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Hoffnungsträger 2010 – die AMB

von Hubert Winkler Die AMB im September diesen Jahres in Stuttgart ist das Schaufenster des Werkzeugmaschinen-Weltmarktes in Deutschland und rangiert in der Rangliste der Branchenfach­messen in Deutschland auf Platz 2 – direkt nach der EMO. Über die Hoffnungen, welche die Branche mit der AMB verbindet, führte die NC-Fertigung ein Gespräch mit dem Stuttgarter Messechef Ulrich Kromer von Baerle.

Herr Kromer, welche Bedeutung hat die AMB für die Hersteller und Kunden in der deutschen Landschaft der Zerspanungstechnik?

Seit über 20 Jahren gibt es die Leitmesse für Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge bereits, mit stetig wachsenden Aussteller- und Besucherzahlen. Die erste AMB auf dem neuen Messegelände sorgte 2008 für einen Rekord von mehr als 85.000 Besuchern gegenüber 48.000 zwei Jahre zuvor. Die Ausstellerzahl wuchs von 805 auf mehr als 1.300. Allein diese wenigen Zahlen zeigen die Bedeutung der AMB.

Wie wird sich die AMB 2010 in diesen wirtschaftlich schwierigen und unsicheren Zeiten präsentieren?

Schon seit Jahren geht die AMB mit ausgebuchten Messehallen an den Start. Bereits jetzt im Mai 2010 haben sich mehr als 900 Aussteller fest angemeldet und damit 90 Prozent der Ausstellungsfläche belegt. Bis zum Messestart rechnen wir mit rund 1.200 Ausstellern und etwa 70 vertretenen Unternehmen. Jeder Fünfte von ihnen kommt aus dem Ausland – aus über 25 Ländern. Es zeichnet sich also ab, dass wieder alle neun Messehallen voll belegt sein werden mit ihren insgesamt 105.200 Quadratmetern Bruttoausstellungsfläche. Wir erwarten mehr als 75.000 Besucher aus 60 Ländern.

Welche Schwerpunkte deckt die diesjährige AMB ab?

Das bewährte Ausstellungsspektrum fokussiert in erster Linie wieder die Zerspanungstechnik, vor allem die drei Bereiche spanende und abtragende Werkzeugmaschinen sowie Präzisionswerkzeuge. Weitere Schwerpunkte sind die Messtechnik und Qualitätssicherung, die Robotik, die Werkstück- und Werkzeughandhabung, Software, Engineering, Bauteile, Baugruppen und Zubehör. Fast alle Weltmarktführer aus Europa, Asien und Übersee werden mit ihren Neuentwicklungen auf der AMB vertreten sein. Wir haben die zwei Hallenstränge wieder nach sinnvollen Zusammenhängen strukturiert, um Wege und Zeiten beim Messebesuch zu minimieren.

Welche Besucher und welche Branchen sprechen Sie mit diesem Angebot besonders an?

Alle technischen Entscheider und Produktionsverantwortlichen von der Führungsebene bis zur Werkstatt- ebene. Alle Abnehmerbranchen von Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeugen. Dazu zählen der Fahrzeugbau, die Automobil- und Zulieferindustrie, der Maschinenbau, die EBM-Industrie, die Elektroindustrie, der Werkzeug- und Formenbau, die Luft- und Raumfahrtindustrie und alle weiteren klassischen Kundenbranchen dieser vielseitigen Hightech-Maschinen. Die Werkzeugmaschine ist eben die Mutter aller Maschinen.

Wie unterstützen Sie die Attraktivität der AMB in Stuttgart für internationale Besucher?

