinz Weitner. „Zahlreiche Aufträge haben wir gewonnen, weil wir Teile um bis zu 30 Prozent günstiger als der Mitbewerber anbieten. Dazu kommen höchstes Produkt- und Fertigungs-Know-how aus vielen unterschiedlichen Branchen sowie eine hohe Produktions- und Lieferflexibilität. Das sind die Stärken, die uns erfolgreich machen.“

Das Unternehmen wurde von Heinz Weitners Vater, Werner Weitner, ursprünglich als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Bereits zwei Jahre danach gewann der Metall-verarbeitende Betrieb einen großen internationalen Automobilhersteller als Kunden, eine Partnerschaft, die heute immer noch besteht. Aus dem kleinen Betrieb wurde innerhalb kurzer Zeit ein wichtiges Zuliefer- und Lohnfertigungsunternehmen. Das Produktspektrum der Werner Weitner GmbH umfasst KFZ- Spezialwerkzeuge, komplette maschinelle Werkstattausrüstungen,  einen Prototypenbau, Präzisionsteile und eine eigene Hochleistungspumpen-Baureihe mit einem Arbeitsdruck von bis zu 700 Bar.

Heute produziert der Mittelständler mit seinen rund 260 Mitarbeitern im Dreischichtbetrieb an sechs Tagen pro Woche neben Präzisionsdreh- und Frästeilen auch Komplettbaugruppen für namhafte Hersteller in der Automobilwelt, der Medizintechnik und weiterer Branchen. Sein Maschinenpark besteht mittlerweile aus nahezu 50 CNC-Maschinen, davon 25 Fräsmaschinen mit 3-/5-Achsbearbeitung sowie Komplett-Bearbeitungszentren. So ist das Unternehmen heute in der Lage, innerhalb von zwei Wochen Komplettsätze just in time zum Beispiel weltweit zu liefern. Das heterogene Kundenspektrum sieht Heinz Weitner eindeutig als Vorteil: „Wenn wir eine Kundenanfrage erhalten, müssen wir fast nie ‚Nein‘ sagen. Oft können wir Lösungen, die wir für eine Branche entwickelt haben, in eine andere Branche übertragen.“

Mittlerweile haben zahlreiche Kunden enge Partnerschaften mit dem Mittelständler aus Eichstätt aufgebaut und kooperieren bereits bei der Entwicklung ihrer eigenen Produkte eng mit Weitner. Besonders in der KFZ-Branche müssen die geeigneten Sonderwerkzeuge für Reparatur und Wartung bereits vor Beginn der Serienfertigung vorhanden sein. KFZ-Werkstätten sind verpflichtet, diese Werkzeuge auch zu verwenden, sonst erlischt die Herstellergarantie. Deswegen wenden sie sich bereits in einem frühen Stadium der Serienplanung an die Werner Weitner GmH. Heute werden von bestimmten Automarken bis zu 90 % aller Neuwerkzeuge von Weitner mitentwickelt.

Dafür erhält das Unternehmen im Vorfeld ein 3D-Modell in Form von CAD-Dateien. Eine komplett digitale IT-Infrastruktur in Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung hilft nicht nur, die eigene Entwicklung effizienter zu gestalten, es verleiht auch mehr Flexibilität, so dass rasch auf Änderungen bei Kundenwünschen reagiert werden kann. Im Einsatz bei Weitner sind mehrere verschiedene CAD-Systeme wie Siemens NX, Catia oder Solid Edge.

30 % kürzere Laufzeiten

Als Arbeitsumgebung in Arbeitsvorbereitung, Programmierung und Fertigung setzt Werner Weitner auf eine durchgängige Prozess-Lösung von Coscom. Die CAD/CAM-Software ProfiCAM VM – seit 2003 im Einsatz – wurde in den letzten Jahren mit dem CAM-Datenmanagement FactoryDirector VM, der Werkzeugverwaltung ToolDirector VM und der Maschinensimualtion ProfiKinematik VM zum Virtual Machining ausgebaut. So schaffte es der Mittelständler, seine Fertigungszeiten um 30 % pro Bauteil zu senken. Schon bei kleinen Serien von 20 oder 50 Stück konnte Weitner eine deutlich spürbare Verbesserung der Durchlaufzeiten erreichen. Mit ProfiCAM VM programmiert Weitner alle Werkstücke je nach Bearbeitungstechnologie und Bauteil-Komplexität in 2,5D oder 3D. Das CAM-Datenmanagement FactoryDirector VM ist in den Gesamtprozess eingebettet und dient als zentrale ´Daten-Drehscheibe´ für sämtliche, die Produktionsabläufe betreffenden Informationen.