Zuerst einmal durch die Lage direkt am Stuttgarter Flughafen. Sie können uns von dort zu Fuß in 5 Minuten erreichen. Übrigens sind wir durch die direkte Flughafenanbindung besonders attraktiv auch für Tagesbesucher aus Nord-, West- und Ostdeutschland. Morgens von Hamburg oder Düsseldorf zur Messe und Abends wieder zurück nach Hause. Zudem gibt es in diesem Jahr für Besucher aus dem In- und Ausland attraktive ‚Anreise-Packages‘ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und dem Reiseveranstalter ‚Travelpoint‘. Aus vielen Städten gibt es Flugangebote inklusive Hotelübernachtung. Eine besondere Attraktivität der AMB ist heuer, dass sie parallel zum ‚Cannstatter Wasen‘ stattfindet – immerhin nach dem Oktoberfest das zweitgrößte Volksfest in Deutschland.

Was sind die weiteren Standortvorteile der AMB in Stuttgart.

Das neue Stuttgarter Messegelände gehört von der Architektur her nicht nur zu den funktionalsten und modernsten Ausstellungsplattformen weltweit, es verfügt mit seiner Lage am Stuttgarter Flughafen und seiner direkten Anbindung an die Autobahn A8 auch über eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur. Mit der modernen S-Bahn ist man zudem in 25 Minuten in der Stadtmitte oder am Hauptbahnhof.

Die AMB ist mit ihrer dynamischen Entwicklung zu einer Erfolgsstory im deutschen Messewesen geworden. Da gibt es aber doch auch handfeste wirtschaftsgeographische Hintergründe?

Den größten Anteil daran hat sicher der Standort. Mitten im Markt, mitten im Herzen Europas – so lässt sich Stuttgart in Sachen Investitionsgüterindustrie wohl am treffendsten beschreiben. Baden-Württemberg, das drittgrößte Bundesland, ist Standort von Hochtechnologie und zahlreichen Zukunftsbranchen. 60 Prozent der deutschen Zerspanungstechnik ist im Süden Deutschlands konzentriert. In der Region um Stuttgart sind sowohl führende Anbieter von Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeugen, als auch bedeutende Anwender, etwa aus dem Maschinenbau, der metallbearbeitenden Industrie, dem Werkzeug- und Formenbau, dem Fahrzeugbau, der Automobilindustrie und ihre Zulieferer zu Hause oder haben hier wichtige Produktionsstandorte. Wir sind hier eine der traditionsreichsten und eine der erfolgreichsten Industrie- und Wissenschaftsregionen der Welt.

Die Konjunktur lässt derzeit viele Wünsche offen. Kann eine Messe wie die AMB hilfreiche positive Impulse setzen?

Ja, durchaus. Wie Sie wissen, sind Messen das wichtigste Marketinginstrument im Marketing-Mix. Gleich dahinter im übrigen die Fachzeitschriften. Auf einer Messe mit möglichst vollständigem Wettbewerberprofil fallen direkte Kaufentscheidungen – auch wenn Verträge erst längere Zeit nach der Messe unterzeichnet werden. Viele Kunden und viele Anbieter quer über den Globus kommen miteinander persönlich in Kontakt. Kosten und Nutzen von Investitionsgütern können in einem breiten Wettbewerbsangebot mit direkter Beratung überprüft werden. Eigene spezielle Anforderungen werden zielgerichtet diskutiert und Lösungen angedacht.

Ein weiterer Aspekt wird die diesjährige AMB noch zusätzlich aufwerten. In den vergangenen zwei Jahren wurden wegen der Kaufzurückhaltung der Kunden viele Neuentwicklungen zurückgehalten. Man hätte eh nur den Wettbewerb vorzeitig schlau gemacht. Dieser Stau scheint sich nach unseren Informationen zu lösen. Viele Hersteller haben die schwierige Zeit genutzt, um leistungsfähigere oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln um damit in einen neuen Aufschwung zu starten. Es wird also aus Kundensicht wichtig sein, diese Messe mit ihren vielen avisierten Neuentwicklungen nicht zu verpassen. Wir erwarten eine interessante und für die Branchenentwicklung wichtige – vielleicht richtungweisende – AMB 2010. W

www.messe-stuttgart.de

 



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