Artikeldaten wie Grafiken, Dokumente, Prüfpläne oder NC-Programme sind hier hinterlegt und werden bi-direktional mit der vorhandenen Infrastruktur, zum Beispiel Maschinen, ERP, Konstruktion oder Voreinstellung abgerufen und ausgetauscht. Artikelbezogen stellt das Modul alle aktuellen technologischen Informationen einschließlich Änderungsindex und Werkzeugliste zur Verfügung. Das macht sich besonders bei Wiederhohlteilen bezahlt, schildert Manfred Apelsmeier, CNC-Fertigungsleiter bei Werner Weitner: „Bei wiederkehrenden Aufträgen haben wir alles auf einen einzigen Klick parat. `Mit dem ersten Schuss ins Schwarze´ ist da die Devise, denn Programmfehler oder veraltete NC-Programme sind durch den FactoryDirector ausgeschlossen. Der Prozess ist 100 Prozent sicher, auch die Werker an den Maschinen vertrauen darauf. Das macht sich in deutlich reduzierten Rüst- und Einfahrzeiten bemerkbar.“

Zurzeit befinden sich rund 5.900 Bauteile mit jeweils zwei bis drei Aufspannungen und etwa 20.000 NC-Programmen in der zentralen Fertigungsinformations-Datenbank, Tendenz steigend.

Virtual Machining für 50 % kürzere Rüst- und Nebenzeiten

Ab 2011 erweiterte Werner Weitner die Maschinensimulation ProfiKinematik VM, um die bisher verwendete Simulations-Software abzulösen. ProfiKinematik VM verleiht den Mitarbeitern in der Programmierung/AV die Möglichkeit, die komplette Bearbeitung in der Maschine anhand von Vorwärts- und Rückwärtssimulation vor der Bearbeitung am PC zu überprüfen. Da die Coscom-Simulationssoftware die Maschinenkonzepte und -kinematiken unterschiedlichster Hersteller im Maschinenpark von Weitner unterstützt, lassen sich vor allem die kollisionsrelevanten Maschinenteile realitätsgetreu darstellen.

Die komplette Fertigung eines Bauteils inklusive Materialabtrag, Verfahrwegen und vor allem Kollisionsprüfung testen die Mitarbeiter von Weitner vor der eigentlichen Produktion zunächst im virtuellen Raum. Dazu Heinz Weitner: „Da das Bauteil ja bereits simuliert worden ist, reduziert sich die Rüstzeit noch weiter, das heißt der Stillstand der Maschine wird kürzer. Zu 30 Prozent Reduzierung der Bauteil-Laufzeiten, die wir mit ProfiCAM und FactoryDirector bereits erreicht hatten, konnten wir auch die Rüst- und Einfahrzeitenzeiten ebenso drastisch senken. Insgesamt brachte uns die Coscom-Lösung eine Halbierung der Rüstzeit im Vergleich zu vorher. Doch das Wichtigste: Wir können unsere Bauteile zu 100 Prozent ohne Crash fahren, weil wir die Bearbeitung bereits vorher virtuell abgesichert haben. Und auch die Qualität stimmt von Anfang an.“

An seinem Arbeitsplatz nutzt Manfred Apelsmeier die MultiScreen-Technologie von ProfiCAM, die das Arbeiten mit zwei Monitoren erlaubt. Während er auf dem linken Bildschirm die NC-Programmierung erstellt, läuft auf dem rechten die Simulation. „Das ist eine ganz feine Sache. Ich sehe sofort, wo etwas nicht funktioniert. Das zeigt mir das System rot an.“ Eine aussagekräftige Maschinensimulation benötigt unter anderem simulationsfähige Werkzeugdaten.

Hier setzt die Werner Weitner GmbH auf die Werkzeugverwaltung ToolDirector VM von Coscm und organisiert derzeit rund 800 Komponenten mit der Software. Mit ToolDirector VM genügt ein Klick, und die zur Programmierung und Simulation benötigten Einzel- und Komplettwerkzeuge, Spannmittel und Vorrichtungen sowie die Mess- und Prüfmittel stehen mit all ihren Technologiedaten bereit. Mit der Integration von Werkzeugverwaltung und Simulation baute Werner Weitner 2012 seine CAD/CAM-Prozesskette sukzessive zum kompletten Virtual Machining aus. Heinz Weitner fasst zusammen: „Heute gehen wir komplett prozesssicher an die Maschine, dadurch haben sich nicht nur 50 Prozent Zeitersparnis ergeben, sondern auch die Qualität hat sich drastisch verbessert. Unsere Fehler- und Ausschussteil-Quote geht heute gegen Null.“

Full HPC für High-Speed-Fräsen und Wechselkonzept für Flexibilität

Heinz Weitner ruhte sich nicht auf dem Erreichten aus, sondern suchte danach, die Maschinen effizienter zu nutzen. Eine Möglichkeit bietet ihm das moderne HPC-Fräsen zum Hochgeschwindigkeitsfräsen. Maschinen, die über diese Technologie verfügen, können die Bearbeitungszeit um bis zu 60 % senken und bieten weitere Vorzüge wie: geringere Lärmbelastung, höhere Maschinenlebensdauer, drastisch reduzierter Werkzeugverschleiß, bis zu drei Mal höhere Werkzeug-Standzeiten.

Mit ProfiCAM Full HPC unterstützt Coscom diese Bearbeitungstechnologie in der NC-Programmierung. Vom Nutzen der HPC-Technologie ist Heinz Weitner überzeugt: „Dabei nimmt man zwar etwas weniger Material weg, kann aber viermal so schnell fräsen. HPC hat sich in der Praxis bewährt, und zwar bei der Bearbeitung unterschiedlichster Materialien, vom Aluminium bis hin zu vergütetem Stahl. Coscom-Software bietet uns nicht nur die Möglichkeit, im Prozess effizienter zu werden, sondern auch durch moderne Bearbeitungstechnologien wie full HPC in der Produktion selbst aus jedem Teil einen Zeit- und Kostenvorteil herauszuholen.“

Bei Werner Weitner arbeitet man auch mit einem Nullpunktspannsystem. Manfred Apelsmeier erklärt: „Alle unsere Bauteile werden zunächst maschinenneutral programmiert. Mit dem ProfiCAM Maschinenwechselkonzept bekomme ich mit wenigen Klicks das neue NC-Programm für eine andere Maschine, simuliere kurz, der Coscom-Postprozessor NC-Joker erstellt mir auf Knopfdruck die maschinenoptierten NC-Sätze und los geht’s.“ Musste früher bei komplexen Bauteilen für die Bearbeitung auf einer anderen Maschine teilweise mehrere Tage um- oder neu programmiert werden, gelingt das heute mit moderner Coscom-CAM-Technologie innerhalb von einer Stunde.

„Mit dem Nullpunktspannsystem und dem Maschinenwechselkonzept dauert es nur wenige Minuten, um ein Teil ab- und das andere aufzurüsten. Die Zeiten, in denen sich früher Aufträge vor Maschinen stapelten oder Maschinen stillstanden, sind vorbei. Diese enorme Flexibilität macht uns extrem schnell, wenn es um kurze Lieferzeiten geht.“

Heinz Weitner ist sehr über die bisher erreichten Gesamt-Ergebnisse in der Prozessoptimierung seiner Fertigung zufrieden: „Kompromisslos beste Qualität, ein sehr gutes Preisniveau unserer Produkte sowie eine hohe Lieferflexibilität, diese entscheidenden Faktoren sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig. Um die dazu notwendige Wirtschaftlichkeit und Perfektion der Fertigung zu erreichen, ist der Einsatz und Ausbau modernster Fertigungs- und IT-Technologien heute unabdingbar. Coscom ist hier als unser langjähriger und verlässlicher Partner ein wesentlicher Bestandteil und hat einen großen Anteil an der heute sehr guten Effizienz und Flexibilität in unserer Produktion.“

www.coscom.de

www.werner-weitner.com



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